Zudem ist zu bedenken, dass Russland nach Aktivierung solcher Waffensysteme lohnende Ziele wie Kampfflugzeuge nach Möglichkeit außer Reichweite bringt, was angesichts des riesigen russischen Territoriums auch beim Taurus-System kein geografisches Problem wäre.
Ja, genau. Russland müßte seine Bomber in doppelter Entfernung parken und beladen. Was zu mehr Treibstoffmitnahme führt und dadurch weniger Nutzlast erlaubt.
Die Vorwarnzeiten wäre um die Flugstrecke länger.
Die Menge der ausgelieferten Bomben zwichen den Wartungspausen sinkt und die Pausen häufen sich.
Die zahl der täglichen Flüge wird geringer.
Verschleiß erhöht sich und durch die fehlenden Ersatzteile werden die verfügbaren Flugstunden begrenzt, die Flotte verschleißt schneller.
Den Effekt kann man gut beobachten, wenn man sich die Zahl der täglichen Gleitbomben über die Zeit ansieht. Seit die Amerikaner die Beschränkungen auf das ukrainische Staatsgebiet aufgehoben haben, ist die Zahl der ausgelieferten Gleitbomben um ein Drittel zurückgegangen.
Mit Taurus würde sich die Entfernung noch mal fast verdoppeln.
Dann gibt es weitere positive Effekte. Die Luftabwehr, bzw das, was davon noch übrig ist, müßte tiefer ins Hinterland verlegt werden, was der Ukraine an der Front mehr Freiheiten gibt und einen Einsatz der F16 gegen anfliegende Bomber erlaubt.
Das alles würde sich allein durch die Existenz der Taurus in der Ukraine bereits ergeben, es wäre noch keine einzige abgefeuert.
Dann hat die Taurus ein Feature, das andere nicht haben. Wenn ich sie auf einen Bunker ansetze, kann ich ihr genau vorgeben, in welchem Untergeschoss sie explodieren soll, also weder im Parkhaus im ersten Untergeschoss, noch im Sumpf, sondern direkt neben dem Thron des Kommandeurs.
Ich glaube, dass das Problem tatsächlich die Einzigartigkeit ist. So etwas schießt man nicht auf einen Gegner, von dem man annehmen muss, dass er mit einem abgefangenen Exemplar als Studienobjekt eine eigene Rüstungsindustrie aufbaut.