was alles möglich wäre, wenn man "nationale" Politik machen könnte und die D-Mark wieder hätte. Aber ist das nicht vielleicht doch zutreffend, dass die EU den Frieden bewahrt hat? Wenn ich die dort streitenden Hitzköpfe sehe, bin ich ausgesprochen froh, dass die zu Kompromissen gezwungen werde. Auf dem Balkan werfen sie sich inzwischen wieder die rassistischen Phrasen an den Kopf, die erfahrungsgemäß der Auftakt zu frontwärts rollenden Panzern sind. Was die EU verhindert. Kann man das übersehen?
Dann Jugoslawien: Hans-Dietrich Genscher hat Kroatien und Slowenien diplomatisch anerkannt, ohne dass dem eine Volksabstimmung zugrunde lag. Ob er wisse, dass er damit einen Krieg losgetreten habe, fragte ihn damals Madeleine Albright. Zumindest später musste er das wissen. Die Entscheidung eines einzelnen Politikers hatte damit katastrophale Folgen. Ich verstehe nicht, wie das gegen die EU instrumentalisiert werden kann. Denn selbstverständlich wäre eine Entscheidung auf EU-Ebene besser gewesen.
Unten wird gejammert, die EU sei nach Schäubles Spardiktat aufgebaut. Falsch, zumindest seit den Corona-Hilfen ist das Gegenteil der Fall. Schäubles Resultate waren allzu schlecht.
Sehr wohl haben auch spüdamerikanische Linksregierungen ein Bündnis analog zur EU angestrebt. Weil es hiermit möglich wäre, strukturschwache Regionen zu beleben und die "Verödung ganzer Landstriche" (Lenin) zu vermeiden. Was die EU eine Zeitlang durchaus ebenfalls tat. Sie hatte durchaus progressive Phasen.
Bedenklich natürlich, dass insbesondere das EU-Parlament zum Hort der Russlandfeinde gemacht werden soll und das leider inzwischen auch geworden ist:
https://www.nachdenkseiten.de/?p=76500
Aber würde das ohne EU denn besser? Könnten sich die nationalen Parlamente dem entziehen? Ich wüsste nicht, warum.
Gruß Artur