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  • freudhammer

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Fehlendes historisches Verständnis

Über das alttestamentarische „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ könnte man durchaus zumindest diskutieren, wenn es möglich wäre, dieses Prinzip auch nur ansatzweise gerecht durchzuziehen. Die Wirklichkeit ist seit jeher eine andere. Wann wurden je staatlich beauftragte Massenmörder und Städtezerstörer für ihre Taten mit dem Tode bestraft, erst recht wenn sie am Ende siegreich waren? Mit ihren Verbrechen getrauten sie sich aber dann doch nicht zu prahlen, da schrieben sie lieber die Geschichtsbücher der Besiegten um, vernichteten in einem zweiten Schritt die Kultur und Sprache der Opfer und ließen deren Kinder mit Lügenmärchen aufwachsen.

Oder die Hersteller von Umweltgiften, die Dealer von pharmazeutischen Produkten, die ihre Gifte frei verkaufen dürfen, ohne für die Folgen geradestehen zu müssen. Da können noch so viele an den Giften sterben oder krankwerden. Anders als bei flagranti erwischten Brunnenvergiftern der Vergangenheit, die in allen Völkern mit dem Tode bestraft wurden, ist bei den modernen Brunnenvergiftern der Tatzusammenhang nicht gleich offensichtlich und lässt sich schwer nachweisen. Zudem gibt es keine Verursacherhaftung, nicht einmal für übelste Verbrechen. Solange es so ist, sind Hinrichtungen von gefassten Einzeltätern (so sie überhaupt schuldig sind, was ja oft nur die Meinung eines zweifelhaften juristischen Prozedere ist) nicht zu rechtfertigen.

Die beabsichtigte Hinrichtung in einer Gaskammer mit Hilfe eines historisch sehr belasteten Giftes wie Zyclon B, erzeugt sowieso schlimme Associationen. Da fallen einem die amerikanischen Unterstützer von Hitler ein und daran, dass die Bahngleise nach Ausschwitz, und damit der Nachschub von Häftlingen und die Lieferkette für die Produktion von Kriegsgüter, die den Krieg verlängern würden, von den Alliierten nicht bombardiert wurden. Ausschwitz war eine chemische Fabrik, eine der größten überhaupt, mit amerikanischen Gesellschaftern. Hjalmar Schacht nahm es als völlig sicher an, das die „I. G. Farben, die A.E.G. und andere große deutsche Werke in sehr weitem Umfange in amerikanischem Besitz waren. (Quelle Wikipedia)

Was das für die Geschichte des 2. Weltkrieges bedeutet und die Verantwortung für die Verbrechen in Auschwitz, gehört nach 76 Jahren dringend offengelegt.

Vielleicht würden sich dann auch Verantwortliche in Arizona es sich zweimal überlgen, ob sie Zyclon B wieder zum Morden verwenden wollen, dieses Mal in den Vereinigten Staaten. Die Absicht und die daraus zu erkennende historische Unwissenheit schreit auf jeden Fall zum Himmel.

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  • Avatar von Subzero
    • Subzero

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    Antwort auf Fehlendes historisches Verständnis von freudhammer.

    freudhammer schrieb am 20.06.2021 15:55:

    Da fallen einem die amerikanischen Unterstützer von Hitler ein und daran, dass die Bahngleise nach Ausschwitz, und damit der Nachschub von Häftlingen und die Lieferkette für die Produktion von Kriegsgüter, die den Krieg verlängern würden, von den Alliierten nicht bombardiert wurden. Ausschwitz war eine chemische Fabrik, eine der größten überhaupt, mit amerikanischen Gesellschaftern. Hjalmar Schacht nahm es als völlig sicher an, das die „I. G. Farben, die A.E.G. und andere große deutsche Werke in sehr weitem Umfange in amerikanischem Besitz waren. (Quelle Wikipedia)

    Auschwitz bzw die Bahngleise konnten nicht von den Alliierten bombardiert werden, weil Auschwitz außerhalb der Reichweite der alliierten Bomber lag. Diese hätten dann in der UdSSR zwischenlanden müssen (zum Tanken) und das wollte Stalin nun auch wieder nicht. Man hat zwar zusammen gekämpft, war aber trotzdem politisch wie Hund&Katze. Die UdSSR hätte das geographisch gesehen gekonnt, warum hat sie es nicht getan?
    Und zwecks Bahngleise: die muß man erstmal treffen. So genau waren die Bomber nun auch nicht. Und selbst wenn man die getroffen hätte - nach 48 Stunden wären die wieder repariert gewesen.

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    • freudhammer

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    Antwort auf Re: Fehlendes historisches Verständnis von Subzero.

    Flüchtlingszüge zu bombardieren war da wohl leichter.

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    • Bergfalke

    mehr als 1000 Beiträge seit 27.07.2019

    BabynJar wurden rund 40 000 erschossen, lächerliches historisches Verständnis

    Antwort auf Fehlendes historisches Verständnis von freudhammer.

    Nichtmals die israelische Armee verzichtet auf Maschinengewehre oder Militär-Sturmgewehre obwohl mit solchem Schießgerät in BabynJar rund 40 000 als Juden definierte Menschen dort erschossen werden.

    Warum nur ein mißbrauchtes Schädlingsbekämpfungsmittel ächten aber für Mord entwickelte Waffen nicht?

    Und die Einsatzgruppen erschossen noch weentlich mehr Menschen als die 40 000 von Kiev.
    .

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (21.06.2021 09:54).

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    • Subzero

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    Antwort auf Re: Fehlendes historisches Verständnis von freudhammer.

    freudhammer schrieb am 20.06.2021 21:48:

    Flüchtlingszüge zu bombardieren war da wohl leichter.

    Hat hauptsächlich die Rote Armee mit Kampfflugzeugen gemacht.
    Übrigens wurden meines Wissens nach mit Bombern erreichbare Konzentrationslager von den Alliierten durchaus angegriffen (zB Buchenwald).

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