Ansicht umschalten
Avatar von Artur_B
  • Artur_B

mehr als 1000 Beiträge seit 09.09.2004

Wider die ganz großen Illusionen

was alles möglich wäre, wenn man "nationale" Politik machen könnte und die D-Mark wieder hätte. Aber ist das nicht vielleicht doch zutreffend, dass die EU den Frieden bewahrt hat? Wenn ich die dort streitenden Hitzköpfe sehe, bin ich ausgesprochen froh, dass die zu Kompromissen gezwungen werde. Auf dem Balkan werfen sie sich inzwischen wieder die rassistischen Phrasen an den Kopf, die erfahrungsgemäß der Auftakt zu frontwärts rollenden Panzern sind. Was die EU verhindert. Kann man das übersehen?

Dann Jugoslawien: Hans-Dietrich Genscher hat Kroatien und Slowenien diplomatisch anerkannt, ohne dass dem eine Volksabstimmung zugrunde lag. Ob er wisse, dass er damit einen Krieg losgetreten habe, fragte ihn damals Madeleine Albright. Zumindest später musste er das wissen. Die Entscheidung eines einzelnen Politikers hatte damit katastrophale Folgen. Ich verstehe nicht, wie das gegen die EU instrumentalisiert werden kann. Denn selbstverständlich wäre eine Entscheidung auf EU-Ebene besser gewesen.

Unten wird gejammert, die EU sei nach Schäubles Spardiktat aufgebaut. Falsch, zumindest seit den Corona-Hilfen ist das Gegenteil der Fall. Schäubles Resultate waren allzu schlecht.

Sehr wohl haben auch spüdamerikanische Linksregierungen ein Bündnis analog zur EU angestrebt. Weil es hiermit möglich wäre, strukturschwache Regionen zu beleben und die "Verödung ganzer Landstriche" (Lenin) zu vermeiden. Was die EU eine Zeitlang durchaus ebenfalls tat. Sie hatte durchaus progressive Phasen.

Bedenklich natürlich, dass insbesondere das EU-Parlament zum Hort der Russlandfeinde gemacht werden soll und das leider inzwischen auch geworden ist:

https://www.nachdenkseiten.de/?p=76500

Aber würde das ohne EU denn besser? Könnten sich die nationalen Parlamente dem entziehen? Ich wüsste nicht, warum.

Gruß Artur

Bewerten
- +
  • Avatar von Rasel
    • Rasel

    mehr als 1000 Beiträge seit 08.06.2010

    Antwort auf Wider die ganz großen Illusionen von Artur_B.

    Wider die ganz großen Illusionen
    was alles möglich wäre, wenn man "nationale" Politik machen könnte und die D-Mark wieder hätte. Aber ist das nicht vielleicht doch zutreffend, dass die EU den Frieden bewahrt hat?

    Ich denke eher, der Autor dachte an Brüssel als das Natohauptquartier in der EU. Kurze Wege … (von der NSA)
    Erinnerst du dich nicht mehr? Zum Klimagipfel in Dänemark war die US-Delegation ungewohnt und auffällig gut vorbereitet auf die Argumente der Aktivisten unter den Politikern über mehrere Verhandlungsrunden mit Pausen dazwischen, sagte einer der aktiv verhandelnen Politiker nach Snowdens Dokumentenleaks aus.

    Und wieso D-Mark? Versteh dich nicht. Das Digitalgeld wird zum Knechten gebraucht, ist doch ein offenes Geheimnis und D-Mark-Nostalgie finde ich nicht im Artikel.

    Bewerten
    - +
  • Avatar von regenpfeil
    • regenpfeil

    161 Beiträge seit 02.09.2020

    Kontruktives Denken...

    Antwort auf Wider die ganz großen Illusionen von Artur_B.

    Wer hat eigentlich behauptet, die einzigen möglichen Alternativen für Europa wären Kapitalismus mit nationalen Egoismen und Kapitalismus als Staatenbündnis? Als ob der Autor diese beiden bornierten Alternativen gegenübergestellt hätte... So oder so sind beide Alternativen kriegsträchtig im Weltmaßstab.

    Bewerten
    - +
  • Avatar von Bigbirl
    • Bigbirl

    mehr als 1000 Beiträge seit 07.08.2021

    Antwort auf Wider die ganz großen Illusionen von Artur_B.

    Den Jugoslawienkrieg hat auch die EU mit provoziert, indem sie Kroatien und Slowenien anerkannte und, statt Jugoslawien beim Kampf gegen den Separatismus zumindest diplomatisch zu unterstützen ( wir reden nur mit Jugoslawien, aber nicht mit Separatisten) zusammenbombte.

    Die EU ist - wie die NATO - ein Relikt aus der Zeit des kalten Kriegs. Die EU vereinigt Europa mitnichten, noch ist sie ein Ansatz dazu. Sie sorgt im Gegenteil organisiert und militärisch dafür, daß Europa gespalten bleibt. Eben weil ich für ein vereintes Europa bin, bin ich entschiedener Gegner der EU.

    Ein vereintes Europa ohne Russland als dem wichtigsten europäischen Land ist von vorneherein eine Totgeburt.
    Eine Chance in die richtige Richtung hat Putin vor 20 Jahren bei seiner Rede im Bundestag gewiesen: der Weg in eine eurasische Union.

    Aber genau diese Entwicklung zu verhindern ist wohl das Ziel unserer Transatlantiker.

    Bewerten
    - +
  • Avatar von Artur_B
    • Artur_B

    mehr als 1000 Beiträge seit 09.09.2004

    Antwort auf Re: Wider die ganz großen Illusionen von Rasel.

    Rasel schrieb am 19.01.2022 11:33:

    Ich denke eher, der Autor dachte an Brüssel als das Natohauptquartier in der EU. Kurze Wege … (von der NSA)

    Ja schon. Aber wäre die NATO weg, wenn die EU nicht wäre? Siehste.

    Erinnerst du dich nicht mehr? Zum Klimagipfel in Dänemark war die US-Delegation ungewohnt und auffällig gut vorbereitet auf die Argumente der Aktivisten unter den Politikern über mehrere Verhandlungsrunden mit Pausen dazwischen, sagte einer der aktiv verhandelnen Politiker nach Snowdens Dokumentenleaks aus.

    Klimagifel in Dänenmark? Der war doch schon 2009. Weiß jetzt nicht, auf was Du hinaus willst.

    Und wieso D-Mark? Versteh dich nicht. Das Digitalgeld wird zum Knechten gebraucht, ist doch ein offenes Geheimnis und D-Mark-Nostalgie finde ich nicht im Artikel.

    Aber im Forum.

    Bewerten
    - +
  • Avatar von Rob 1
    • Rob 1

    mehr als 1000 Beiträge seit 18.06.2018

    Antwort auf Re: Wider die ganz großen Illusionen von Bigbirl .

    Bigbirl schrieb am 19.01.2022 14:44

    Ein vereintes Europa ohne Russland als dem wichtigsten europäischen Land ist von vorneherein eine Totgeburt.
    Eine Chance in die richtige Richtung hat Putin vor 20 Jahren bei seiner Rede im Bundestag gewiesen: der Weg in eine eurasische Union.

    Aber genau diese Entwicklung zu verhindern ist wohl das Ziel unserer Transatlantiker.

    Und das schon seit 1904, als Russland noch zaristisch war ( siehe Halford John Mackinder und seine Heartland-Theorie ).
    Bei den USA gilt diese Doktrin bis Heute.

    Bewerten
    - +
Ansicht umschalten