Ansicht umschalten
Avatar von el_listo
  • el_listo

mehr als 1000 Beiträge seit 13.01.2003

Undifferenziert und keine Lösung

Nun mal vorweg, dass Sanktionen auch die Zivilbevölkerung hart treffen (und zwar auf beiden Seiten) ist vollkommend klar.

Was aber im Artikel fehlt ist eine differenzierte Betrachtung zwischen den Ländern. Mit Afghanistan gibts so oder so keinen Handel auf Augenhöhe (wenn man vom Opiumverkauf mal absieht), sondern es gab eigentlich immer nur Hilfslieferungen in eine Richtung. Afghanistan benötigt nahezu keine Hightechkomponenten und Deutschland benötigt nahezu nichts was Afghanistan produziert hat. Das Sanktionen dann nicht viel Wirkung haben ist selbstredend.

Bei Russland ist der Fall natürlich anders. Europa bräuchte Energie. Russland (und zwar nicht nur das Militär) bräuchte Halbleiter, Sondermaschinen, Medizinprodukte, Spezialsoftware, usw.

Und ja da schaden Sanktionen der Bevölkerung massiv und zwar auf beiden Seiten. Sanktionsbrecher haben es bei Russland auch schwer und zwar auch auf allen Seiten. Es gibt schlichtweg nicht genug Gasproduzenten und auch chinesische Firmen können kaum Hightech nach Russland liefern, da fast immer amerikanische, europäische oder japanische Technik mit verbaut ist.

Und neben ungenauer Betrachtung fehlt im Artikel eine Alternative, wie man mit den Kremlverbrechern sonst umgehen sollte. Sanktionen sind mit Sicherheit nicht optimal, aber was wäre die Alternative? Eine kleine Atombombe? Poloniumbrötchen zum Frühstück? Wenn man keinen Weltkrieg haben will, bleibt nur die Möglichkeit, dass man eben jede Geschäftstätigkeit mit der Bande einstellt, auch wenns erstmal weh tut.
"Spielen" wir eben kalter Krieg 2.0

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (24.06.2022 09:27).

Bewerten
- +
Ansicht umschalten