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  • bismi

mehr als 1000 Beiträge seit 02.01.2010

Selbst für die BRD-Regierung ist die "Enegiewende" nur das Prinzip Hoffnung.

Glaubt die BRD-Regierung selbst nicht mehr an die „Klimarettung“?

Die Bundesregierung ist keineswegs der Auffassung, den Klimawandel durch die Transformation Deutschlands aufhalten zu können:

Deutschland hat aufgrund seines überschaubaren Anteils an den weltweiten Treibhausgas-Emissionen einen relativ geringen direkten Einfluss auf die weitere Entwicklung des Klimawandels. [1]

Der Grund für die Transformation der deutschen Industrie liegt also nicht darin, dass die Bundesregierung glaubt, damit „das Klima retten“ zu können. Vielmehr geht es ihr darum, eine Vorreiterrolle einzunehmen und als Vorbild für den Rest der Welt zu dienen. Denn nur dann, wenn alle oder zumindest die großen Staaten davon überzeugt werden können, ihre Industrie zu transformieren, kann überhaupt Einfluss auf das Klima genommen werden. Ob das gelingt, hängt …

… davon ab, ob Deutschland im Zuge dieses Weges Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit bewahren kann. Nur wenn das gelingt, können der ehrgeizige Weg auf allen Ebenen bis zum Ende beschritten und andere Staaten ermutigt werden, in die gleiche Richtung aufzubrechen. [1]

und

Deutschland ist als starke Exportnation nun gefordert zu zeigen, dass eine auf ökologische Nachhaltigkeit angelegte Wirtschaft gleichzeitig eine global wettbewerbsfähige Wirtschaft sein kann. [1]

Eine wettbewerbsfähige Wirtschaft kann aber logischerweise nur im Wettbewerb von vielen Köpfen untereinander entstehen und nicht durch zentralistische Entscheidungen eines einzelnen Ministers oder einer kleinen Gruppe von Politikern und Bürokraten. Diese Logik hat also den zentralistischen Weg der BRD-Regierung mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits zum Scheitern verurteilt.

Die BRD-Regierung führt derzeit kein im eigentlichen Sinne klimapolitisches, sondern vielmehr ein wirtschaftspolitisches Experiment durch. Sie baut die deutsche Wirtschaft radikal um und trimmt sie auf Klimaneutralität. Sie hofft, dass sich am Ende des Experiments herausstellen wird, dass die deutsche Wirtschaft langfristig von diesem Umbau profitiert und eine führende Rolle in der sich dann ebenfalls nach dem Vorbild Deutschlands transformierenden Weltwirtschaft einnehmen kann.

Dass dies auf zentralistischem Weg höchstwahrscheinlich nicht gelingen wird wurde oben bereits begründet.

Innovationen müssen im Wettbewerb entstehen und Bedürfnisse von vielen Menschen befriedigen. Staatswirtschaften, die den Bürgern vorschreiben, was sie konsumieren sollen, welche Bedürfnisse sie also wie befriedigen sollen, sind immer wieder Bankrott gegangen.

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Informationen aus dem Artikel

https://www.misesde.org/202/07/deutschland-als-versuchskaninchen-eines-sozial-oekologischen-experiments/
+ eigene Kommentare

[1]
Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz
Jahreswirtschaftsbericht 2022

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  • Avatar von Lieblingsuser
    • Lieblingsuser

    mehr als 1000 Beiträge seit 20.03.2024

    Antwort auf Selbst für die BRD-Regierung ist die "Enegiewende" nur das Prinzip Hoffnung. von bismi.

    Dass dies auf zentralistischem Weg höchstwahrscheinlich nicht gelingen wird wurde oben bereits begründet.

    Sie macht das nicht auf zentralistischem Weg, denn sie legt nicht fest, was produziert wird, sondern sie setzt Rahmenbedingungen, in der das passieren soll. Das ist ähnlich wie mit dem Weg vom Verbrenner zum E-Auto. verbot der Neuzulassung von Verbrennern mit ordentlicher staatlicher Subvention, z.B. über KfW-Kredite, die Transformation wäre machbar.

