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  • Tsu Tang

mehr als 1000 Beiträge seit 06.04.2006

Neuer Mensch!?

Hi,

das ist ein Diskussion die es immer gegeben hat und immer geben wird. Der Mensch ist kein Einzelgänger wie z.B. ein Leopard und auch kein Schwarmtier wie z.B. eine Biene.
Und solange wie sich kein "neuer Mensch"* entwickelt wird die Verteilung der erwirtschafteten Güter immer wieder neu verhandelt werden (müssen).

Bye

*jeder Versuch das zu erzwingen endete in Gewalt

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  • Avatar von heterocephalus g-laber
    • heterocephalus g-laber

    mehr als 1000 Beiträge seit 01.12.2003

    Rudeltiere

    Antwort auf Neuer Mensch!? von Tsu Tang.

    Und damit komplexe soziale Interaktionsmuster, Individualität und Hierarchie. Fürn neuen Menschen ist wohl eine Gentherapie erforderlich, weil selbst die beste Gehirnwäsche hat den Menschen nicht daran gehindert menschlich zu sein.

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    • Tsu Tang

    mehr als 1000 Beiträge seit 06.04.2006

    Antwort auf Rudeltiere von heterocephalus g-laber.

    Hi,

    exakt. Rudel mit vielleicht zwei Dutzend Mitgliedern. Von Schimpansen weiß man, dass sie Rudelmitglieder durchaus belügen und betrügen um z.B. leckere Früchte für sich zu behalten und eben nicht zu teilen.
    Später dann Dörfchen mit vielleicht zweihundert Bewohnern. Nicht zwei Millionen. Und das scheint 'uns' nicht gut zu tun, e.g.:
    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2996208/
    https://bigthink.com/the-present/metropolis-mental-life-georg-simmel-cities/

    Bye

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  • Avatar von heterocephalus g-laber
    • heterocephalus g-laber

    mehr als 1000 Beiträge seit 01.12.2003

    Antwort auf Re: Rudeltiere von Tsu Tang.

    Das Leben in den Städten war schon immer ungesund. Bis ins 20 Jahrhundert, nachdem die großen Seuchen, vor allem durch Verbesserung der Hygiene und der Nahrungsmittel Versorgung und nicht durch ärztliche Kunst, wie uns die Hauptvertreter dieser Gattung gerne einreden, besiegt worden sind, konnten diese ihre Bevölkerungszahl nur durch laufenden Zuzug vom Lande halten.
    Andererseits waren Stadtbewohner deutlich seuchenresistenter als ihr ländlichen Zeitgenossen. Bei Einführung der Massenheere und der Wehrpflicht erkrankten vor allem die robusten und gesunden Bauern und starben wie die Fliegen an den Seuchen, während die Stadtbewohner weitgehend immun dagegen waren.
    Was die geistige Verfassung anlangt, so unterscheidet sich ein Stadtbewohner sicher deutlich von einem Bauern. Aber dieser wiederum auch deutlich von nomadisch herumstreifenden Hirten und diese wieder von einer Horde von Jägern und Sammlern. Meines Erfahrung nach, wenn man sich mit den einzelnen Gesellschaften befasst, sind alle ziemlich schräg unterwegs. E.Mayer entwirft in seiner Geschichte des Altertums ein solch breites Spektrum menschlichen gesellschaftlichen Verhaltens, dass sich dieses jeder normativen Kategorisierung entziehen dürfte.
    Deshalb suchen auch einige Religionen die Befreiung aka „Gesundheit“ außerhalb der menschlichen Gemeinschaft. Ich denke der Buddhismus hat mit seiner Zustandsbeschreibung, die sich im Wesentlichen mit der christlichen Auffassung deckt, recht. Was aber eine ziemlich pessimistische Lebensauffassung ist.
    Zu Simmel: ein großer Soziologe und nach Weber der größte, den wir haben. Leider etwas schwerer zugänglich als Weber und daher in seiner Wirkung etwas unterbewertet.

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    • Tsu Tang

    mehr als 1000 Beiträge seit 06.04.2006

    Antwort auf Re: Rudeltiere von heterocephalus g-laber.

    Hi,

    es geht weniger um ansteckende Krankheiten, schlechte Luft oder vergiftetes Wasser ("The great stink of 1858").
    Es geht darum, dass der Mensch in so großen Menschenansammlungen verrückt wird. Es ist eine meiner Standardannahmen, dass die berühmt-berüchtigt-aalglatte Höflichkeit der Chinesen und Japaner damit zu tun hat dass anders die in diesen Ländern hohen Bevölkerungsdichten zu permanentem Amoklauf geführt hätten.

    Bye

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  • Avatar von blu_frisbee
    • blu_frisbee

    mehr als 1000 Beiträge seit 12.09.2002

    Antwort auf Neuer Mensch!? von Tsu Tang.

    Tsu Tang schrieb am 31.01.2022 11:57:

    Und solange wie sich kein "neuer Mensch"* entwickelt wird die Verteilung der erwirtschafteten Güter immer wieder neu verhandelt werden (müssen).

    *jeder Versuch das zu erzwingen endete in Gewalt

    Umgekehrt wird ein Schuh draus:
    Zu den Mitteln bei Streit um die Verteilung zählt immer auch Gewalt.
    1: Den Streit kanns nur geben wenn das Umstrittene knapp ist, dh nicht für alle reicht
    2: Erst im Staat ist die Gewalt so monopolisiert daß sie sich durchsetzt, Max Webers "stählernes Gehäuse".

    Vor der Entstehung des Staates hatten die Menschen diverse gesellschaftliche Organisationsformen ausprobiert.
    Wer behauptet diesbezüglich gäbs eine "Natur" des Menschen
    verzapft Ideologie die herrschende Verhältnisse als Naturverhältnisse legitimieren will.

    https://en.wikipedia.org/wiki/The_Dawn_of_Everything
    https://en.wikipedia.org/wiki/Against_the_Grain:_A_Deep_History_of_the_Earliest_States

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    • Tsu Tang

    mehr als 1000 Beiträge seit 06.04.2006

    Antwort auf Re: Neuer Mensch!? von blu_frisbee.

    Hi,

    "Wer behauptet diesbezüglich gäbs eine "Natur" des Menschen
    verzapft Ideologie die herrschende Verhältnisse als Naturverhältnisse legitimieren will."

    Die die behauptet haben behaupten es gäbe keine Natur des Menschen, er sei jederzeit formbar haben die schlimmsten Blutbäder der Menschheit angerichtet und würden das auch wieder tun wenn man die Aussagen zu den Plänen für die "1%" hört.
    Danke, aber nein danke!

    Bye

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  • Avatar von regenpfeil
    • regenpfeil

    161 Beiträge seit 02.09.2020

    Persönliche Willkür in der Verteilungsfrage der wirtschaftlichen Oberfläche

    Antwort auf Neuer Mensch!? von Tsu Tang.

    Die Verteilung der Güter ergibt sich aus der Produktionsweise selbst, sie ist nie davon unabhängig geregelt. Es liegt also gar nicht an der persönlichen Entscheidung (am Charakter des neuen oder alten Menschen) wie die Güter grundsätzlich verteilt werden. Viel "verhandelt" wird im Kapitalismus nicht, unabhängig von den wirtschaftlichen Verhältnissen nach persönlichem Befinden ebenso wenig, das grundsätzliche Ergebnis von Lohnkämpfen steht sowieso von vornherein fest, jede Seite rechnet mit den ökonomischen Zwangsbedingungen und mit den per Staatsgewalt festgesetzten Rahmenbedingungen für die "Verhandlung" der Verteilung.

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