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  • Mathematiker

mehr als 1000 Beiträge seit 22.02.2014

Der Unterschied zwischen West und Ost

Die grüne Außenministerin könnte die EU oder die Vereinten Nationen auffordern, angesichts dieses Ökozids eine internationale Untersuchungskommission nach Polen (Speerspitze des Pentagons in der Alten Welt) zu schicken. Sie tut dies aber nicht.

Was fürf ein skurriler und ärmlicher Propaganda-Unsinn.
So etwas macht man, wenn eine Seite nicht kooperiert und man anders nicht weiterkommt, wie z.B. bei unseren Freunden in der VR China und anderen Diktaturen.
Was allerdings auffällt, ist doch der nachbarschaftliche Umgang im Osten.
Der Rhein hat gleichzeitig die größten Chemie-Standorte Europas. Wenn da etwas passiert informiert man die anderen Anrainer zügig und kooperiert bei der Schadensbeseitigung.
Das Verhältnis zu unseren westlichen Nachbarn läßt sich nur mit ausgezeichnet beschreiben.
Der deutsch-polnische Umgang läßt sich da eher mit "robust" bezeichnen.
Erst war es den Polen scheißegal. Und jetzt keilt man gegen Deutschland, weil die nichts gegen die Giftfracht auf der Oder tun.
Dabei ist immer noch nicht klar, was das Massensterben verursacht hat.
Lediglich das Quecksilber kann man ausschließen.
Das ist halt die Krux mit der Chemie und Forensik: Wenn man weis wonach man suchen soll, kann es als Ursache identifizieren oder ausschließen.
Der Fluß hat zwar erhöhte Quecksilberwerte, war aber auch ein typischer, sozialistischer Dreckskübel. Es verwundert wenig, wenn sich aufgrund des Niedrigwassers der Schadstoffpegel erhöht oder alter Dreck sich löst.
Also der deutschen Seite kann man da nur wenig Vorwürfe machen.
Die Polen müssen die Quelle und den Schadstoff identifizieren.

Ganz am Anfang der Katastrophe wurde gemeldet, dass die Messungen Unmengen von hochgiftigem Quecksilber gefunden hätten. Inzwischen heißt es, dass zwar Quecksilber vorhanden sei, dieses aber nicht zum Massensterben der Tiere geführt habe. Aha, man lernt ja immer dazu. Rotten nicht im brasilianischen Regenwald die Goldschürfer mit ihrer – nicht-industriellen Menge Mercurio ganze Fisch-Populationen aus? Aber vielleicht wirkt ja das brasilianische Quecksilber im Amazonas anders als das europäische in der Oder.

Zudem ist Quecksilber auch ein schleiches Gift, das sich im Körper anreichert.
D.h. die lieben Fischchen am Amazonas kippen mit der Zeit um und nicht dadurch, dass dort irgendwelche Goldschürfer einmal etwas in den Fluss gekippt haben.
Aber hey, dass sind alles nur Kleinigkeiten.

Für Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel (Grüne) gibt es für das Fischsterben mehr als nur eine Ursache, etwa der hohe Sauerstoffgehalt, hohe pH-Werte, die Dürre und der niedrige Wasserstand. Demnächst kommt bestimmt noch die Klimaveränderung dazu.

Das ist aber genau der Grund, warum es in Frankreich ein Fischsterben gibt.
Je geringer die Wassermenge und die Frischwasserzufuhr, desto geringer auch der Sauerstoffanteil. Hätte man auch wissen können.

Ich habe in der Gegend von Opole recherchiert und bin auf das riesige Kohlekraftwerk Opole gestoßen, betrieben von der PGE, der Polska Grupa Energetyczna S.A. PGE ist an der Börse von Warschau gelistet, 57 Prozent hält der polnische Staat.

Die Anlage ist eine wahre Dreckschleuder. Wie bei allen Kohlekraftwerken fallen bei seinem Betrieb große Mengen Quecksilber an. Mit einem CO2-Ausstoß von 10,7 Mio. Tonnen verursachte es 2021 die zehnthöchsten Treibhausgasemissionen aller europäischen Kraftwerke. Es liegt einen Steinwurf von der Oder entfernt und arbeitet, zumindest theoretisch, mit 6 Blöcken, die letzten beiden wurden erst 2019 fertig. Der große US-Konzern General Electric war am Bau beteiligt.

Und, siehe da, im Kraftwerk hat es tatsächlich einen Unfall gegeben, bzw. gleich mehrere in den Blöcken 5 und 6. In der Nacht von 25. zum 26. Juli 2022 wurde Block 5 hektisch abgeschaltet. Im Werk heißt es, dass der Grund ein loser Kesselbetrieb gewesen sein soll. Am 1. August wurde dieser Block erneut für eine Notfall-Reparatur (emergency repair) abgeschaltet.

Was ist denn ein loser Kesselbetrieb? Es gibt sog. lose Kessel, wenn die nicht am Stück geliefert, sondern erst vor Ort zusammengeschraubt werden.
Auch schonmal mit der Chemie auseinandergesetzt?
Ein Kohlekraftwerk ist kein AKW. Das Quecksilber ist ein Bestandteil der Kohle, der mit den Rauchgasen entweicht. Selbst wenn da so ein oller Kessel explodieren würde, wäre das kein Drama. In einer späteren Stufe werden die Abgase gereinigt und damit auch das Quecksilber entfernt.
Also im Sozialismus hatten die Genossen das Zeug bis 1989 noch fleißig inhaliert.
Die Ursache dieser Notabschaltung dürfte eher an dem Kohleproblem gelegen haben, dass die Polen umtreibt. Die haben ihre billige Kohle aus Russland importiert und haben massive Probleme diese zu ersetzen.

Nebenbei: Der Ort des ersten Schadeneintritts wird mittlerweile beim Gleiwitzer Kanal vermutet, da dort noch früher Fische gestorben sind. Und der ist flussaufwärts.

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