Klongeiger schrieb am 22.04.2022 10:16:
Zumindest zum Thema Preiserhöhung: gut so! Offensichtlich kriegt man die Konsumenten nicht mit moralischen Argumenten („Dieses Produkt wird mit Kinderarbeit hergestellt“), sondern nur über den Preis.
Andersherum formuliert: wenn ein T-Shirt nur durch Kinderarbeit für 1,50 angeboten werden kann, dann ist es zu billig.
Und wenn es für 2,50 angeboten wird, bekommt der Importeur einen Euro mehr Gewinn und der kleine Ranjit keine Rupie mehr.
Und wenn der Importeur dann wegen Kinderarbeit keine T-Shirts mehr aus Lampukistan bezieht, muss der kleine Ranjit eben wieder im Steinbruch arbeiten.
Wenn die Bürger:innen sich dann keine Kleidung mehr leisten können, dann ist der Mindestlohn zu niedrig. Das sind alles bekannte Probleme, wir drücken uns nur vor den Lösungen, weil die politisch unangenehm sind.
Kopf-in-den-Sand-Politik geht aber nicht mehr, die soziale Schieflage sowohl national als auch weltweit hat mittlerweile zu viel Sprengkraft aufgebaut. Gut, dass sich was tut!
Ich befürchte, dass es im Zusammenhang mit dem Lieferkettengesetz bei einem Gut gemeint bleiben wird.
In der Fabrik in Bangladesh hätte es keinen Cent mehr gekostet, den Notausgang nicht abzuschließen. Solch Schlendrian und Korruption bekommt man nur weg, wenn die zuständigen Behörden nicht gegen eine kleine Gebühr in die andere Richtung schauen. Wer so kaltblütig über Leichen geht, der unterschreibt auch jede Vertragsklausel und fälscht alle nötigen Dokumente. Und wenn eine Inspektion kommt, hat man eben noch eine Vorzeigefabrik irgendwo.