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  • Oberguru

mehr als 1000 Beiträge seit 21.06.2004

Aufregung und Unverständnis ist hier fehl am platze ...

Vorweg: daß FWS ein herausragender Politiker ist, der auf dem internationalen Parket sehr viel erreicht hat, läßt sich nicht wegdiskutieren.

Jedoch – und das ist hier wohl der springende Punkt: FWS hatte NordStream-2 zu lange und zu intensiv als "rein wirtschaftliches Projekt" promotet und umzusetzen geholfen – obwohl von Anfang an klar war, daß das eben mindestens auch, wenn nicht vor allem, ein politisches Projekt ist, das sich direkt gegen die Ukraine (als Mitüberwacher des Gastransits) richtet.

In dieser Konstellation saß FWS für einige Ukrainer schlicht auf dem falschen Stuhl.

Aus dieser Konstellation läßt sich sehr wohl die Interpretation ableiten, daß FWS von den Russen vereinnahmt wurde – und die Ukrainer dürfen sehr wohl davon ausgehen, daß FWS nicht einfach ein "Waschlappen-Wendehals" ist und sich nun volle Kanne gegen jene einspannen läßt mit denen er zuvor NS2 aufgegleist und ausgehandelt hatte.

Insofern ist FWS in der derzeitigen Konstellation nicht jene Person, auf die sich die Ukrainer momentan zubewegen wollen – und zwar nicht nur als "Repräsentant" Deutschlands, sondern v.a. auch jene Person, die in der deutschen Regierung die erwarteten Hebel in Gang setzen könnte.

Die deutsche Politik sollte nun wirklich keine Krokodilstränen zeigen, sondern die Situation entsprechend einordnen und die dazu prädestinierte Person ins Rennen schicken.

Der Zeitpunkt, zu dem FWS wieder gefragt werden wird, wird schon wieder kommen.

NB: es ist Krieg – und da kann es schon mal vorkommen, daß die Diplomatie etwas unter's Eis gerät.

Nachtrag: der hier verlinkte ZON-Beitrag zeigt das Problem auf: https://www.heise.de/forum/p-40852006/

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (13.04.2022 22:19).

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  1. - Oberguru -100 Aufregung und Unverständnis ist hier fehl am platze ...
    1. HoschieExcellent   Re: Aufregung und Unverständnis ist hier fehl am platze ...
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