Ansicht umschalten
Avatar von HenryBerlin (1)
  • HenryBerlin (1)

462 Beiträge seit 23.03.2016

Wem nützt unabhängiger Journalismus?

Nachkriegszeit/kälter Krieg:
Die Sowjetunion und Ostdeutschland waren in weiten Teilen noch vom Krieg betroffen. Im Westen investierte der größte Kriegsgewinnler. Relativ neutral berichtende Journalisten konnten relativ frei über die Vorteile im Westen und Nachteile im Osten berichten.
Was aber ist, wenn die Vorteile schwinden? Dann suchen sich die Redaktionen Journalisten, die ihren Narrativ bedienen.

Bewerten
- +
  • Avatar von adiosamigos
    • adiosamigos

    mehr als 1000 Beiträge seit 13.08.2004

    Antwort auf Wem nützt unabhängiger Journalismus? von HenryBerlin (1).

    HenryBerlin (1) schrieb am 13.06.2021 07:52:

    Nachkriegszeit/kälter Krieg:
    Im Westen investierte der größte Kriegsgewinnler. Relativ neutral berichtende Journalisten konnten relativ frei über die Vorteile im Westen und Nachteile im Osten berichten.

    Das ist so nicht richtig. Die Medien, die welche durch die Besatzungsmächte eine Zulassung bekommen haben, bekamen Auflagen wie die Berichterstattung nicht ausehen durfte. Kritik an den Besatzungsmächten, später durch NATO ersetzt und durch verbotene Israelkritik ergänzt.

    Wenn ein Journalist geschrieben hat, das ein Besatzungssoldat einen Deutschen überfahren hat, war das ok. Wenn er aber dazu berichtet hätte, das dieser dafür straffrei ausgeht, wäre er seinen Job losgeworden. Es gab einfach Themen, wie die Immunität oder die Spionage durch Besatzungstruppen, die nicht erlaubt waren.

    Noch heute unterschreibt jeder Journalist mit seinem Einstellungsvertrag bei Springer den Öffentlichen und -Co, dass die Berichterstattung in keinster Weise schädlich für die NATO oder Israel sein dürfen und wird dadurch zu einer Selbstzensur gezwungen.

    Auch das Wissen darüber, das die Besatzungsmächte noch bis in die 90er Jahre hinein die Post der Deutschen geöffnet und gelesen haben, und dafür auch von der Bundespost örtliche Schnittstellen und Kapazitäten zur Verfügung bekamen durfte nicht so einfach veröffentlicht werden.

    Schliesslich sind die Deutschen der Meinung gewesen und sind es auch heute noch, das das Grundgesetz sie vor solchen Rechtsbrüchen beschützen würde, denn das Märchen vom Postgeheimnis musste auch gerade wegen der DDR, die die Westpost durchschnüffelte, unbedingt am Leben erhalten werden. Die Amis lasen die Post noch vor den Russen.

    Selbstzensur ist der kleine Bruder von Zensur, wie wir gerade aktuell überall erleben dürfen. Derzeit werden sogar die freien Journalisten und die Internetnutzer durch unklar umrissene Gesetze zu einer überzogenen Selbstzenzur gezwungen. Eine kritische Aufarbeitung vom Märchen der freien westlichen Presse würde sicherlich zu eine Ächtung führen, wenn er denn wirklich frei und ergebnisoffen praktiziert würde.

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (13.06.2021 13:51).

    Bewerten
    - +
Ansicht umschalten