    Fragt heute eigentlich ein Kunde noch Häuser nach, die mit Kohle beheizt werden? Oder fordert man einen ordentlichen Energieausweis, an dessen Stelle mindestens ein A stehen soll? Warum? Weil der Staat die Rahmenbedingungen gesetzt hat und Anreize geschaffen, über KfW-Kredite.

    Was wir benötigen sind nicht halbgare Rezepte, sondern ordentlich durchdachte Förderungen, also nicht sowas wie das Dienstwagenprivileg. Aber dessen Abschaffung ist ja mit einer FDP nicht zumachen.

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  • Avatar von ymje
    • ymje

    590 Beiträge seit 03.12.2007

    Die BRD-Regierung ist in der Lage solche komplexen Gedanken zu denken?

    Antwort auf Selbst für die BRD-Regierung ist die "Enegiewende" nur das Prinzip Hoffnung. von bismi.

    Das glaube ich eher nicht, das schaffen ja nicht einmal die Mitglieder dieser Regierung.

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  • Avatar von bismi
    • bismi

    mehr als 1000 Beiträge seit 02.01.2010

    Antwort auf Re: Selbst für die BRD-Regierung ist die "Enegiewende" nur das Prinzip Hoffnung. von Lieblingsuser.

    sie setzt Rahmenbedingungen

    Die Rahmenbedingungen sind so eng, dass sie ganz konkrete Produktionsvorgaben sind. In diesem Sinne haben Stalin und Mao auch nur „Rahmenbedingungen“ vorgegeben.

    mit ordentlicher staatlicher Subvention

    Der Staat gibt das Geld aus, das er seinen Untertanen vorher aus der Tasche zieht. Er schreibt damit in hohem Maße vor, was die Menschen produzieren und konsumieren müssen. Das ist zentralistische Planwirtschaft.

    Fragt heute eigentlich ein Kunde noch Häuser nach, die mit Kohle beheizt werden?

    Eben. Es sind die individuellen Kunden, die ohne staatliche Bevormundung freiwillig diese Entscheidung getroffen haben. Das ist der Markt im Gegensatz zur Planwirtschaft. Und das liegt daran, dass (bisher) Öl und Gas billiger und bequemer sind als Kohle.

    Oder fordert man einen ordentlichen Energieausweis, an dessen Stelle mindestens ein A stehen soll? Warum?

    Weil die grünen Ideologen die Energie in der BRD künstlich, ideologisch verteuert haben und die Kosten einen fast schon an den Rand der Armut treiben. Dafür wird man anderswo das Geld ausgeben, weil die Wohnungen heute atmungsinaktive Plastikbeutel sind (Schimmelbekämpfung, häufiger tapezieren, Arztkosten bei Atemwegserkrankungen). Der Schuss geht nach hinten los. Grün eben.

    Was wir benötigen sind nicht halbgare Rezepte, sondern ordentlich durchdachte Förderungen

    Am besten durchdacht sind die Lösungen des Marktes, weil da an jeder Stelle der richtige Spezialist tätig ist im Gegensatz zu einer Regierung, die sich anmaßt, sie könne all das Wissen haben, das hunderttausende oder Millionen von Unternehmern und deren Angestellten haben. Ein Kinderbuchautor maßt sich an, zu wissen, welche Technik für die Zukunft gut wäre. Und selbst wenn er zig Berater hätte, so ist das doch ein Tropfen auf den heißen Stein verglichen mit dem dezentralen Wissen des Marktes.

    sowas wie das Dienstwagenprivileg. Aber dessen Abschaffung ist ja mit einer FDP nicht zumachen

    Und vergessen wir nicht die Kurzstrecken- und Nachtflüge der Grünen „im öffentlichen Interesse“.

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