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  • Vilontyn

486 Beiträge seit 09.12.2002

Oeffentlichkeit

Der Autor bastelt sich eine Geschichte zusammen, die auf schwachen Fuessen steht.

An die Stelle einer einzigen Öffentlichkeit, die die Gesellschaft zusammenhält, ist eine Vielzahl von Öffentlichkeiten getreten.

Ob das wirklich so stimmt, ist mehr fraglich. Ich wage zu bezeifeln, das etwa Rechte und Linke frueher mehr miteinander geredet haben. Es gab immer innergesellschaftliche Konflikte, wie etwa die 68er Bewegung (und ihr Kampf gegen die "Springerpresse"), die Antiglobaliserungsbewegung, Fridays for Future vs. "Ueberlass das mal den Profis" Lindner und den Rest des politischen Mainstreams.

Darueber hinaus reden die Leute doch tagtaeglich miteineinader, auf der Arbeit, im Verein, in der Kneipe. Zu sagen niemand wuerde mehr mit anderen Meinungen konfrontiert, ist gewagt.

Auch Menschen, die vom öffentlichen Diskurs abweichende, oftmals stark ideologisch begründete Überzeugungen haben, können durch die selektive Auswahl der Angebote im Internet zur Anschauung gelangen, dass ihre randständigen Auffassungen mit der "Volks"-Meinung übereinstimmen

Das ist wieder zusammengebastelt. Zum einen gibt es einem Mainstreamdiskurs nicht und was die klassischen Medien produzieren ist auch ideologisch (Die SPD hat das sogar mal zugegeben: https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Streit_der_Ideologien_und_die_gemeinsame_Sicherheit). Es hat schon immer den Stammtisch gegeben der mit partei-offiziellen Positionen durchaus verbunden ist (etwa "Wo kann man hier gegen Auslaender unterschreiben", "Kinder statt Inder"). Den Stammtisch musste man nur frueher nicht oeffentlich hoeren. Und niemand hat den Stammtisch jemals reguliert.

Darueberhinaus ist mein Eindruck, dass z.B. Fussballspiele heute viel staerker reguliert werden (etwa in bezug auf antisemitische Aeusserungen).

Es gibt begründete Annahmen, die sagen, der Aufstieg der AfD als Partei wäre ohne das Medium Internet nicht so rasch erfolgt.

Die AfD wird von vielen der aeltern Generation unterstuetzt, die soziale Medien gar nicht benutzen. Tatsaechlich waehlen junge Menschen, die sozial Medien am meisten nutzen, weniger AfD (Stimmanteil 2017 insgesamt 12.6%, unter 25 Jahre 11%, unter Erstwaehlern 7%, bei den Gruenen waren es 8.9% insgesamt, 13% bei den unter 25jaehrigen und 15% unter den Erstwaehlern).

Mir scheint das der Autor, wie schon im ersten Teil, eine Ansicht hat und sich dann die Fakten raussucht, die dazu passen.

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