Fängt Telepolis nun auch mit der Hurra-Berichterstattung an, wie es seit Monaten die Mainstream-Medien tun? Nach der Anzahl der Siege in unseren Medien müsste die ukrainische Armee eigentlich bereits vor Moskau stehen und die Stadt vor Weihnachten eingenommen sein.
Die Stadt ist von großer strategischer Bedeutung.
Aber scheinbar nur für die Ukrainer, denn ansonsten wäre die Gegenwehr stärker gewesen und wir hätten wochenlang den Namen Lyman auch in den Medien gehört, wie z.B. Charkiw oder Mariupol.
Fakt ist, für den Angreifer ist jeder Hügel von strategischer Bedeutung und sei es nur weil man dort Latrinen ausheben will. Für die USA war z.B. 1969 in Vietnam der Hügel 937 so wichtig, dass er von den teilnehmenden Soldaten nur Hamburger Hill genannt wurde. Wochen später wusste die Generalität noch nicht mal mehr, wo der Hügel lag.
Lyman ist strategisch wichtig, da es eine mögliche Ausgangsbasis für die beabsichtigte Rückeroberung der Region Lugansk durch ukrainische Truppen darstellt. Weiterhin hat die Stadt, die vor dem Krieg etwa 20.000 Einwohner zählte, auch eine propagandistische Bedeutung.
Wohl eher letzteres. Denn wie sonst sollte man den Angehörigen erklären, dass ihr Sohn Angehöriger gefallen ist, wenn doch nur im Kriegsbericht steht "All Quiet on the Western Front".
Nicht ohne Grund hat der Kreml über die Teilmobilmachung Unruhe in der russischen Bevölkerung riskiert – sie spült auch eine riesige Anzahl neuer Soldaten in den aktiven Dienst. So ist es, anders als in der Springerpresse dargestellt, noch nicht ausgemacht, dass Putin in diesem Winter eine "Klatsche" erhält.
An diese Klatsche glaubt nicht mal mehr die Bundesregierung, will sie doch laut heutiger Aussage von Christine Lambrecht im nächsten Jahr weiter schwere Waffen in die Ukraine liefern.
Anstelle über einen unbedeutenden Hügel 43 zu berichten, hätte sich Telepolis lieber einen Artikel dem Papst widmen sollen. In seiner Ansprache richtete er sich direkt an den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und an den russischen Präsidenten Wladimir Putin.
Letzteren forderte er auf, die "Spirale von Gewalt und Tod" zu stoppen, auch zum Wohl des eigenen Volkes. An Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj appellierte der Papst "in großer Betroffenheit über das unermessliche Leid des ukrainischen Volkes infolge der Aggression, die es erlitten hat": Er möge offen sein "für ernsthafte Friedensvorschläge".
Er forderte vor allen Dingen auch
Der Papst rief zu einem "sofortigen Waffenstillstand" auf.
und an den Westen gerichtet:
Es sollten "alle diplomatischen Mittel" genutzt werden, "auch die, die bisher vielleicht nicht genutzt wurden, um dieser schrecklichen Tragödie ein Ende zu setzen". Der Krieg an sich sei "ein Irrtum und ein Horror", betonte er.
https://www.domradio.de/artikel/aussergewoehnlicher-papst-appell-fuer-ende-des-ukrainekriegs
Also an Stelle irgendwelche unbedeutende Hügel zu feiern, sollte man vielleicht lieber eine diplomatische Lösung fordern.