Pearphidae schrieb am 15.02.2024 14:05:
Arnulf Mainzer schrieb am 14.02.2024 21:45:
Und ich gebe zu, ich bin voll und ganz für ein Leben in Unfreiheit, nämlich in Unfreiheit von von Wohlstand, Heil und Sorglosigkeit. Das, was ein Krieg zu bieten hat, ist Freiheit von Wohlstand, Heil und Sorglosigkeit bzw. die Unfreiheit von Armut, Unheil und einem sorgenvollen Dasein. Was bevorzugen Sie?
'Heil'?
Mancher Sprachgebrauch nährt den Verdacht auf eine gestrige Nazi-Gesinnung.
Sehen Sie, so kann man sich irren, wenn man der Sprache nicht mächtig ist.
Alle Vögel sind schon da, ... wünschen dir ein frohes Jahr, lauter Heil und Segen. Die Vögel haben aber mit absoluter Sicherheit keine Nazigesinnung.
Einen Jäger grüßt man mit Weidmanns Heil, einen Fischer mit Petri Heil - beides ebenfalls kein Ausdruck von Nazigesinnung.
Ein Arzt ist im Heilwesen tätig, ein Krankenhaus ist eine Heilanstalt, sicher auch nichts, was zwangsläufig mit Nazigesinnung zu tun hat.
Um das Wort Heil zu verstehen, nehmen wir einfach einmal das Gegenteil von Heil, das Unheil. Spätestens da fällt es einem doch wie Schuppen aus den Haaren, es geht um Glück bzw. beim Unheil um Unglück. Und warum soll ich mir von geistigen Tieffliegern, die einem illegalen österreichischen Migranten Glück gewünscht haben, die Muttersprache verhunzen lassen? Wie gesagt, ohne Heil keine Heilanstalt, kein Heilwesen, man kann nichts und niemanden heilen oder heile machen, man kann dem Jäger und dem Fischer nicht mehrt standesgemäß Glück wünschen, ... Haut nicht hin, ist keine Idee.
Ihr Ansatz muss auch schon deshalb fehlschlagen, weil ich eben nicht wie alle anderen bin. Ich bin nach 4 Jahren als Zeitsoldat auf Anhieb als Kriegsdienstverweigerer anerkannt worden, weil ich eben nicht wie alle argumentiert habe. Ich habe auf meine Lebensgeschichte verwiesen, habe ein russisches Lied von Wladimir Semjonowitsch Wyssozki herangezogen sowie ein Buch von Hermine Möbius in der Auflage von 1916, das zum Entfachen der Kriegsbegeisterung der Jugend erschienen ist. Warum wohl? Vergessen Sie es mithin ganz schnell, mich in irgendeine Ecke zu stellen oder verächtlich zu machen. Das geht mit absoluter Sicherheit in die Hose!
Sie stellen sich selbst in jene Ecke, die Sie mit der Rechtfertigung für den Gebrauch eines Wortes beschreiben, das nur noch in alten Ritualen und Liedern verwendet wird.