Tuko2000 schrieb am 13.07.2021 17:06:
das in allen Mitteilungen über den Abzug aus Afghanistan nicht erwähnt wird, das die Taliban der verlängerte Arm Pakistans sind. Der Rückzugsort, der Support, die Logistik, die Ausbildung, alles findet in Pakistan statt. Das ist schon seit 20 Jahren bekannt. Osama Bin Laden konnte unbekümmert sich in einer pakistanischen Garnisionsstadt verstecken.
Seit der IS den Amerikanern den Nordirak streitig gemacht hat, haben sich die Spielregeln geändert. Die Taliban übernehmen die Rolle der "Gemäßigten", die früher die Nordallianz hatte. Auch die Nordallianz hatte nichts mit Menschenrechten am Hut.
Für die Amerikaner gibt es immer nur einen "schlimmsten" Feind, für dessen Bekämpfung und durch dessen Bekämpfung dann auch wieder neue Hydra-Köpfe heranwachsen können. Wenn kein Friede erzielt werden kann, begnügen sich die USA damit, Chaos zu stiften und mit CIA-Aktionen offizielle US-Politik auch zu hintertreiben. Die Kriege sind weit weg und können ganz vorzüglich für Gesetze, Geschäfte, Sanktionen und zur Vorbereitung neuer Feindschaften und Vasallen genutzt werden.
Sonst ist der Westen immer schnell dabei den Finger auf den Feind zu zeigen, aber hier ist Pakistan halt unser Freund...
Schon seit vor 2011 nervt die USA zunehmend Pakistan, weil sie in Afghanistan feststecken. In Pakistan gibt es mindestens ebenso viel Politik bestimmende und widersprüchliche Interessen, wie überall. In Pakistan hauptsächlich zwischen Militärs und Religiösen plus Einflussnehmer aus der Golfregion und natürlich den USA. Treffend beschreibt es ein Pakistaner: man kann einem Monster Frankensteins, das in 40 Jahren herangezogen worden ist, nicht in zwei oder drei Jahren vernichten.
https://www.tagesspiegel.de/politik/usa-pakistan-schwieriges-verhaeltnis/5607448.html
Wer noch nicht bemerkt hat, dass "Der Krieg gegen den Terror" ein Terroristen-Zuchtprogramm ist, wie Jürgen Todenhöfer vor Jahren festgestellt hat, sondern weiterhin den Weltrettungs-Phrasen der USA und ihren Gut/Böse-Listen anhängt, dem ist nicht zu helfen.
Die USA machen Radikale in ausgesuchten Ländern stark, damit sie deren extremistische Aktionen für ihre geopolitischen, militärischen und völkerrechtswidrigen Grenzüberschreitungen nutzen können.