Stephmeister schrieb am 22.04.2022 19:55:
Nur weil ich z.B. das doppelte Geld für ein Hähnchen beim Metzger auf die Theke lege als beim Discounter, heißt es weder, dass das Hähnchen ein erfüllteres Leben hatte, noch das der Aufzuchtbetrieb besser entlohnt wurde.
Und als Konsument kann ich das weder zweifelsfrei verifizieren und erst recht nicht für den ganzen Inhalt des Einkaufswagens vollziehen.
Das wäre aber doch gerade der Sinn eines vernünftigen Lieferkettengesetzes.
Regierungen haben keinerlei Interesse, Handel zu beschränken, es sei denn der Partner passt nicht in das aktuelle Feindbild. Wir treiben ja auch immer noch im großen Stil Handel mit Russland.
Aber informierte Kunden können entsprechenden Druck ausüben, indem sie boykottieren. Ich will den Leuten die bequemen Ausreden wegnehmen. Wenn es sehr einfach ist herauszubekommen dass das neue T-Shirt mit Sklavenarbeit hergestellt wurde, dann kann man sich nicht mehr mit „hab ich ja nicht gewusst“ herausreden.
Änderung kommt nur, wenn man den Leuten die bequemen Ausreden wegnimmt. Das ist aber auch eine Form der Ermächtigung: „Deine Entscheidung zählt, du kannst etwas ändern, wenn du willst.“