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Avatar von kemmerich
  • kemmerich

mehr als 1000 Beiträge seit 11.02.2020

Da bin ich anderer Meinung

Und damit ist die erste Legende geboren: Biden habe sich selbst von der Kandidatur zurückgezogen. Tatsächlich scheint er zu diesem Schritt gezwungen worden zu sein.

An wen könnte man eine solche "Legende" denn verkaufen? Jeder, der Augen und Ohren hat und die letzten Wochen nicht im Tiefschlaf verbracht hat, hat doch mitbekommen, wie der Druck auf Biden stetig wuchs und Biden sich dagegen mit Händen und Füßen wehrte. Spätestens in der vergangenen Woche lag der Rücktritt in der Luft, für einige Journalisten war er für das Wochenende bereits gesetzt - und so ist es auch gekommen.

Der Weg ins Weiße Haus ist für Harris also noch lang und steinig. Sie muss nicht nur die eigene Partei hinter sich vereinen, sondern auch unentschlossene und konservativere Wähler der Mitte überzeugen. Keine leichte Aufgabe angesichts der tiefen Spaltung des Landes.

Donald J. Trump hatte nach dem Attentat die einmalige Chance, sein Wählerpotenzial signifikant zu erhöhen. Diese Chance hat Trump bereits auf dem Rep-Parteitag verspielt, und mittlerweile quasselt er sich auf Wahlkampfveranstaltungen wie eh und je um Kopf und Kragen, zur großen Belustigung seiner Anhänger - die Trump aber sowieso schon in der Tasche hat und die auch nicht die Mehrheit der Wähler sind.

Die Demokraten haben jetzt auch eine einmalige Chance: Sie können viele Unentschlossene einsammeln. Man muss dabei ja nur an die "Double-Hater" denken, die weder einen erratisch agierenden Pöbler noch einen Greis wählen wollen. Die bekommen jetzt eine Alternative. Darin liegt eine große Chance. Mal sehen, was die Demokraten daraus machen.

Solche einzelnen Umfrageergebnisse lassen sich beliebig fortsetzen. Fakt ist aber: In kaum einer wichtigen Umfrage würde Harris derzeit vor Trump liegen. Mit dem wahrscheinlichen Wechsel zur bisherigen Vizepräsidentin drohen die Demokraten vom Regen in die Traufe zu kommen.

Das ist keineswegs sicher. Aus den derzeitigen Umfragewerten Prognosen für die Zukunft abzuleiten, ist jedenfalls nicht so sinnvoll, denke ich. Denn dafür ist gerade zu viel in Bewegung.

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  • Avatar von Sandor Marrai
    • Sandor Marrai

    65 Beiträge seit 01.04.2024

    Antwort auf Da bin ich anderer Meinung von kemmerich.

    Prima, sehe ich auch so. Wäre ich Amerikaner hätte ich auch massive Unlust verspürt Biden wählen zu müssen nur um den Verrückten Orangenen zu vermeiden.
    So gibt es für sehr viele eine Alternative wo vorher womöglich in den meisten Fällen einfach nicht gewählt wurde. Denn eins ist klar: jeder der nicht wählt verhilft Trump ins Amt

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  • Avatar von Lieblingsuser
    • Lieblingsuser

    mehr als 1000 Beiträge seit 20.03.2024

    Gut zusammengefasst

    Antwort auf Da bin ich anderer Meinung von kemmerich.

    Dazu kommt noch, dass sich Trump seine Wahlkampf auf Biden ausgerichtet, um ihn persöhnlich in seiner Art niederzumachen. Der Spiegel schrieb heute von einer Panik der Republikaner:

    Der Wahlkampf Trumps war ganz darauf zugeschnitten, Biden als Tattergreis zu porträtieren, der nicht mehr Herr seiner Sinne ist und von dunklen Mächten gesteuert wird. Wie notwendig der Abschied Bidens war, offenbarten die Krokodilstränen, die die Republikaner in den vergangenen Tagen für den Präsidenten vergossen hatten. Ausgerechnet jene Partei, die nicht einmal in der Lage war, die Wahlniederlage Trumps zu akzeptieren, entdeckte ihr Herz für die Demokratie.

    Sie beklagte, die Kampagne gegen Biden sei ein Komplott einflussreicher Strippenzieher wie Barack Obama und Nancy Pelosi, um das Votum der einfachen Parteimitglieder zu annullieren. Das Schmierentheater der Republikaner war der Ausdruck nackter Panik. Es zeigte: Der Partei ist bewusst, wie schwach ihr 78-jähriger Kandidat Trump aussehen kann, wenn ein junger, dynamischer Demokrat gegen ihn antritt.

