Zur Hauptsache besteht der Artikel aus müssigen Spekulationen über die Person Putin und sein Umfeld. Die thematisierten Behauptungen sind als Teil der Bemühungen zu sehen, der Öffentlichkeit zu suggerieren, Russland werde den Krieg verlieren. Ich glaube nicht, dass dies die russische Führung auch nur im Mindesten bekümmert. Für sie zählt das Endresultat, die Durchsetzung politischer Ziele mit militärischen Mitteln. Und den Erfolg oder Misserfolg wird man erst lange nach Beendigung der aktuellen Auseinandersetzung beurteilen können.
Die Regierung in Moskau tat sie sehr schnell als Inszenierung ab und dementierte die Vorwürfe, obwohl vor allem zahlreiche Augenzeugenberichte die unbequeme Wahrheit zu bestätigen scheinen.
Augenzeugenberichte bestätigen nichts. Man muss sich einmal versuchsweise in die Situation von Menschen versetzen, die erleben, wie sie militärisch erobert werden. Selbstverständlich ist jede Begegnung mit einem Besatzer ein Spiessrutenlauf. Man muss zuerst herausfinden, wie man sich verhalten muss, um nicht in Gefahr zu geraten.
Dann aber wurde es für die Bevölkerung der Gebiete, die die Russen wieder geräumt haben, wirklich schwierig. Nun rückten wieder die ukrainischen Kräfte ein. Sogar auf Begleittexten von Youtube-Clips der ukrainischen Seite wird gleich einleitend - ich habe das in maschinenübersetzer Form in einem früheren Kommentar bereits dokumentiert - von nötigen Säuberungen gesprochen. Nun muss sich die Bevölkerung also schleunigst erneut umorientieren, um nicht als Verräter, Kollaborateur behandelt zu werden. Eine solche Situation ist grauenvoll und selbstverständlich sagt man zum Eigenschutz das, von dem man annimmt, dass es erwünscht ist. Auf den Wahrheitswert solcher Aussagen kann man also nichts geben.