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  • Avatar von tzefix
    • tzefix

    mehr als 1000 Beiträge seit 12.05.2010

    Ein Wagenheber, vergoldet, mit Fuchsschwanz hat einen ganz anderen Wert

    Antwort auf Ein Wagenheber hat einen Gebrauchswert - Punkt von Werner213.

    Es ist die Frage nach persönlichen Vorlieben oder auch einfach Prestige, was den Wert des Wagenhebers ausmacht.

    Man will ja nicht nur Wagen heben, man will vor Kollegen oder Kunden damit ja auch gut aussehen.

    Deutlicher wird die Beziehung zwischen Produkt und Nutzer und den veranschlagten Wert, wenn man statt Wagenheber einfach mal einen Wagen nimmt.

    Ein Ferrari ist im Grunde ein wertloses Fahrzeug, weil unbrauchbar. Bodenunebenheiten sind problematisch, Feldwege gehen garnicht, kaum Ladekapazitäten oder Raum für Personen, schwierig zu fahren - in Eis und Schnee garnicht, dafür grauenvoll in der Wirtschaftlichkeit. Der Wert, in Geld ausgedrückt, bezeichnet in diesem Fall ausschließlich das Prestige des Nutzers.

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  • Avatar von Lyssenko
    • Lyssenko

    mehr als 1000 Beiträge seit 22.12.2018

    Wer nur ein wenig Phantasie hat, kann mit dem Wagenheber noch einiges anstellen.

    Antwort auf Re: Ein Wagenheber hat einen Gebrauchswert - Punkt von A. Klingenstein.

    Beispielsweise verschlossene (Keller) Türen aufdrücken, oder bei einer alten Hütte verrottete Balken ersetzen, oder... aber eben, für die zehnte Dating-APP oder den Latte-Macciato braucht es weder Wagenheber noch Hammer oder Sichel. Werktätig war mal, heute verschmiert man "kreativ" die Acryl-Effektpaste aus dem Aldi...

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  • Avatar von szul
    • szul

    mehr als 1000 Beiträge seit 25.06.2003

    Was jetzt? Konkret oder prinzipiell?

    Antwort auf Ein Wagenheber hat einen Gebrauchswert - Punkt von Werner213.

    Werner213 schrieb am 07.02.2021 20:23:

    Ein Wagenheber hat einen Gebrauchswert - Punkt
    nämlich den ein Auto damit anheben zu können = konkreter Nutzen.
    Und das hängt nicht von deinem Bedürfnis oder sonstwas ab. Dafür ist das Ding
    ganz prinzipiell immer gut.

    Was jetzt? Konkret oder prinzipiell?
    Entweder müsste es so lauten:

    ... nämlich den ein Auto damit anheben zu können = abstrakter/theoretischer Nutzen.
    Und das hängt nicht von deinem Bedürfnis oder sonstwas ab. Dafür ist das Ding
    ganz prinzipiell immer gut.

    Oder so:
    ... nämlich den mein gerade kaputtes Auto vor dem Haus damit anheben zu können = konkreter Nutzen.
    Und das hängt nicht von deinem konkreten Bedürfnis oder sonstwas ab. Dafür ist das Ding in diesem konkreten Fall gut.

    Der Artikel schafft es viele Fehler in einen Satz einzubauen:

    Der Gebrauchswert ist - ganz wie Wert oder Gewicht - keine Eigenschaft eines Produkts selbst, sondern liegt in der Beziehung von Produkt und Nutzer.

    Soll heissen, wenn du keinen Bock auf Reifenwechsel hast, verliert der Wagenheber
    seinen Gebrauchswert? Sein Gewicht auch noch und den Wert (die zu seiner
    Produktion verausgabte Arbeit) gleich auch noch.

    In einer Welt ohne Autos hat ein Wagenheber keinen Gebrauchswert, ja.
    Das Gewicht bezieht sich auf die Masse/Gewichts-Analogie mit der Physik,
    nicht auf den Gebrauchswert.
    Und nein, der (Arbeits-)Wert verliert er nicht,
    deswegen wäre die Produktion von Wagenhebern in einer Welt ohne Autos
    im Endeffekt ein Verlustgeschäft.

    Wenn der konkrete Gebrauchswert dir am Arsch vorbeigeht und du ihn nicht
    nutzen willst, blebt er dennoch in dem Ding eingebaut bzw. vergegenständlicht
    und klebt nicht wie ein falsches Etikett obendrauf, dass man nur neu beschriften muss
    und du kannst damit Kaffeekochen.

    Nein. Der Gebrauchswert ist eben nicht eingebaut! Wenn es keine Autos mehr gäbe,
    dann braucht niemand mehr einen Wagenheber.
    Was "eingebaut" ist, ist der (Arbeitszeit-)Wert, denn den muss man dafür investieren,
    egal ob das Produkt dann jemand braucht oder nicht.

    Warum werden wohl keine Floppy Disks oder VHS-Kassetten mehr produziert?
    Weil sie keinen Gebrauchswert mehr haben!
    Da sind wir dann wieder beim Verlustgeschäft...

    Einen abstrakten gesellschaftlicher (Durchschnitts-)Gebrauchswert eines allgemeinen Produkts für einen durchschnittlichen Nutzer kann es gar nicht geben, weil wenn
    du vom konkreten Gebrauchswert abstrahierst, vom Wagenheber nichts übrig bleibt.

    ???
    Warum sollte das nicht gehen oder da nichts übrigbleiben?

    Der konkrete Gebrauchswert für jemanden der kein Auto besitzt ist null,
    der für denjenigen der grad mit einer Reifenpanne liegengeblieben ist maximal.

    Wie oft im Jahr brauchen wieviele Personen (im Durchschnitt) einen Wagenheber,
    und wieviel Zeit sparen sie durch ihn?
    Da hast du den abstrakten gesellschaftlicher (Durchschnitts-)Gebrauchswert.

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  • Avatar von pk
    • pk

    mehr als 1000 Beiträge seit 10.10.2000

    Antwort auf Wegdenkfehler von Werner213.

    Du vergisst bei den schönen philosophischen Überlegungen lediglich, dass es hierbei um Warenproduktion geht. Wenn niemand mehr einen Wagenheber braucht, dann stellt niemand mehr Wagenheber als Ware her, weil die Dinger dann niemand mehr kauft. Als Wagenheberfabrikant stell ich dann eben lieber meine Maschinen auf Raumgleiter-Kolbenrückholfedern um. Der Gebrauchswert ist in dieser Beziehung schon eine ziemlich handfeste Sache. Nur was irgendwer gebrauchen kann, kann auch in industriellem Massstab produziert und verkauft werden.

    Natürlich gibt es da Grenzfälle, manchmal muss man den Markt erst schaffen. Stell dir mal vor, du willst Leute dazu bringen, Kaffee nicht mehr lose zu kaufen, sondern hast die spinnerte, ökologisch komplett unsinnige Idee, das Zeugs portionsweise in kleine Alutöpfchen zu füllen, die dann doppelt bis zehnmal so teuer sind und auch eher nur einen mässigen Geschmack, aber um so imposantere Müllberge produzieren. Da musst du die Leute schon irgendwie dazu überreden, dass sie tatsächlich glauben, diesen Schwachsinn zu brauchen. Wenn sie nicht glauben, dass sie das brauchen, werden sie das Zeugs nicht kaufen.

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