Gerüchteweise haben fast 200k von ihnen mittlerweile ihrem Heimatland den Rücken gekehrt.
Das tun die nicht nur, weil sie keinen Bock haben, eingezogen und in der Ukraine als Dünger zur Sonnenblumenzucht verwendet zu werden.
Die spüren die Sanktionen - als eher Gutverdienende - noch weit stärker als die russische Unterschicht. Kein Netflix, keine Iphones, keine brauchbaren Turnschuhe mehr. Dazu kommen nochmal fortschreitende Einschränkungen in der Meinungs- und Informationsfreiheit, die vorher schon nicht rosig war.
Mit ihren Skills sind sie andererseits im Westen hochwillkommen. Weswegen die Züge von Petrograd nach Helsinki von Kriegseinbruch bis zur Einstellung durch die Obrigkeit total überfüllt waren.
200k sind in einem Land mit vergleichsweise niedrigem Bildungsniveau übrigens pferdammt viele. Das Land beschäftigte insgesamt nur eine knappe Million in der IT. Schon die Ukraine und Weißrussland hatten/haben mehr Beschäftige in dem Sektor, und das bei weit weniger Einwohnern. Wobei die Weißrussen ja nur Panzerspiele programmieren....
Für ein Land, dem gerade die Zufuhr an Hochtechnologie weggebrochen ist, ist das jedenfalls nicht so schön. Möglicherweise hängt damit auch die Unfähigkeit Russlands zusammen, eine billige Gasturbine für die Ostseepipeline zu reparieren.
Und mit den IT- Crowd verläßt auch die Künstlerszene das Moskowiter Großfürstentum. Teils ebenfalls nach Westen, aber auch in Georgien oder Armenien sind bereits große russische Kolonien entstanden. Künstler, vor Allen Dingen unabhängige Künstler, sind zwar eher Geringverdiener. Dürften also die Steuereinnahmen nicht so sehr schmälern wie die IT- Fachkräfte. Aber das waren eben die Leute, die die Nachbarschaften zusammengehalten und das Leben noch irgendwie erträglich gemacht haben. Zurück bleiben postsowjetische Betonwüsten mit Z Runen, Korruption und Elend.
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (24.06.2022 10:22).