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Die Männer von Isjum
Es gibt Hunderte von Fotos von Exhumierungen aus Isjum. Diese Bilder zeigen, was russische Eroberung bedeutet: Es gibt kein anderes Ziel als Vernichtung.
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Erst vor wenigen Tagen wurde die Exhumierung in Isjum beendet: 447 Menschen, fast die Hälfte Frauen, viele gefoltert, mit gebundenen Händen. Einiges aus diesem Folterkatalog möchte ich hier nicht einmal benennen. Nur 22 der Opfer waren Soldaten, alle anderen Zivilisten. Auch fünf Kinder fanden sich in diesem Grab. Einige Familien wurden identifiziert, einige Körperteile konnte man nicht einmal „zusammensetzen“.
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Es gibt Hunderte von Fotos von Exhumierungen. Instagram ist voll von Bildern, die kaum eine Zeitung zu publizieren wagt. Diese Bilder zeigen, was russische Eroberung bedeutet: Es gibt kein anderes Ziel als Vernichtung. In Isjum sind 80 Prozent der Infrastruktur ruiniert, es gibt kein Wasser und keinen Strom. Die Menschen auf dem Foto ermöglichen eine letzte Ehre – die Beerdigung. Ohne ihre Arbeit wären eine Identifizierung und weitere medizinische und forensische Untersuchungen nicht möglich.
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Das Posting wurde vom Benutzer editiert (02.10.2022 22:20).