Ansicht umschalten
Avatar von Pnyx (1)
  • Pnyx (1)

mehr als 1000 Beiträge seit 01.07.2017

Licht und Schatten

Viele Behauptungen, davon die Mehrzahl wohl zutreffend aber nicht alle. Natürlich ist es nicht so, dass ein Staat notwendig Defizite anhäufen muss, um seiner Aufgabe gerecht zu werden. Wenn dem so wäre, würden die Schulden global immer höher - was aktuell der Fall ist -, was schliesslich im ökonomischen Kollaps enden muss.

Vieles spielt eine Rolle, etwa die Abschöpfung von Gewinnen - in der prosperierenden usa der 50er z. B. lag die Gewerbesteuer auf ungleich höherem Niveau als heute. Ganz entscheidend ist aber, wo im kapitalistischen Grosszyklus man steht. Gegenwärtig stehen wir an seinem Ende, genauer, der Zyklus hat sich seit einem guten Jahrzehnt überlebt, was durch das Über den Haufenwerfen der monetären Regeln ermöglicht wird.

Im Kreislauf aus bereits vorhandenem Geld klafft zudem ein Loch, das Mittel verschlingt, die der produktiven Wirtschaft fehlen: der Nettoabfluss an die Finanzmärkte.

Das stimmt und weil bis vor Corona das gesamte überschüssige Geld dahinfloss, war das möglich und hat sich keine Stagflation entwickelt. Es sieht so aus, als sei das nun nicht mehr so.

Die Schuldenbremse wird sich von selbst erledigen. Wenn die Not gross genug ist, frisst der Teufel auch diese Fliege. Natürlich ist es ärgerlich, wenn viele Neuwähler auf die pseudorationalen Preisungen kapitalbasierter Vorsorgeinstrumente hereinfallen, die doch nur den verzweifelten Versuch markieren, das Zusammenbrechen des Finanzsektors durch Zuleitung weiterer Mittel noch etwas weiter hinauszuzögern. Und egal, wer Kanzler wird - die Wahrscheinlichkeit, dass es nicht Scholz ist, kann man allerdings als verschwindend klein einschätzen, aber wie in der Wolle neoliberal dieser gefärbt ist, hat er ja schon zur Genüge bewiesen -, werden weitere Anläufe dafür genommen werden.

Die Wahrscheinlichkeit ist allerdings recht hoch, dass es in absehbarer Zeit global zu allgemeinen ökonomischen Verwerfungen kommen wird, die die Karten gründlich neu mischen werden.

Bewerten
- +
  • Avatar von anasis
    • anasis

    mehr als 1000 Beiträge seit 06.12.2003

    Antwort auf Licht und Schatten von Pnyx (1).

    Pnyx (1) schrieb am 02.10.2021 20:12:

    Die Wahrscheinlichkeit ist allerdings recht hoch, dass es in absehbarer Zeit global zu allgemeinen ökonomischen Verwerfungen kommen wird, die die Karten gründlich neu mischen werden.

    Die Ökonomischen Verwerfungen rücken immer näher und manch Linker freut sich schon darauf. Allerdings treffen diese Verwerfungen sehr wahrscheinlich nur die Mittel- und Unterschicht, sehr gründlich werden in solchen Zeiten die Karten eben nicht gemischt und schon gar nicht da wo es wirklich notwendig wäre.

    Bewerten
    - +
  • Avatar von Pnyx (1)
    • Pnyx (1)

    mehr als 1000 Beiträge seit 01.07.2017

    Antwort auf Re: Licht und Schatten von anasis.

    Also ich freue mich nicht. Denn Sie haben recht, es trifft umso härter, je weniger man hat.

    Allerdings ist diesmal die Wahrscheinlichkeit beachtlich, dass es umfassender wird. Falls die Inflation sich verstetigt wirds schwierig. Die normale Antwort darauf ist eine Straffung der Geldpolitik. Das würde einen nicht unbeträchtlichen Teil der Wirtschaft unter Wasser drücken. Dieser überlebt zurzeit trotz extrem hoher Verschuldung, aber eben nur, weil Schulden machen gegenwärtig sehr, sehr günstig ist.

    Bewerten
    - +
  • Avatar von anasis
    • anasis

    mehr als 1000 Beiträge seit 06.12.2003

    Antwort auf Re: Licht und Schatten von Pnyx (1).

    Pnyx (1) schrieb am 03.10.2021 03:32:

    Also ich freue mich nicht. Denn Sie haben recht, es trifft umso härter, je weniger man hat.

    Allerdings ist diesmal die Wahrscheinlichkeit beachtlich, dass es umfassender wird. Falls die Inflation sich verstetigt wirds schwierig. Die normale Antwort darauf ist eine Straffung der Geldpolitik. Das würde einen nicht unbeträchtlichen Teil der Wirtschaft unter Wasser drücken. Dieser überlebt zurzeit trotz extrem hoher Verschuldung, aber eben nur, weil Schulden machen gegenwärtig sehr, sehr günstig ist.

    Es gibt inzwischen nur noch die Lösung Stagflation. Die Staaten werden dadurch ihre Verschuldung auf ein verträgliches Maß zurückfahren und eine Reihe von Firmen mit zu geringer Möglichkeit höhere Preise schnell genug durchzusetzen, werden pleite gehen.

    Die Mittelschicht muss den Gürtel sehr viel enger schnallen, ein paar Hungersnötige für die ärmeren und natürlich werden auch Yachten einen Meter kürzer ausfallen (oder zählen inzwischen nur noch Raketenlängen?).

    Nach genügend Inflation kommen die Zinsen zurück und das Spiel beginnt von vorne. Was so ohne extremste Verwerfungen und Kriege auch noch das beste Szenario wäre!

    Bewerten
    - +
  • Avatar von Pnyx (1)
    • Pnyx (1)

    mehr als 1000 Beiträge seit 01.07.2017

    Antwort auf Re: Licht und Schatten von anasis.

    Sie extrapolieren aus den bisherigen Erfahrungen. Das ist meist sinnvoll, aber nicht immer. Manchmal treten Singularitäten auf. Wir werden sehen.

    Bewerten
    - +
Ansicht umschalten