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  • amagde

mehr als 1000 Beiträge seit 19.01.2012

Es sei Ihnen eine Selbsterfahrung empfohlen

nur mal so, was ich direkt berichten kann - das werden Sie alles
direkt mitbuchen mit Hartz IV. Ihre Niederschrift binde ich - wo es
passt - ein und versuche es als Hilfe für den Fall zu formulieren:

Der Spaß beginnt mit dem gerne plötzlichen Erlöschen der
Einnahmequelle, z.B. Arbeit. Sobald Sie davon erfahren, gehen Sie zum
Amt und stellen einen Antrag. 
Da Sie klug sind, kümmern Sie sich um eine Aufstellung aller
regelmäßigen Zahlungsverpflichtungen und deren nächstmöglicher
Erledigung. Denn nach Ablauf von ALG1 muss das alles weg sein. Da
stoßen Sie auf die ersten Probleme, wenn sie nicht schon immer so
gelebt haben, als könne jederzeit ALG kommen. Denn viele
Verbindlichkeiten laufen länger als 12 Monate, aber danach können sie
die garantiert nicht mehr bedienen. Aber gut, das wird sich bestimmt
irgendwie klären, erst mal sicherheitshalber alles kündigen, private
Rentenversicherung aussetzen lassen, geht ja prima.
Während Sie noch arbeiten müssen, sollen Sie nun die ersten Termine
beim Arbeitsamt wahrnehmen. Sie erklären dem Mitarbeiter natürlich,
dass Sie ja noch arbeiten müssen und deshalb derzeit nicht zu den
Öffnungszeiten vorbei kommen können. Alles kein Problem, die ersten
Drohungen sitzt man noch locker aus.
Nun ist es so weit, Arbeit ist vorbei, sie waren beim Amt und...
huch... Geld gibts erst später. Na, Glück gehabt, war man doch kein
Billiglöhner, also sind noch Reserven da. Geld ist zwar vielleicht
nach ein paar Wochen immer noch nicht da, aber schon jetzt in ALG 1
geht es los mit den Verpflichtungen zur Bewerbung. Eigentlich kein
Problem, aber nach den ersten 50 Bewerbungen merken Sie, dass das
nicht zum Job führen soll, sondern sie nur beschäftigt halten. Sie
reisen nämlich zu Firmen, die sie dafür schelten, dass sie doch
völlig ungeeignet seien, weil das Ihr Sachbearbeiter von Ihnen
verlangt hat.
Naja, egal.
Es bleibt genug Zeit und Energie, um sich ernsthaft zu bewerben. Nun
klappt das aber vielleicht nicht. Nach 6 Monaten sinkt die Chance ja
auch erheblich. Aber, juhu, da kommt doch ein Angebot, da haben sie
sich nicht mal beworben. Callcenter, 1200 Euro brutto, keine Ahnung
von der Materie, aber da können Sie sofort loslegen. Also, nichts wie
rein in die gesellschaftskonforme Armut und los. Ja, blöderweise
waren Sie wohl nicht der beste Callcenteragent oder einfach
überflüssig. 3 Monate später ist jedenfalls Schluss.
Kein Ding, zurück zum Amt. Geld kommt wieder nicht und nun wirds
knapper, weil die festen Verpflichtungen immer noch heftig reinhauen.
Aber, sie halten das durch. Und dann kommt hartz IV.

> Mit ALG2 ist man im Prinzip alle Sorgen los, einfach Leben Tag für
> Tag, Essen, ärztliche Versorgung, Kleidung und Wohnung ist gesichert.

