gigngogn schrieb am 11.01.2023 14:17:
CereS schrieb am 11.01.2023 13:48:
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Einen Satz aus dem Artikel hat finde mir besonders entscheidend:"Die Aktionen der Letzten Generation geschehen doch nicht zum Spaß, sondern weil die Aktivist:innen andere demokratische Mittel – Petitionen, Demonstrationen, Gespräche, Wahlen – bereits ausgeschöpft haben. "
Das ist, anders als von Dir dargestellt, der springende Punkt.
Nein, das ist er nicht!
Wenn man in einer Demokratie seine Anliegen nicht durchsetzen kann, dann ist das zu akzeptieren!
Man kann seine demokratisch verbrieften Rechte wahrnehmen und demonstrieren, Spazierengehen (nudge, nudge) oder bis zum zivilen Ungehorsam gehen. Wenn es gewaltfrei bleibt.
Wir Konservativen müssen ja auch ohnmächtig dabei zuschauen wie die Linken gerade Europa an die Wand fahren.
Welche Linken? Fr. vdL?
Ich sehe dort (in Europa) hauptsächlich eine neoliberale Einheitspartei. Da ist die Parteizugehörigkeit relativ egal. Links wäre, wenn sich etwas ändert. Zum Beispiel an der permanent wachsenden Ungleichverteilung des Wohlstands.
Und wieso überhaupt ohnmächtig? Die Macht der "konservativen" bis rechten Shitstorms ist allgegenwärtig. Cancelculture von rechts ist allgegenwärtig.
Es steht ihnen frei weiter zu demonstrieren, zu informieren, Parteien zu gründen und Wähler zu überzeugen. Mühsam, ich weiss.
Gewalt ist aber absolut inakzeptabel!
Darin, dass Gewalt inakzeptabel ist, sind wir uns vollkommen einig.
Sind 10 Minuten im Stau stehen Gewalt? Ist Kartoffelbrei Gewalt?
Ist die von Klima-Terroristen hyperventilierende vereinigte Presse maßvoll?
Die machen das nicht, um Dir den Feierabend zu verderben oder mir das Auto madig zu machen. Sie machen das, weil da eine ernsthafte Katastrophe naht.
Nein, sie *behaupten* das eine ernsthafte Katastrophe herannaht!
Diese Katastrophe gibt es aber nur in ihren Köpfen.
Warum sie das machen ist völlig irrelevant, der Zweck heiligt eben nicht die Mittel.
Nunja, die jetzigen Klimadaten decken sich teils erschreckend genau mit Prognosen, die aus den 70ern und 80ern stammen. Ich sehe das zunehmend als deutlichen Beleg, dass da etwas dran ist. Auch sind die Berechnungen, was CO2 (u.a. Stoffe) in der Atmosphäre an Auswirkungen haben, schlüssig.
Man kann jetzt behaupten ist nicht menschengemacht, aber für den rasanten Anstieg der Temperaturen fehlen mir da plausible Gegenrechnungen. Für das Schmelzen der Gletscher und des Arktiseises auch. Für das Auftauen des Permafrostbodens auch.
Da scheint sich mir eher auf der Klimakatastophenleugnerseite viel unbelegtes abzuspielen. Erinnert mich oft an die Lungenfachärzte, die kein Problem im Feinstaub sehen.
Du schiebst sie in die quasi-religiöse Ecke und versuchst sie dadurch zu diffamieren.
Ihr Verhalten schiebt sie in das religiöse Eck, die extremen Forderungen, die Unfähigkeit zu Diskurs und Kompromiss, der völlige Unwille widersprüchliche Fakten auch nur zur Kenntniss zu nehmen.
Man kann mit einem Gläubigen nicht über seinen Glauben auf der Basis von Fakten argumentieren, deswegen heisst es Glaube.Aber hey, wer hört schon in diesen Zeiten auf 1000e Wissenschaftler und die UN?
Wissenschaft ist ein Prozess, keine Mehrheitsentscheidung
Das stimmt sicher, aber der wissenschaftliche Konsens und viele voneinander unabhängig erstellten Studien stellen halt den Stand der Wissenschaft dar.
Mir fehlt halt das überzeugende Argument, dass dagegen spricht. Bis jetzt wurde meines Wissens nach noch jede Gegenstudie zerlegt.
Und zwar mit Argumenten.Der Weg, den Du wählst, ist der bequemste: Es ist nicht zu ändern, also tun wir nix. Praktisch, aber fatal.
Ich hoffe Du hast keine Kinder, denen Du irgendwann mal erklären musst, warum Du nichts getan hast.Es ist Unsinn zu behaupten nichts wäre passiert, im Westen sinken die Emissionen pro Kopf und pro produzierte Einheit BIP seit Jahrzehnten und zwar alle, nicht nur CO2.
Natürlich habe ich Kinder und natürlich sorgte ich dafür das es ihnen besser geht als mir, auf keinen Fall werde ich ihnen einreden das die Welt untergeht wenn sie ihren Lebensstandard verbessern.
Ich habe nicht geschrieben nichts wäre passiert. Ich habe geschrieben, erkläre Deinen Kindern warum Du nichts getan hast. Unpräzise, entschuldige bitte.
Der Lebensstandard kann ja steigen, obwohl die Emissionen herunter gehen.
Ich frage mich allerdings, ob die Emissionen wirklich sinken oder ob wir uns das nur schönrechnen. So wie es einige Ministerien im Moment vormachen und zukünftig geplante Einsparungen jetzt bereits einberechnen. Weil wird ja bald eingespart.
Man darf nicht die Geduld von Papier unterschätzen. Und ich möchte mir nicht vorstellen, wie es in Ländern aussieht, die weniger demokratisch und organisiert sind als Deutschland.
Auch ist mir unklar, ob Fahrzeugemissionen mit von Herstellern und Gesetzgebung geschönten Werten gerechnet werden oder mit Realverbräuchen. Es könnte also gut sein, dass Realemissionen und Papieremissionen auseinanderlaufen.
Und selbst, wenn sie im Westen sinken, beschleicht mich der Gedanke, dass ein Gutteil der sinkenden Emissionen an outgesourcter umweltschädlicher Produktion liegt. Auch bin ich gespannt, wo die Emissionen angerechnet werden, die bei der Produktion von LNG durch Fracking entstehen.
Ich denke, dass wir auf eine Klimakatastrophe zusteuern. Ob das so schnell geht, wie manche der LG fürchten, weiß ich nicht.
Ich denke, dass etwas tun, und zwar schnell etwas tun, besser ist als Däumchen drehend abzuwarten.
Selbst wenn, was ich nicht glaube, der Klimawandel nicht menschengemacht sein sollte, was würden wir wirklich verlieren, wenn wir so schnell wie irgend möglich aufhören würden fossile Energieträger zu verheizen?