Antwort auf Gewerkschaften? Was wäre denn die Alternative? von Bummi_ER.
Also, ich seh das so:
Erstens mal, eine Gewerkschaft, die nicht die Systemfrage stellt, steht von vornherein auf verlorenem Posten. Nimmt sie den Kapitalismus als unverrückbar gegeben hin, hat sie keinerlei schlagende Argumente mehr gegen die Profitmaximierung. Folglich braucht man eine im Kern revolutionäre Organisation, um überhaupt irgendetwas voranzubringen und sich nicht auf Kapitulationsverhandlungen zu beschränken.
Eine solche Organisation fällt aber nicht vom Himmel, die muss aufgebaut werden. Dazu braucht es einen gewissen Prozentsatz an Arbeitern, die sich ihrer Lage im Kapitalismus bewusst sind, und die auch eine Vorstellung davon haben, wie man ihn überwinden kann.
Wenn also die überwiegende Mehrheit der Arbeiter der Meinung ist, Kapitalismus wäre im Prinzip schon ganz ok und es gäbe keine bessere Alternative dazu, dann stehen sie gegenüber der Kapitalistenklasse auf verlorenem Posten und werden all die Errungenschaften, für die frühere Generationen lange und erbittert gekämpft haben, wieder verlieren.
Der Kapitalismus wird so oder so irgendwann zusammenbrechen, weil ewiges Wachstum schlicht nicht möglich ist. Wie der Weg dahin aussieht, und was dann passiert, hängt davon ab, wie die Arbeiter es schaffen, sich darauf vorzubereiten. Verhalten sie sich passiv, dann werden sie eben erdulden müssen, was auch immer kommen wird.