Bill Harford schrieb am 20.09.2022 09:55:
"Die verschiedenen Risse im Staatsgefüge und zahlreichen Sprünge in der Schüssel lassen sich aber kaum mehr überdecken."
Ganz zu schweigen von den zahlreichen fehlenden Tassen im Schrank...Leider wurde auch hier auf Telepolis viel zu unterwürfig und ehrfürchtig über die Queen und die Monarchie berichtet - ein Beitrag von mir wurde sogar gesperrt.
Man sollte sich doch bitte einmal die bittere Realität in diesem Vereinigten Königreich klarmachen:
Fünfzig Prozent der Einwohner können sich die Energiekosten nicht mehr leisten und müssen frieren. Das wird schreckliche Auswirkungen haben.
Julian Assange steht kurz vor seiner Auslieferung in die USA und wird nach wie vor in Belmarsh inhaftiert und gefoltert.
Also, für mich ist dieses Land komplett unten durch.
Na wenn das alles an der Monarchie liegt, dann ist in Deutschland ja alles super!
Ich glaube, hier überschätzen einige die politische Rolle der englischen Königsfamilie:
England hält sich seit der Revolution die Könige eigentlich nur aus Nostalgie als besserer Grüßaugust. Und hier hatten wir jetzt den Glücksfall, dass Elizabeth II diesen Job in den letzten 70 Jahren so gut gemacht hat, dass sie diesen symbolischen Posten tatsächlich mit Bedeutung füllen konnte.
Einige Dinge sind vielleicht "nur" Symbole und Rituale, aber trotzdem wichtig. Gerade wenn es darum geht, Risse in einer Gruppe zu vermeiden. Frag mal einen Soziologen. Aber einen Einfluss auf die Politik haben sie trotzdem nicht.
Das es zur Zeit überhaupt so großes Interesse am Tod eines Monarchen gibt, liegt mitnichten daran, dass es ein König ist. Es liegt auch nicht nur an der Person der Königin. Wäre sie gestorben als ihr Posten deutlich kritischer gesehen wurde (In den 70ern/80rn, nach dem Tod von Diana oder dem Feuer im Palast) würde das ganze auch anders aussehen.
Und die Monarchie in England in den letzten Jahren so sattelfest zu machen, ist ein Verdienst den man Elisabeth auch anrechnen muss.