Nur weil viele Bäume eng aneinderstehen, handelt es sich noch lange nicht um einen Wald. Grosse Teile der deutschen Baumbestände sind reine Holzplantagen, vergleichbar mit einem Maisfeld, nur dass die Nutzpflanze eben ein Baum ist und mehrjährig. Entsprechend hat man dann auch ähnliche Probleme, schliesslich läuft ohne Bewässerung und Pestizide auch auf vielen landwirtschaftlichen Feldern nicht viel.
Ein Wald dagegen ist etwas natürlich Gewachsenes. Dort wächst, was sich eben am betreffenden Standort durchsetzen kann, in Deutschland also meist keine Fichten und unter den neuen Klimabedingungen erst recht nicht.
Es gibt Konzepte, die zwischen den Extremen stehen, bei denen mit sanften Eingriffen, eine Art Natur-Nudging, dafür gesorgt wird, dass der Anteil forstwirtschaftlich interessanter Arten, allerdings nur standortangepasste, höher ist als es natürlich der Fall wäre. Das sind dann von der Erscheinung her Mischwälder, in denen mit Vorteil mit sanften Methoden, etwa Pferde statt Harvester, einzelne wertvolle Bäume geerntet werden. Es liegt in der Natur der Sache, dass die Etablierung eines solchen Nutzwaldes Jahrzehnte benötigt. Einzelne gibt es schon und sie sind sogar ökonomisch rentabel, weil für hohe Qualität auch hohe Preise gezahlt werden.
Die Sägereien, deren Maschinen optimal auf die Verarbeitung von Fichtenstämmen ausgelegt sind, stehen allerdings auf dem Aussterbeetat. Diese 'ökologische' Nische verschwindet oder ist schon weg. Versuche, neue Plantagen mit mit der heutigen Forstwirtschaft kompatiblen Baumarten anzulegen, werden scheitern.