Leider durfte das letzte Buch von Zbig Brzezinski, des grossen geostrategischen Vordenkers der US-Demokraten, auf deutsch nicht erscheinen. In "Strategic Vision - America and the crisis of global power" stellt Brzezinski dar, wie nach dem 20. auch das 21. Jahrhundert ein US-amerikanisches werden kann.
Reformen und Investitionen im Inneren (Bildungssystem, Infrastruktur usw.) sind ebenso notwendig wie die Einkreisung und Eindämmung des zum grossen Rivalen aufgestiegenen China. Dazu aber ist laut Brzezinski ein "Larger-West"-Bündnis notwendig, in das neben der Türkei auch Russland eingebunden werden muss, denn Russland stellt so etwas wie die Rohstoff- und Nahrungsmittel-Versicherung Chinas dar.
Und wenn die aktuell Regierenden in Russland nicht bereit sind, sich unterwürfig den USA anzuschliessen, dann müssen sie durch eine Eliten-Revolte der Geldmächtigen abgelöst werden. Damit diese in nächster Zeit "die Nase voll haben" von Putin & Co
müssen sie mit Kontopfändungen, Reiseverboten u. ä. unter Druck gesetzt werden.
Damit ist nicht gesagt,, dass Russland in der Ukraine in eine von den USA aufgestellte Falle getappt ist. Die masiven Sanktionen incl. Swift-Ausschluss, die nochmals forcierte Aufrüstung der ukrainischen Militärs und wohl auch die Einflussnahme auf die Kiewer Regierung im Sinne von "keinen frühen Frieden" sprechen dafür, dass man in den USA jetzt die Chance zur Elitenrevolte in Russland sieht. Aber das alles ist nicht ohne Risiken für die USA selbst. Der Swift-Ausschluss könnte auch andere grosse Länder dazu bringen, sich nach alternativen Möglichkeiten des bi-lateralen Zahlungsverkehrs jenseits des Dollar-Imperiums umzuschauen. Ein lesenswerter Aufsatz dazu von Micharl Hudson findet sich in der aktuellen Jungen Welt.