Wenn ich mir die derzeitigen Berichte in wertewestlichen Medien so durchlese, dann wäre ich geneigt, der Annahme zu folgen, dass die Ukraine bis Weihnachten den Feind besiegt hat, Putin gestürzt wird und der Westen als gloreicher Sieger gegen alle Schurken der Welt hervorgeht und als ein Monument seiner Werte weltweit wieder die Führungsrolle übernehmen wird.
Aber dann erinnere ich mich an die Berichte in wertewestlichen Medien damals zu Afghanistan, wo anfangs gar kein Krieg war, die Bundeswehr nur Brunnen bohrte und Mädchenschulen baute. Überhaupt, wie überzeugend war doch zu lesen, dass die westlichen Werte die Herzen und Köpfe der afghanischen Bevölkerung im Sturm erobern würden und es nur noch eine Frage der Zeit (und des westlichen Engagements) sei, bis die paar radikalen Steinzeitislamisten in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.
Das war hierzulande immerhin 20 Jahre lang möglich. Von daher Frage ich mich, warum ich den aktuellen Kriegsberichten dieser wertewestlichen Medien aus der Ukraine jetzt eigentlich mehr glauben sollte?
Zumindest wenn ich mir die dargestellten Karten zum Artikel ansehe, so hat sich doch zwischen dem 26. August und dem 19. September soviel dann noch nicht geändert, den größten Teil des eroberten Gebietes hält Russland offenbar weiterhin und dieses bisschen Rückeroberung, was für die Ukraine mit ihrer Finte im Süden doch auch recht verlustreich war, dürfte wohl lediglich dazu führen, dass Russland nun zu einer Kriegsführung im Stil der USA übergehen könnte, was für die Ukraine dann wirklich brutal und zerstörend sein würde.