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Avatar von /Rak
  • /Rak

mehr als 1000 Beiträge seit 26.10.2001

Der Wald, der heute oft stirbt, der ist gar kein Wald mehr...

.. sondern nur noch eine Industrieplantage. Welche maximale Gewinne abwerfen soll und daher die erwähnten Fichten in Massen züchtet, selbst da, wo sie nicht wirklich hin gehören. Das ist eigentlich ein Baum, der in den Bergwäldern der Alpen und Mittelgebirgen heimisch ist. Und der wird nur in irgendwelchen Tieflagen angebaut, weil er schön schnell hoch und gerade wächst.
Und würde man den Wald einfach wachsen lassen, dann würden da in den meisten deutschen Wäldern auch nicht >50% Fichten stehen, selbst im Schwarzwald nicht. Würde man den Wald nicht ständig "ordentlich aufräumen" und z.B. Totholz usw. einfach liegen und stehen lassen, dann wäre die Käferplage schon nach kurzer Zeit wohl auch kein großes Ding mehr - einfach weil sich deren Fressfeinde auch viel besser vermehren könnten. Nur lässt sich ein "naturnaher Wald" eben nur schlecht bewirtschaften, man kommt mit den Fahrzeugen nicht mehr gut rein, wenn da alles zugewuchert ist mit Unterholz.
Selbst die Trockenheit bei einem Klimawandel wäre nur ein bedingtes Problem - denn durch die Trockenheit absterbende Bäume würden dann eben Platz machen für Arten, die deutlich besser an das andere Klima angepasst sind. Erle, Eiche, Esche und Hainbuche kommen mit einer Trockenheit und Hitze z.B. deutlich besser klar als Fichte und Tanne. Und wenn die Trockenheit nicht nur vorrübergehend ist (und von starker Feuchte gefolgt wird..), dann kann es auch gut passieren, dass da nach und nach neue Arten aus dem Osten und über Spanien und Frankreich einwandern. So dass dann irgendwann auch z.B. Zedern wachsen könnten, wo heute noch Fichten stehen.

Und wenn man sich mal die "Mondlandschaften" ansieht, die früher schon enstanden sind, z.B. durch großflächige Verwüstungen nach dem Orkan Lothar: Dort ist alles schon wieder sehr zugewachsen. Nur halt nicht nur ausschließlich von den Fichten, die früher dort mal standen. Wer den Lotharpfad besucht, der sieht vor allem viel Unterholz. Und einen eher natürlichen Mischwald, der sich da gerade bildet Und natürlich auch viele Fichten, die von außen eingeweht wurden. Aber eben nicht nur in Monokultur.

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  • Avatar von bretzelkatze
    • bretzelkatze

    mehr als 1000 Beiträge seit 07.05.2003

    Antwort auf Der Wald, der heute oft stirbt, der ist gar kein Wald mehr... von /Rak.

    Wie das mit dem von selbst nachwachsenden Wald funktioniert, kann man auch gut im Nationalpark Bayr. Wald sehen. Dort hatte ein Sturm in den 90ern unter den Nadelbäumen schwerste Schäden angerichtet (z.B. am Lusen), und da gedeiht nun ein sehr widerstandsfähiger, echter Wald.

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  • Avatar von Eiger Nordwand
    • Eiger Nordwand

    mehr als 1000 Beiträge seit 10.11.2018

    Antwort auf Re: Der Wald, der heute oft stirbt, der ist gar kein Wald mehr... von bretzelkatze.

    bretzelkatze schrieb am 01.05.2022 22:37:

    Wie das mit dem von selbst nachwachsenden Wald funktioniert, kann man auch gut im Nationalpark Bayr. Wald sehen. Dort hatte ein Sturm in den 90ern unter den Nadelbäumen schwerste Schäden angerichtet (z.B. am Lusen), und da gedeiht nun ein sehr widerstandsfähiger, echter Wald.

    Hat man hier auf einigen privaten Waldstücken auch so gehandhabt. Nachdem nach Windbruch und Käferkatastrophe die Flächen hauptsächlich für den eigenen Brennholzbedarf (zu etwas anderen taugte das Fichtenholz kaum noch) leergeräumt waren, hat man gar nichts weiter gemacht, einfach die Sachen, welche dort durchkamen ungehindert weiterwachsen lassen. Es ist erstaunlich, in welch kurzer Zeit sich die Flächen von selbst erholt haben und welche unterschiedlichen Baumarten jetzt darauf wachsen, zusammen mit Sträuchern und anderen Pflanzen. Die Natur passt sich an die Gegebenheiten auch ohne Zutun des Menschen an. Der Waldbesitzer hatte null Aufwand für Neubepflanzung und Pflege.

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