Die EU war eine gute Sache, als sie noch EWG hieß, eine Wirtschaftsgemeinschaft, wo jeder vorher wusste, wieviel er in einen gemeinsamen Topf einzahlte. Die EU als Schuldengemeinschaft mit einem Euro, der ständig gerettet werden muss, hat keine Zukunft. Das ging genau einen Schritt zuweit. Es ist eben falsch, wenn ein Volk einem anderen was schulden soll und das noch im Namen einer bürokratischen Struktur, die von den Völkern so weit weg ist, wie die Zentralregierung eines Imperiums.
Europa ist eine Völkergemeinschaft als Kulturgemeinschaft. Das heißt auf der anderen Seite, Europa ist völkisch geprägt, die Konflikte sind völkisch geprägt.
Die Aufteilung Europas in Einflusssphären unter den Supermächten SU und USA als Ergebnis des 2. Weltkriegs hat zwar Europa kulturell nicht völlig vernichtet, die Souveränität der Nationalstaaten als Ausdruck der Volkssouveränität aber stark eingeschränkt, es blieb ein bisschen Selbstverwaltung. Gleichzeitig hat sie viele Konflikte eingefroren, obwohl es gewaltige Grenzverschiebungen innerhalb Europas gab. Aber Europa musste einen hohen Preis dafür bezahlen, die Lösung war nämlich wieder eine Völkische, die Massenvertreibung unter unsäglichen Opfern bei den Betroffenen unter der ideologischen Annahme einer völkischen Kollektivschuld der Besiegten. Der innere Friede Europas im Osten hatte zum Fundament also den Gewaltexzess nach dem Landraub. Im Westen war das Konzept ein anderes, nämlich das Einfrieren der Grenzen auf den Status quo und den weitgehenden Verzicht auf Reparationen. Dies lag natürlich an den grundverschiedenen Interessenlagen der Supermächte im Europa der Nachkriegszeit. Die USA hatten nie die Absicht ihr Staatsterritorium auszudehnen, die SU schon.
Alle Konflikte nach dem Ende der SU durch Selbstauflösung und dem Rückzug aus den Satellitenländern, haben wieder eine stark völkische Prägung. Ohne den völkischen Aspekt wäre weder die friedliche Wiedervereinigung Deutschlands noch die friedliche Separation von Tschechien und Slowakei erklärbar. Auch die Balkankonflikte sind völkischer Natur, ebenso der Zypernkonflikt (und der ewige Nordirlandkonflikt sowieso). Und es ist kein Zufall wenn Putinapologeten die Prozentzahl der angesiedelten Russen in den Fremdländern zählen, um damit irgendwelche Eingriffsrechte zu legitimieren.
Fundament einer europäischen Friedensordnung kann nur das Selbstbestimmungsrecht der Völker unter Anerkenntnis der territorialen Integrität der Nationalstaaten sein. Die EU kann sich nicht in Spanien einmischen, solange sich kein anderer Nationalstaat in die inneren Angelegenheiten dort einmischt. Täte sie es, müsste sie diktatorische Formen annehmen oder würde als Gemeinschaft auseinanderbrechen. Das zweite Fundament müsste das strikte Angriffsverbot gegen einen anderen Staat sein. Man kann nicht in einem gemeinsamen Haus mit jemandem leben, der einen mit Gewalt bedroht.
Frei wird Europa erst sein, wenn es sich von den Weltkriegssiegern befreit, die Europa entmachtet und imperialistisch dominiert haben. Grundvoraussetzung dafür ist es, den Schutzschirm einer anderen Atommacht zu verlassen und selbst zur Atommacht zu werden, sowie selbstverteidigungsfähig zu sein, wie es Frankreich tat oder andere Kulturvölker, wie die Chinesen oder Inder. Wer das für Europa nicht will, wird gnadenlos früher oder später von Fremdmächten aufgefressen werden. So betrachtet: Europa oder Tod!