Welches Risiko hat ein ein vollständiger Geimpfter, doch mit Sicherheit kein hohes.
Die Anpassung der Kennzahlen zur Bewertung des Risikos ist längst überfällig.
Seit Wochen wird in der Politik diskutiert, aber es passiert viel zu wenig.
Mir fällt nur NRW ein, wo die Maßnahmen der Stufe 3 (Inzidenz über 50) ausgesetzt wurden.
Zur Kennzahl Inzidenz:
Dass man in ein Gesetz die Inzidenz aufnimmt, aber nicht definiert, auf welcher Anzahl an Tests für welche Gruppen (z.B. zufällig ausgwählt, alle die in Quarantäne sind, nur Personen mit Symptomen)
diese basiert, zeigt die Inkompetenz der Volksvertreter.
Die Folgen: Jede Kommune macht was sie will. Münster wurde wochenlang als Vorzeigestadt deklariert. Die niedrigen Inzidenzen kamen aber nicht durch das tolle Management der Stadt zu Stande, sondern einfach deshalb, weil Kontaktpersonen in Quarantäne anders als in anderen Städten nicht getestet wurden.
Es ist doch seit Monaten klar, dass mit steigender Geimpftenquote auch höhere Inzidenzen kein Problem sind. Hat die Politik keine Wissenschaftler zur Verfügung, die einfach mal ausrechnen, wie R-Werte der vorherrschenden Variante, Geimpftenquote und Inzidenz sich auf das Gesundheitswesen auswirken? Meine Güte, die sitzen mit ihrer sorgenvoll gerunzelten Stirn in der Pressekonferenz und warnen vor sich hin. Ich verlange keine Warnung, ich verlange vernünftige Entscheidungen und vor allem Pläne für verschiedene Szenarien wie z.B.
- Impfwirkung lässt nach ( oder auch nicht)
- Es breiten sich Varianten aus, bei denen eine Impfung nur zu X % schützt
- Es ist Inzidenz 3000, aber keiner liegt im Krankenhaus
Es ist einfach Arbeitsverweigerung der Politik, nur reaktiv und nicht proaktiv zu agieren.