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Avatar von _Peter_
  • _Peter_

mehr als 1000 Beiträge seit 18.12.2016

Drei Gedanken zu Musk & Twitter

1. Alle Oligarchen üben massiv Einfluss aus, oder versuchen es zumindest. Musk (und Gates) machen das wenigstens öffentlich, was den Vorteil hat, dass man sieht, was sie treiben.

2. Das Problem sind nicht Musk. Oder Gates. Oder Trump. Das Problem ist das Totalversagen der demokratischen Organisationen, die eigentlich unsere Regierungen kontrollieren sollten. Klar, wenn man - wie Angela Merkel und wohl auch die leuchtensten Sterne der aktuellen Regierung - Experten aussen vor läßt, Parlamente und Gerichte aushebelt und dann bei Anne Will und Markus Lanz entscheidet, was man - zur Eindämmung von Corona - als nächstes verbietet oder wen man - zur "Entlastung" von hohen Energiepreisen - als nächstes mit Geld zuschüttet, dann ist es natürlich ein Problem, wenn kritische Menschen Fragen stellen, auf die man keine guten Antworten hat.
Das Problem mit Bill Gates hat die Anstalt vor einer Weile gut dargestellt: Unsere Regierungen machen die Arbeit nicht mehr selber, sondern überweisen unsere Steuergelder an NGOs, die dann entscheiden, was damit gemacht wird. Wenn die Organisationen dann von denselben Menschen kontrolliert werden, die auch schon die Regierungen beraten und in den Aufsichtsräten der Firmen sitzen, denen die NGOs dann die Steuergelder überweisen: Dann versteht man, wo Dinge so richtig schief laufen können. Was aber nicht der Fehler eines Bill Gates ist. Sondern der Fehler einer Bundesregierung, die das Geld an die EU überweist, die dann wiederum das Geld an Bill Gates weiter reicht.

3. Nach ein paar Jahren Erfahrung mit, ahem, der "Bekämpfung von Fake News und Hate Speech" könnte man mal Bilanz ziehen. Schauen, was so alles wegzensiert wurde, ob die Zensur im Nachhinein berechtigt war. Und welche Auswirkungen sie hatte.

Im Fall von Twitter ist vor kurzem rausgekommen, dass das FBI die Story um Hunter Bidens Laptop von Facebook wegzensiert hat. Zudem hat das FBI wohl auch durch einen schlampigen (?) Umgang mit dem Laptop verhindert, dass die Daten analysiert und als Beweise in einem Korruptionsverfahren verwendet werden können.
https://www.bbc.com/news/world-us-canada-62688532
Bereits bei der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten ist später herausgekommen, dass das FBI aktiv versucht hatte, die Wahl Trumps zu verhindern (man erinnert sich, die Leaks um die Clinton-Daten).
Wo ist die Grenze zwischen Fake-News-Bekämpfung, Zensur, und Wahlmanipulation? Welche Konsequenzen hatte der Eingriff des FBI in den US-Präsidentenwahlkampf? Als Trump gewonnen hatte, musste immerhin der FBI Chef gehen. Jetzt hat der "richtige" gewonnen - da werden die Verantwortlichen wohl eher befördert.

Bei Corona hat die Expertenkommission der Bundesregierung im Juni ihren Bericht veröffentlicht, dem zu folge Wirksamkeit und Notwendigkeit vieler Coronamassnahmen nicht durch Daten oder wissenschaftliche Erkenntnisse belegt seien. Und dass die Maßnahmen, die wirksam wären, falsch eingesetzt wurden. Kontaktverfolgung ist ein wirksames Instrument, um zu verhindern, dass sich das Virus aus den ersten Infektionsherden in der Fläche ausbreitet. Später bringt sie nichts mehr.

Egal. wir haben das ganze Programm gemacht, Daten oder nicht, und alle als "Querdenker" oder schlimmeres diffamiert, die die Maßnahmen nicht ausreichend enthusiastisch bejubelt haben.

Anders gesagt: Wir haben zwei Jahre lang die falschen Informationen weggelöscht.

Konsequenzen: Keine. Weil dann ja die Parlamente, die Medien, die Justiz, die eifrig die Maßnahmen der Regierung unterstützt haben, zugeben müßten, dass sie Fehler gemacht haben. Der Expertenbericht wurde kurz vorgestellt und dann vergessen. Regierung, Medien und Parlamente haben etwa zur gleichen Zeit entschieden, dass wir unbedingt eine FFP2-Maskenpflicht in Zügen brauchen. Von Oktober bis Ostern. Eine Vorratsmaskenpflicht, ganz unabhängig von Corona.

Was ist die größere Gefahr für die Demokratie: Freie Meinungsäußerung, die das Recht beeinhaltet, auch Blödsinn zu verbreiten? Oder eine "Fake News" - Bekämpfung ohne ausreichende demokratische Kontrolle?

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