ollid schrieb am 23.02.2021 15:08:
Das Problem ist ...das alles in Ballungszentren drängt.
Da haben Sie recht. Und da der Wohnraum zwangsläufig begrenzt ist gibt es nun mal mehr Nachfrage als Angebot.
Dann können Sie das entweder über den Preis regeln oder durch Mangelverwaltung.
Letztendlich ist es egal ob jemand nicht nach Berlin Mitte ziehen kann weil er die Miete nicht bezahlen kann oder weil er von der staatlichen Wohnungsverwaltung keine Zuweisung bekommen hat.
In eher ländlichen Regionen werden in Deutschland immer noch gut ausgestattete Neubauten von Privat für 8 €/qm angeboten. Ohne Renditeerwartung geht es bei Genossenschaften oder der öffentlichen Hand da schon für 6 €/qm.
Na dann ist doch alles in Butter. Dann kann ja djeder, der billig wohnen möchte dahin ziehen.
In München liegt die Miete für gleich ausgestattete Neubauwohnungen bei 20 €/qm aufwärts.
Wie ich schon sagt, das ist die Folge einer zu großen Nachfrage. Man nimmt, was man bekommt.
Die Frage ist einfach ob es für glückliche, münchener Immobilienbesitzer ein Recht auf leistungsloses Grundeinkommen geben muss.
Er hat kein leistungsloses Grundeinkommen. Er hat die Immobilie bezahlt. Auch wenn Sie das nicht wahr haben wollen, die meisten Immobilienbesitzer haben das Geld für die Immobilie durch eigene Arbeit erworben. Und statt dieses Geld zu verprassen bauen sie für fremde Menschen eine Wohnung. Da ist es doch nur gerecht wenn sie für die entgangene Konsumlust einen Ausgleich in Form einer Rendite bekommen.
Wem würde es etwas nutzen wenn der Geldbesitzer das Geld für eigenen Konsum verprasst? Dann gäbe es statt einer teuren Wohnung gar keine.
Schließlich ist das für Kapitalisten von FDP und Co ansonsten ja des Teufels. Oder sollte der Wertzuwachs dem Staat / der Allgemeinheit zustehen, weil diese mit der Infrastruktur für diesen Wert gesorgt hat?
Für die Infrastruktur hat der Steuerzahler gesorgt und der ist in vielen Fällen identisch mit dem Immobilienbesitzer. Wobei jetzt erst mal zu definieren wäre was mit "Infrastruktur" überhaupt alles gemeint ist.
Die Wohn- und Lebensqualität wird nicht zuletzt durch die Qualität der Wohnungen, das soziale Umfeld, Anzahl und Qualität der Restaurants, Geschäfte usw. bestimmt. Und diese Faktoren sind nicht die Folge staatlich bezahlter Infrastruktur sondern Folge der finanziellen Leistungskraft der Bewohner des Viertels.
Daher kann man diejenigen, die in ein qualitativ hochwertiges Quartier ziehen wollen, dafür aber nur wenig bezahlen wollen, durchaus als Trittbrettfahrer bezeichnen.