Was heute in den USA passiert, kommt morgen zu uns. So war das immer schon. Zu Obama Zeiten wurde auch bei uns nach TV Duellen gerufen, um endlich wieder mehr Menschen für die Politik zu begeistern.
Nach vielen Beobachtern hatte Harris das TV Duell verloren, weil sie auf ihr tatsächliches Wahlprogramm eingegangen ist. Dieses demokratisches Problem habe viele Wähler abgeschreckt. Was sagt das über die Wählerschaft aus? Genau das was Trump von ihnen hält. Es sind alles du**** Id****, die ihr Wissen und Meinung aus zweifelhaften sozialen Medien und dem Frühstücksfernsehen haben.
Eine typische amerikanische Eigenart ist, dass Harris, wie auch schon Obama für die Meisten zum Establischment zählt. Trump nicht, dem wie Musk eine Karriere vom Tellerwäscher zum Millionär nachgesagt wird. Mit ihnen kann sich die bildungsferne Hälfte der Bevölkerung viel besser identifizieren, als mit Akademikern. Schon als ich vor Jahrzehnten in den USA war, fiel mir auf, dass Eltern sehr stolz waren, dass ihre Kinder schon mit 16 beim Burgerladen oder Supermarkt ihr eigenes Geld verdienen, anstatt für ihre evtl. Unilaufbahn zu lernen. Und das in der weißen Mittelschicht.
Ein Hoch auf die Zukunft, wenn man die Wähler erst mal soweit verdummt hat, dass man ihnen in der Wahl keine Inhalte mehr zumuten darf, dann kann man auch in der Amtszeit machen, was man will.
Voprbild USA
-
Zu kurz gesprungen
Antwort auf Voprbild USA von Inn.
A) Beide Kandidaten gehören zum Establishment.
B) Das mit dem Burgerladenjobstolz ist eine Anekdote. Fakt ist, dass Bildung in den USA sehr viel kostet. -
Antwort auf Zu kurz gesprungen von so_ist_es.
Hallo,
so_ist_es schrieb am 16.11.2024 08:04:
A) Beide Kandidaten gehören zum Establishment.
Ist es bei uns denn anders ? Entweder wird im Jurastudium von irgendwelchen Parteien angsprochen, bei ihnen mit zu machen oder man ist im Verwaltungsdienst, Lehrer oder hörerer Beamter und wird dann genauso angesprochen, doch mit zu machen.
Die Folgen sind, dass im Bundestag entweder Anwälte oder höhere Beamte, die sich während des Wahlkampfes frei stellen lassen können, hauptsächlich sind.
Vielleicht noch ein oder zwei Bauern, die eigentlich keine Bauern im klassischen Sinn mehr sind, sondern BWLer, die eine Firma haben, die bäuerlich mit Angestellten arbeitet. Dazu muss man natürlich viel Fläche haben.
Kaum ein Bauarbeiter, kaum ein Paketzusteller wird je im Bundestag vertreten sein.
Nicht umsonst halten die Leute, die wir Politiker nennen, reden vor z.B. Vereinen von Familienunternehmen und sorry, kaum ein Bauarbeite oder Paketzusteller könnte das schaffen.
Vielleicht will man das so.
B) Das mit dem Burgerladenjobstolz ist eine Anekdote. Fakt ist, dass Bildung in den USA sehr viel kostet.
[/quote]
Jedenfalls mehr als hier.
-
Sehe ich genauso
Antwort auf Re: Zu kurz gesprungen von Rhiannon.
Auch hier kommt fast niemand, der nicht zum Establishment gehört, ins Establishment. Ist das eigentlich eine Tautologie?
-
Antwort auf Voprbild USA von Inn.
Zu A, Für 50% der US-Amerikaner gehört Trump nicht zum Establishment, sondern ist einer von ihnen, der es geschafft hat und endlich mal in Washington aufräumt.
Zu B, es ist tatsächlich ein Fakt. Auch ein Grund dafür, warum die weiße Mittelschicht sich immer mehr abgehängt fühlt/ist. Wenn man nicht unbedingt an eine bekannte Elite-Uni will , ist studieren auch nicht so extrem teuer. Das sind sie vor allem für Ausländer. Als US Amerikaner zahlt man max. die Hälfte, wenn man aus dem gleichen Staat ist, noch weniger, wenn man einer Minderheit angehört noch mal weniger. Und für vieles gibt es Stipendien. -
Antwort auf Voprbild USA von Inn.
Bei uns ist ein kleinkrimineller Polizistenschläger sogar Außenminister geworden und kein schlechter. Wir hatten auch einen schwulen Außenminister, oder eine lesbische. In den USA ist das ganz anders. Da gibt es Politikerdynastien, bei denen von Generation zu Generation vererbt wird, wie bei den Kennedys oder den Bushs. An denen kommt man kaum vorbei außer man ist Milliardär und kauft sich ein für die Präsidentschaft ein. Obama war da eine große Ausnahme. Wer am amerikanischen Politiksystem interessiert ist, kann sich House of Cards anschauen. Die Serie trifft es gut.
-
Antwort auf Voprbild USA von Inn.
Inn schrieb am 16.11.2024 06:17:
Schon als ich vor Jahrzehnten in den USA war, fiel mir auf, dass Eltern sehr stolz waren, dass ihre Kinder schon mit 16 beim Burgerladen oder Supermarkt ihr eigenes Geld verdienen, anstatt für ihre evtl. Unilaufbahn zu lernen. Und das in der weißen Mittelschicht.
Im Burgerladen oder Supermarkt sammelt man etwas, was man in der Unilaufbahn nicht vermittelt bekommt: Lebenserfahrung. Und die Einstellung, daß man schon den Finger aus dem Hintern ziehen muß, wenn man was schaffen will.
Auch in D waren die besten Generationen die, die sich als Schüler/Studenten über Nebenjobs oder Ferienarbeit selbst Kohle dazuverdient haben.