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  • Karolis

mehr als 1000 Beiträge seit 25.01.2021

Anwendbarkeit

Der freie Wille (oder seine Abwesenheit) ist als philosophisches Konstrukt vor allem für zwei Dinge interessant.

Kann man einen Menschen oder allgemein die Zukunft vorhersagen? Das ist einfach, man kann es nicht, da man schon aufgrund der Heisenbergschen Unschärferelation nie genug Daten hat.

Wie begründet man Strafen? Angenommen, es gibt den freien Willen, dann setzt die Strafe einen Anreiz. Wenn es den freien Willen nicht gibt, ist die Strafe schlicht ebenfalls vorherbestimmt und man braucht sie gar nicht begründen.

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  • Avatar von knarr
    • knarr

    mehr als 1000 Beiträge seit 14.05.2007

    Antwort auf Anwendbarkeit von Karolis.

    Karolis schrieb am 26.06.2021 05:34:

    Der freie Wille (oder seine Abwesenheit) ist als philosophisches Konstrukt vor allem für zwei Dinge interessant.

    Kann man einen Menschen oder allgemein die Zukunft vorhersagen? Das ist einfach, man kann es nicht, da man schon aufgrund der Heisenbergschen Unschärferelation nie genug Daten hat.

    Wie begründet man Strafen? Angenommen, es gibt den freien Willen, dann setzt die Strafe einen Anreiz. Wenn es den freien Willen nicht gibt, ist die Strafe schlicht ebenfalls vorherbestimmt und man braucht sie gar nicht begründen.

    I beg to differ, ich begreife dieses Konstrukt des freien Willen subjektiv für mich und andere Menschen als unsere jeweilige Handlungsfreiheit ihr Leben zu führen, in unserer Gesellschaftsordnung wird das als Grundannahme schon irgendwie vorausgesetzt, so ein soziales Menschenbild.

    Was ich heute morgen viel spannender finde ist das philosophische Konstrukt des guten alten "Leib-Seele-Problems" (oder Körper-Geist-Problem, oder Bewusstseinsproblem), das reifiziert als eigenes Ding zur dualistischen Brille für das subjektive Menschenbild wurde, in welchem dann weiterhin dem Gehirn fälschlich die tragende Rolle in der Entscheidungsfindung des Urteilsvermögen in allem Handeln zugeschrieben bleibt, was nun nicht nur nicht die Lösung ist, sondern innere Konflikte und Sprachverwirrungen durch unlösbare "Probleme" geradezu herauf zu beschwören scheint, wenn es sich um keine mit der subjektiven Innenperspektive vereinbare Denkweise handelt. Die Anwendbarkeit in der Moderne bleibt unbestritten.

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