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  • Mathematiker

mehr als 1000 Beiträge seit 22.02.2014

Der Kapellmeister in Elysium

Bei einer Bühnen- und Orchesterprobe zum Ballett "Onegin" gab es Diskussionen zwischen dem sorgfältig arbeitenden Dirigenten und dem nicht mehr jungen Probenleiter Reid Anderson, der früher Ballettintendant war. Agrest favorisierte ein anderes Tempo in einem Passus der Partitur als der seit Jahrzehnten beim Stuttgarter Ballett arbeitende Anderson.

Um das Kind einmal beim Namen zu nennen: Der Kapellmeister in der Grube ist hier nur ein ausführendes Organ. Der Einsatz der Musik muss zum Gespringe der Hupfdohlen passen, sonst wirkt alles Scheiße. Nüchtern betrachtet geben Choreograf und die Tänzer das Tempo und nicht der Kapellmeister in der Grube, denn letzerer kann mit seinem Musikern viel einfacher sein Tempo anpassen, als das Volk oben auf der Bühne.

Solche Gespräche sollten normal sein, sie gehören zum künstlerischen Prozess – sonst würde sich die Kunst der Interpretation ja auch nie entwickeln. Aber Anderson, 72, hatte keine Geduld. Er ließ Mikhail Agrest während der Probe kurzerhand rauswerfen – und fand damit auch noch die volle Unterstützung beim zuständigen Stuttgarter Ballettintendanten Tamas Detrich. Dabei wäre es dessen Aufgabe gewesen, die Wogen zu glätten und zu vermitteln.

Um das Kind einmal beim Namen zu nennen: Die Künstler sind unter allen Berufungen der Menschenschlag mit der geringsten Sozialkompetenz.
Wie unsere Autorin den jungen Russen gegen den "72" Jahre alten Anderson stellt, grenzt schon als Alterdiskriminierung. Woanders hätte sie sich dafür einen gefangen.

In der Wirtschaft gilt halt das selbe, wie im normalen Leben: Mal klappt es auf der zwischenmenschlichen Beziehungsebene und manchmal auch nicht. Da tun sich beide Seiten einen Gefallen, wenn man getrennte Wege geht. Und eine kleine Unstimmigkeit in einer Probe wird da auch nicht der Auslöser gewesen sein.
Das hat alles nur bedingt mit den Fähigkeiten der Personen zu tun. Selbstverständlich war das Vertraglich auch so geregelt, sonst hätte Agrest auch dagegen klagen können.

Ein Opernhaus steht traditionell für Würde und Kultur, für Erhabenheit und Respekt vor der Kunst.

So ein Opernhaus ist wie ein 5-Sterne Restaurant. Das Publikum ist in der Regel sehr angenehm und möchte für das viele Geld auch eine schöne Zeit haben.
Das Ambiente ist toll. Aber ob da auch in der Küche immer alle nett zueinander sind, wage ich doch zu bezweifeln.

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  • Avatar von Koinobori
    • Koinobori

    mehr als 1000 Beiträge seit 05.05.2020

    Antwort auf Der Kapellmeister in Elysium von Mathematiker.

    Mathematiker schrieb am 29.12.2021 15:38:

    Um das Kind einmal beim Namen zu nennen: Der Kapellmeister in der Grube ist hier nur ein ausführendes Organ. Der Einsatz der Musik muss zum Gespringe der Hupfdohlen passen, sonst wirkt alles Scheiße. Nüchtern betrachtet geben Choreograf und die Tänzer das Tempo und nicht der Kapellmeister in der Grube

    Nüchtern betrachtet zeigt sich schon an diesem Teil deines Beitrags deine Einstellung und dein fehlender Zugang zu klassischer Musik und Ballett.

    Um das Kind einmal beim Namen zu nennen: Die Künstler sind unter allen Berufungen der Menschenschlag mit der geringsten Sozialkompetenz.
    Wie unsere Autorin den jungen Russen gegen den "72" Jahre alten Anderson stellt, grenzt schon als Alterdiskriminierung. Woanders hätte sie sich dafür einen gefangen.

    Hier zeigt sich, um das Kind einmal beim Namen zu nennen, dass du zwar viel Meinung, aber wenig Ahnung hast.

    Welches Orchester könnte zusammenarbeiten, wenn das Miteinander nicht auch aus der Wahrnehmung von Menschen mit scharfem Gehör und guten Augen einwandfrei funktionieren würde? Dein Einsatz gegen Alterskriminierung ehrt dich, aber ob das Ballett dafür tatsächlich der geeignete Platz ist, darf doch sehr bezweifelt werden.
    Und ging es in der Kunst vor dieser Kulturrevolution, bei der jeder, der etwas gelten will, Woke-Purzelbäume schlägt, nicht auch einmal um sowas wie Talent und Neuartigkeit/Frische in der Werksinterpretation? Hast du eigentlich erfasst, was der Artikel zum Thema Anderson sagt und welchem Umstand Anderson seinen übergroßen Einfluss verdankt?

    In der Wirtschaft gilt halt das selbe, wie im normalen Leben: Mal klappt es auf der zwischenmenschlichen Beziehungsebene und manchmal auch nicht. Da tun sich beide Seiten einen Gefallen, wenn man getrennte Wege geht. Und eine kleine Unstimmigkeit in einer Probe wird da auch nicht der Auslöser gewesen sein.

    Wie gut du dich in der Wirtschaft auskennt, sieht man daran, dass für dich das "Nichtfunktionieren der zwischenmenschlichen Beziehungsebene" anscheinend problemlos mit einer fristlosen Kündigung zusammen geht.

    Das hat alles nur bedingt mit den Fähigkeiten der Personen zu tun. Selbstverständlich war das Vertraglich auch so geregelt, sonst hätte Agrest auch dagegen klagen können.

    Soifz. Auch mit der Lesekompetenz schaut's schlecht aus. Im Artikel steht nämlich, dass Agrest seinen Anwalt eingeschaltet hat. Es wird sich zeigen, ob in Stuttgart weiterhin der Ball flach gehalten werden und über die Gründe des Rausschmiss Stillschweigen gewahrt bleiben soll oder ob man es dort auf einen Prozess ankommen lassen will.

    Kurzum:
    Vielleicht bist du ja in Mathe besser als z.B. in Fragen von Wirtschaft oder Kunst. Das jedenfalls willst du mit deinem Benutzernamen suggerieren. Ich kann das nicht beurteilen, aber in diesem Fall kann man nur sagen: Schuster, bleib bei deinen Leisten.

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (29.12.2021 16:08).

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    • Koinobori

    mehr als 1000 Beiträge seit 05.05.2020

    Antwort auf Der Kapellmeister in Elysium von Mathematiker.

    Hallo @Mathematiker
    Ich habe mich über deinen Beitrag sehr geärgert und deshalb überreagiert.
    Dafür möchte ich mich entschuldigen.

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  • Avatar von Waldgeist
    • Waldgeist

    mehr als 1000 Beiträge seit 09.03.2000

    Antwort auf Re: Der Kapellmeister in Elysium von Koinobori.

    Wow, das kommt selten vor. Hochachtung!

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