Soweit ich das Entwurfs-Papier der Ministerien zu dem Thema las, war darin von einer
sukzessive auf 20 Jahre verminderten Ausserbetriebnahme-Pflicht für Öl- und Gasheizungen Baujahr vor 1996 nach spätestens zunächst 30 Jahren die Rede, somit einer Ausserbetriebnahme für ältere Öl-/Gas-Anlagen schon 2026. An keiner Stelle wurde darin etwa an Ausnahmetatbestände des bestehenden Gesetzes für Heizungen in selbst bewohnte Zweifamilienhäuser verwiesen.
Ausserdem würde ein Öl-/Gasverbot, das sich vielleicht noch gar auf alternative Brennstoffe wie Holz oder Wasserstoff erstreckt, wenn von einer 65% Pflicht zur Nutzung erneuerbarer Energien die Rede ist, über eine Art Wärmepumpen-Pflicht sogar in kalten Gebirgsregionen zu enormen Kosten für eine Kernsanierung älterer Gebäude (Installation von Fussbodenheizung!) und die Installation geeigneter Anlagen mit ggf. riesigen unterirdischen Wärmespeichern führen. Das kann selbst bei kleineren Wohn- und Geschäftshäusern wie unserem schnell zu Kosten von 500.000 EUR führen - nach Corona-Lockdown-Krise und Energiekrise mit ständigem Umsatzrückgang von oft bis zu 90%, im Mittel ca. 50% des bisher verbliebenen Restumsatzes, was mitten in einer Umstellungsphase des Betriebes bereits zu erheblichen Verlusten führte. Das können wir beim besten Willen leider zur Zeit nicht finanzieren.
Unter Prof. Dr. Klaus Heinloth (u.a. Enquete-Kommission des Bundestages zur Thematik und erstes deutsches IPCC-Mitglied) habe ich vor ca. 20-25 Jahren als auch dessen zeitweiliger Assistent viele Vorträge, Diplom- und Magister-Prüfungen zum Thema Klimaschutz und Energie gehört bzw. Diskussionen mit Prof. Heinloth und seinem letzten Postdoc über das Thema geführt.
Dabei habe ich als Physiker u.a. gelernt, dass es auf die gesamte CO2-Bilanz ankommt und mir ist als Chemiker bekannt, dass z.B. beim Brennen von Kalk zur Zementproduktion für Baustoffe für Baumassnahmen enorme Mengen CO2 freigesetzt werden. Diese CO2-Emissionen und grossen Energiekosten korrelieren wie üblich in der Wirtschaft mit den obigen hohen Kosten für Bauten und müssten angemessen berücksichtigt werden. Zumal es hier um Millionen von Gebäuden geht. Offenbar sind bei obigen Plänen der Ministerien diese CO2-Mengen jedoch überhaupt nicht berücksichtigt worden.
Hier wird im Grunde scheinbar versucht, über ein Verbot des Betriebs von bestimmten Heizungen enorme Kosten für eine Umsetzung nur mit obigen Wärmepumpen auf Hausbesitzer und Mieter abzuwälzen, die deren momentane wirtschaftliche Leistungsfähigkeit noch in obigen zwei schweren Wirtschaftskrisen weit übersteigen.
Das ist in dieser Form völlig inakzeptabel.
Man bekommt angesichts der völlig übermässigen Betonung rein nationaler Massnahmen (in Deutschland mit seinem recht begrenzten rund 1.9%-Anteil am CO2-Ausstoss), welche bereits von Prof. Ulf von Zahn in einem Vortrag für Scientists4Future kritisiert wurde
https://www.youtube.com/watch?v=uL3js5pbr7Q
den Eindruck, dass es der Politik in Deutschland weniger um den Schutz der (globalen!) Erdatmosphäre und des weltweiten Klimas geht, als vielmehr um andere Dinge geht.
So funktioniert sinnvoller Klimaschutz jedenfalls nicht und sozial ist das schon gar nicht.
Auch mit den üblichen kleineren staatlichen Zuschüssen nicht.
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (15.03.2023 14:52).