so_ist_es schrieb am 15.10.2022 09:59:
Ein Hauptprobleme bei den Wirtschaftswissenschaften ist obendrein, dass es sich letztendlich im Wesentlichen um eine Sozial- bzw. Gesellschaftswissenschaft handelt mit vielen unscharfen und schlecht falsifizierbaren Thesen.
Ich drücke das so aus:
1. Unzuverlässigkeit der empirischen Daten. Die Erfassung und Berechnung von Daten sind zu ungenau. Beispiele: BIP, Inflation, Arbeitslosenquote.
Denkt sich jemand "im Lehnstuhl" eine Theorie aus, dann mag die richtig sein, er kann sie aber mit den Daten nicht belegen.
Sieht sich jemand zuerst die Daten an, dann kann seine daraus gebildete Theorie falsch sein.
2. Modelle/Thesen/Theorien/Gleichungen mit unrealistischen Prämissen.
Beispiel: Quantitätstheorie mit zwei unrealistischen Prämissen auf der die Inflationstheorie der Neoklassik basiert.
3. Paradoxien. Modelle werden unwahr, wenn jeder glaubt, dass sie richtig sind.
Beispiel: Wenn ein Modell in der Lage ist das BIP des nächsten Jahres ziemlich genau vorher zu sagen und dieses plötzlich eine Rezession ankündigt, wird diese nicht eintreten. (Warum wohl?)
4. Unzutreffende Logiken.
Beispiel: niedrigere Zinsen = weniger Sparen, mehr Kreditaufnahmen
Kann man mit den empirischen Daten nicht belegen.