Dieser Krieg wird m.E. erst dann beendet werden können, wenn wir ehrlich aufarbeiten, wie wir dahingekommen sind. Das war kein plötzlicher Krieg, der kam mit Ansage und niemand soll behaupten, er hätte nichts davon gewusst. Dieser Aufruf von namhaften Persönlichkeiten wurde 2014 veröffentlicht. Er liest sich wie eine Blaupause des aktuellen Geschehens.
https://www.zeit.de/politik/2014-12/aufruf-russland-dialog?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F
Vorhin habe ich eine kurze Sequenz einer Lanz-Sendung gesehen, in der über die fürchterlichen Zustände in der Ukraine berichtet wird. Es ist grauenvoll, wenn ein Krankenhaus bombardiert wird, aber ich kann mich nicht an ähnliche Sendungen während der Kriege in Irak, Afghanistan, Libyen, Ägypten etc. erinnern. Die Zustände dort sind heute schlimmer als sie unter den Diktatoren jemals war. Aber diese Opfer haben uns nicht mal vom Sofa aufgerüttelt. Das war da irgendwo, nicht vor unserer Haustür.
Wir werten mit unterschiedlichen Maßstäben. Sorgen bereitet mir, wie sehr unsere Regierungen mit unkontrollierbaren Maßnahmen die Gräben vertiefen, Wirtschaft und Existenzgrundlagen in Ost und West zerstören und unsere "Abhängigkeit" von Ost nach West verlagern, nur weil wir den Onkel Joe Biden netter finden als Trump - obwohl sich deren Politik kaum unterscheidet. In 2 Jahren haben wir einen neuen Trump - und dann?
Ich verurteile diesen Krieg auf das schärfste, aber nach wie vor bin ich davon überzeugt, dass die USA in einem umgekehrt gelagerten Fall keine acht Jahre mit einem militärischen Einmarsch gewartet hätte. Siehe Kuba-Krise.
Über das Ziel dieses Krieges bzw. der Maßnahmen muss man noch separat diskutieren. In meinen Augen war das von Anfang an ein weiterer geplanter Regime-Change, der jetzt aus dem Ruder läuft.