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  • Lashaune

573 Beiträge seit 28.09.2020

Mit der ökonomisch herrschenden Klasse zu Klimaschutz?

Auf 168 Seiten wird darin das Vorurteil vom "zu teuren" Umwelt- und Klimaschutz zerlegt und zugleich versucht, möglichst große Teile der ökonomisch herrschenden Klasse zu der Einsicht zu bringen, dass es bei fortschreitender Zerstörung natürlicher Lebensgrundlagen auch schwer werden könnte, Profite zu machen.

Es ist ja schon tragisch, dass man darauf setzt die ökonomisch herrschende Klasse nur zum Umwelt und Klimaschutz bewegen zu können, wenn man ihnen mit zukünftigen Profiteinbußen droht. Allein das zeigt schon, dass sie als „herrschende Klasse“ keine Daseinsberechtigung haben dürften.

Eine ökonomisch herrschende Klasse, in Form eines Freundeskreises für Mensch-Tier- und Umweltschutz gibt es ganz sicher nicht. Wenn sie sich untereinander Marktanteile wegnehmen können, koste es was es wolle, tun sie das. Wenn das nur mit Umweltschutz möglich ist, dann tun sie das. Geht das nur durch Umweltzerstörung tun sie das auch.

Ein Teil dieser Klasse verliert Profitanteile während andere dementsprechend zulegen. Im Grunde ist das was wir gerade weltweit erleben genau dieser Prozess. Eine Umverteilung nicht nur von unten nach oben, sondern auch von der Mitte bis oben nach noch weiter oben. Die Kuchenstücke, die die sehr großen Kapitalklassen bekommen, sind ihnen nicht mehr reichhaltig genug. So bleibt nur die Anzahl der Kuchenstücke des großen Kapitalkuchens zu reduzieren und die noch verbleibenden Stücke dementsprechend größer und reichhaltiger ausfallen zu lassen. Die Anzahl der Kuchenfresser werden reduziert und das trifft auch Kapitalklassen, die das möglicherweise so nicht erwartet haben. Auch die Marktanteile bzw. "Kapialkrümel" von Millionen Kleinunternehmern weltweit, werden gerade zugunsten der größten Konzerne in die großen Kuchenstücke eingearbeitet.

Das ökonomische Kapital tut das was es schon immer getan hat und solange es sie gibt, auch immer tun wird. Und ich denke mal mehr als in drei Generationen denkt das Kapital so und so nicht. Immer nach dem Motto „es wird schon irgendwie gut gehen und dann fällt uns schon noch was ein“. Denkfabriken für diese Prozesse haben sie ja mehr als genug.

Sie sind gar nicht in der Lage ein Umdenken und Handeln für eine bessere Welt einzuleiten, denn das würde zwangsläufig ihre Profite reduzieren. Das entspricht nicht ihrer Natur. Und die größten Profite wurden doch gerade deshalb erzielt, weil man Umwelt und Klimaschutz und bessere Lebensbedingungen für viele Menschen, nicht beachtet hat.

Für mich ist das Verhalten der deutschen Industrie unter der Naziherrschaft das beste Beispiel dafür wie sich Kapital verhält. Deutschland steckte tief in der Wirtschaftskrise. Und dann kam die NSDAP und schon gab es ein Wettrennen für den Umbau der Industriemaschinen um Kriegsgerät und Soldatenausstattung für die Front herzustellen und alles womit sonst noch in der Kriegsvorbereitung Profite erzielt werden konnten. Von den Zwangsarbeitern und dem Thema Holocaust gar nicht zu reden. Jeder halbwegs normal denkende Mensch konnte erahnen, dass das kein gutes Ende nimmt. Aber die Gier nach Profit und Macht war so groß wie eben immer schon. Und natürlich der tief sitzende Antikommunismus, den sie selbstredend nur so hasserfüllt bekämpfen, weil er die armen Menschen „knechtet und entrechtet“. In Wahrheit geht es ihnen einzig und allein um die Angst, dass sich die Machtverhältnisse in einer Gesellschaft zu ihren Ungunsten verändern könnten. Menschen unterdrücken, entrechten und ausbeuten, machen sie nämlich dann doch lieber selber.

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