Jetzt gehen die Sorgen erst richtig los. Die selbst schon gesuchte,
billige  Wohnung passt zwar in den H4-Kostenrahmen, ist aber zu groß.
Sinn und Unsinn interessieren nicht, also neue Wohnung suchen:
kleiner, leider nicht billiger. Umzug selbst bezahlten, weil noch -
wenn auch wenig - Geld da ist. Verweise auf Zahlungsverpflichtungen,
die das decken sollte: interessiert nicht.
Ok, geschafft.
Dann kommt mein persönlicher Liebling. Sie hatten sich vor dem Amt ja
komplett nackig gemacht, aber trotzdem kommt kein Geld. Stattdessen
ein Brief. Sie haben jetzt Ihre Altersvorsorge aufzulösen, ist zu
Geld drin. Nachdem Sie sich wieder beruhigt haben, reden Sie mit
Ihrer Versicherung und lösen die auf. Davon leben Sie jetzt und
bezahlen weiter Ihre Verpflichtungen, die bald alle aufgelöst sind.
Jetzt scheint es ruhiger zu werden. 
Naja, jetzt macht Ihre Versicherung die Hausrat und Haftpflicht
deutlich teurer, weil sie vorher einen Bündelrabatt hatten. Wird halt
gekündigt, bleibt eh nichts übrig, der Luxus-Handyvertrag und die
Abzahlung der Küche aus Arbeitszeiten drückt auch noch sehr.
Dann ist die Versicherung aufgebraucht, also wieder zum Jobcenter. Da
wird Ihnen aber mitgeteilt, dass die noch einige Monate länger hätte
reichen müssen. Die Verpflichtungen und so blabla. Egal, es gibt halt
noch kein Geld.
Danach machen Sie Ihren ersten kleinen Aufstand. Ein wenig später
skaliert es, weil nun die Miete wieder fällig ist und der Kühlschrank
leer. Nach langem Hin und Her kriegen Sie etwas Geld, natürlich als
Darlehen.
Jetzt sind Sie also pleite UND beim Amt verschuldet. Und bald gibts
auch Geld.
Naja, der Vermieter ist schon bissl kiebig, weil zum ersten Mal die
Miete nicht pünktlich kam und nun auch nie wieder pünktlich kommt.
Aber, das macht ja nichts weiter.
Die Rente ist auc hfutsch, aber es gibt schlimmeres.

> Und Kultur, Reisen, Deutschlands Provinzen kennenlernen?
Kannst Du dann gepflegt abhaken. Das Warum folgt sogleich.

> Sprich mit dem Vermittler, sage daß du nach Chancen von ( Beispiel )
> Würzburg aus mal den Arbeitsmarkt in Hannover erkunnde möchtest und
> mache eine angemeldete 10-Tages-Radreise.

Nach dem Gespräch nimmt Sie der/die Teamleiter/Teamleiterin beiseite
und eröffnet Ihnen unter 4 Augen, dass Sie sich solche Extrawünsche
schenken sollten. Man erkenne deutlich, dass Sie nicht genug Willen
zur Arbeit haben, wenn Sie hier Urlaub beantragen. Man könne Ihnen
das ja nicht abschlagen, aber zuerst mal wird das verlegt, also jetzt
können Sie doch nicht fahren. Und letztens haben Sie ja auch so einen
Aufstand gemacht, nur weil es kein Geld geben sollte. Mit dieser
Einstellung wird man Sie hier (edit) NICHT durchkommen lassen. Und
dann wird Ihnen
erklärt, dass man Sie schon kleinkriegen wird, wenn sie nicht spuren,
da würde die Teamleiterin persönlich ein Auge drauf haben. Meine
Empfehlung: über sowas immer beim Amt beschweren, und die noch
heftigeren Folgeschikanen mit Würde durchstehen. Ich gehe aber mal
davon aus, dass Sie es dabei belassen würden.
Unter dieser Maßgabe werden Sie in Zukunft monatlich nur mit kleinen
Kürzungen und selten mit Sperrungen belegt. Diese können Sie mit
einem Widerspruch nach jeweils ca. 2 Wochen wieder aufheben, aber es
hält Sie ständig auf Trab. Und immer wenn Sie das mal vor einem
Gericht endgültig klären wollen, um ein normales Leben und Zeit und
Nerv zur Arbeitssuche zu haben, entfällt der Klagegrund.
Sie hätten sich wohlverhalten sollen und nicht Dinge beantragen, die
ihnen zwar rechtlich zustehen, die man ihnen aber (edit) NICHT
zugesteht. Jetzt,
wo Sie dies einsehen, lassen Sie sich langsam brechen, damit das
Leben weitergehen kann. Und wenn das Jobcenter damit fertig ist, sind
Sie als Arbeitnehmer nicht mehr zu gebrauchen - außer zum
Kistenstapeln.

> In den großen Wäldern der Mittelgebirge gibt es viele
> Wandereschutzhütten zum locker Übernachten. Ein Kleinzelt kostet
> 25€.....
Nachdem Ihnen einige Verpflichtungen geplatzt sind und Sie ständig
unter das Überlebensminimun gekürzt werden, werden Sie die 25€ nie
übrig haben. Ja, hätten Sie sich wohlverhalten und nur
Alibi-Bewerbungen geschrieben und sonst nichts gemacht, dann
vielleicht. Sie können sich die 25€ aber von Freunden leihen.

> Oder Freunde besuchen.
Nur leider haben Sie keine Freunde mehr. Niemand erträgt nämlich Ihre
unglaubwürdigen Geschichten darüber, wie das Jobcenter Ihnen das
Leben zur Hölle macht. Weil für alle Nichtbetroffenen nämlich nicht
wahr sein kann, was nicht wahr sein darf.

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