    Und weiter:

    Blickt man auf die Umfragen, ist Trump ähnlich unbeliebt wie Biden. Und sein rumpeliger Auftritt auf dem Konvent in Milwaukee in der vergangenen Woche zeigte, dass auch bei ihm der Altersstarrsinn einsetzt. Statt dem Land zu erklären, warum er noch einmal gewählt werden will, reihte er Anekdoten aneinander, die er zuvor auf den Wahlkampfbühnen des Landes schon Dutzendfach erzählt hatte. Es war ein erbärmliches Schauspiel, das selbst die eingefleischtesten Trump-Fans langweilte. Trump ist also schlagbar, das ist die gute Nachricht.

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  • Avatar von marasek
    • marasek

    mehr als 1000 Beiträge seit 16.11.2001

    Antwort auf Gut zusammengefasst von Lieblingsuser.

    Lieblingsuser schrieb am 22.07.2024 08:41:

    Es zeigte: Der Partei ist bewusst, wie schwach ihr 78-jähriger Kandidat Trump aussehen kann, wenn ein junger, dynamischer Demokrat gegen ihn antritt.

    Na, das Wording steht jedenfalls schon mal.

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  • Avatar von marasek
    • marasek

    mehr als 1000 Beiträge seit 16.11.2001

    Antwort auf Da bin ich anderer Meinung von kemmerich.

    Seh ich auch so, zumal die Medien jetzt volle Kanne "jung", "schwarz" (angeblich) und "Frau" pushen werden. Die Leute werden bis zum November vergessen haben, dass es überhaupt je einen Kandidaten "Biden" gab.

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  • Avatar von Just2Cents
    • Just2Cents

    mehr als 1000 Beiträge seit 06.05.2005

    Antwort auf Re: Da bin ich anderer Meinung von marasek.

    marasek schrieb am 22.07.2024 09:23:

    Seh ich auch so, zumal die Medien jetzt volle Kanne "jung", "schwarz" (angeblich) und "Frau" pushen werden.

    Damit würden sie dann auch Tür und Tor für Frau Obama öffnen. Wenn die jetzt aus der Kurve kommt dürfte die Sache interessant werden - afaik hat diese Dame eine Fanbase in den USA, von der Harris momentan weit entfernt sein dürfte.

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  • Avatar von DvHinHH
    • DvHinHH

    mehr als 1000 Beiträge seit 06.09.2015

    Antwort auf Gut zusammengefasst von Lieblingsuser.

    manchmal hat sogar der Spiegel n guten Tag....

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  • Avatar von kivan
    • kivan

    mehr als 1000 Beiträge seit 22.01.2006

    Antwort auf Da bin ich anderer Meinung von kemmerich.

    kemmerich schrieb am 22.07.2024 08:08:

    Und damit ist die erste Legende geboren: Biden habe sich selbst von der Kandidatur zurückgezogen. Tatsächlich scheint er zu diesem Schritt gezwungen worden zu sein.

    An wen könnte man eine solche "Legende" denn verkaufen? Jeder, der Augen und Ohren hat und die letzten Wochen nicht im Tiefschlaf verbracht hat, hat doch mitbekommen, wie der Druck auf Biden stetig wuchs und Biden sich dagegen mit Händen und Füßen wehrte. Spätestens in der vergangenen Woche lag der Rücktritt in der Luft, für einige Journalisten war er für das Wochenende bereits gesetzt - und so ist es auch gekommen.

    Ich finde, der Zeitpunkt war extrem gut gewählt. Trump hat's versemmelt sich nach dem Attentat auf dem Parteitag als Staatsmann zu präsentieren. Mit dem Rücktritt und der Nominierung von Harris können die Republikaner das Ereignis auch nicht mehr ausschlachten. Wenn sich die Demokraten hinter Harris versammeln, dann noch einen brauchbaren Vize nominieren schaut's richtig gut aus.

    Ob's noch ein TV-Duell zwischen Trump undHarris geben wird?

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  • Avatar von Michael Diekmann
    • Michael Diekmann

    mehr als 1000 Beiträge seit 29.11.2005

    Antwort auf Re: Gut zusammengefasst von marasek.

    Ich hatte mir da schon gedacht, was machen die Reps jetzt, wo sie bisher so auf dem Alter von Biden herumgeritten sind. Ihr eigener Kandidat wirkt kaum weniger "frisch". Das könnte jetzt ganz böse zurück schlagen. Der Zeitpunkt nach dem Parteitag der Reps ist da auch "fies", da sie bereits ihren offiziellen Kandidaten nominiert haben.

    Es würde mich daher nicht wundern, wenn von den Dems, bei verfestigender Kandidatur von Harris, da gegen die Reps gestichelt wird in der Form, seht her unser bisheriger Kandidat hat ein einsehen gehabt, wie sieht es bei euch aus.

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