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Avatar von Bummi_ER
  • Bummi_ER

mehr als 1000 Beiträge seit 09.06.2013

Gewerkschaften? Was wäre denn die Alternative?

Wer ist denn noch gewerkschaftlich organisiert? Viele freuen sich über die Tarifabschlüsse und denken, dass sei selbstverständlich.

Noch paar Jahre so weiter und wir sind im Jahr 1890 bei Bismarck angekommen, wo man dann wieder komplett auf den guten Willen der Arbeitgeber angewiesen ist.

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  • Avatar von Stasi
    • Stasi

    mehr als 1000 Beiträge seit 01.10.2003

    Antwort auf Gewerkschaften? Was wäre denn die Alternative? von Bummi_ER.

    Wer ist denn noch gewerkschaftlich organisiert? Viele freuen sich über die Tarifabschlüsse und denken, dass sei selbstverständlich.

    Ich seh das gerade bei uns im Unternehmen, mit Gewerkschaft erreicht man fast nichts - ohne ganz sicher nichts! Da ist selbst der Umstand, daß die Unternehmensleitung überhaupt konstruktiv mit dem Betriebsrat redet, nur dem Druck durch gewerkschaftliche Organisation geschuldet. An der Stelle kann man sich dann entscheiden, ob man mit Unterstützung dieses vorsintflutlichen, von Korruption und Eigennutz durchzogenen Dinosauriers, der aber immerhin noch gewisse Rechte mitbringt, wie zB zum Streik aufrufen zu dürfen, in die Schlacht zieht, oder sich eben alleine ohne jedes Recht und ohne jegliche Machtposition versucht.

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  • Avatar von pk
    • pk

    mehr als 1000 Beiträge seit 10.10.2000

    Nicht so simpel

    Antwort auf Gewerkschaften? Was wäre denn die Alternative? von Bummi_ER.

    Also, ich seh das so:

    Erstens mal, eine Gewerkschaft, die nicht die Systemfrage stellt, steht von vornherein auf verlorenem Posten. Nimmt sie den Kapitalismus als unverrückbar gegeben hin, hat sie keinerlei schlagende Argumente mehr gegen die Profitmaximierung. Folglich braucht man eine im Kern revolutionäre Organisation, um überhaupt irgendetwas voranzubringen und sich nicht auf Kapitulationsverhandlungen zu beschränken.

    Eine solche Organisation fällt aber nicht vom Himmel, die muss aufgebaut werden. Dazu braucht es einen gewissen Prozentsatz an Arbeitern, die sich ihrer Lage im Kapitalismus bewusst sind, und die auch eine Vorstellung davon haben, wie man ihn überwinden kann.

    Wenn also die überwiegende Mehrheit der Arbeiter der Meinung ist, Kapitalismus wäre im Prinzip schon ganz ok und es gäbe keine bessere Alternative dazu, dann stehen sie gegenüber der Kapitalistenklasse auf verlorenem Posten und werden all die Errungenschaften, für die frühere Generationen lange und erbittert gekämpft haben, wieder verlieren.

    Der Kapitalismus wird so oder so irgendwann zusammenbrechen, weil ewiges Wachstum schlicht nicht möglich ist. Wie der Weg dahin aussieht, und was dann passiert, hängt davon ab, wie die Arbeiter es schaffen, sich darauf vorzubereiten. Verhalten sie sich passiv, dann werden sie eben erdulden müssen, was auch immer kommen wird.

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  • Avatar von odenter
    • odenter

    mehr als 1000 Beiträge seit 11.04.2001

    Antwort auf Nicht so simpel von pk.

    pk schrieb am 12.04.2021 13:07:

    Der Kapitalismus wird so oder so irgendwann zusammenbrechen, weil ewiges Wachstum schlicht nicht möglich ist. Wie der Weg dahin aussieht, und was dann passiert, hängt davon ab, wie die Arbeiter es schaffen, sich darauf vorzubereiten. Verhalten sie sich passiv, dann werden sie eben erdulden müssen, was auch immer kommen wird.

    Also wenn das Universum unendlich ist, dann ist auch unendliches Wachstum möglich. Nur auf dem Planeten Erde gibt es natürlich eine Grenze. Aber die können wir weiter weg schieben. Wir haben ja das Sonnensystem.

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (12.04.2021 14:32).

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  • Avatar von Neevok

    437 Beiträge seit 17.07.2002

    Also wenn das Universum unendlich ist, dann ist auch unendliches Wachstum möglic

    Antwort auf Re: Nicht so simpel von odenter.

    Das Universum ist aber nicht unendlich.

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  • Avatar von pk
    • pk

    mehr als 1000 Beiträge seit 10.10.2000

    Antwort auf Re: Nicht so simpel von odenter.

    odenter schrieb am 12.04.2021 14:32:

    Also wenn das Universum unendlich ist, dann ist auch unendliches Wachstum möglich. Nur auf dem Planeten Erde gibt es natürlich eine Grenze. Aber die können wir weiter weg schieben. Wir haben ja das Sonnensystem.

    Schon das würde meiner Meinung nach nicht wirklich funktionieren, und zwar aus dem simplen Grund, dass sich Armut nicht ins Sonnensystem exportieren lässt. Deshalb lassen sich ausserhalb der Erde keine Arbeiter ausbeuten, und deshalb kann dort kein Mehrwert produziert werden. Ohne Armut kein Reichtum.

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  • Avatar von Tom-Ka_KR
    • Tom-Ka_KR

    851 Beiträge seit 15.07.2012

    Re: Also wenn das Universum unendlich ist, dann ist auch unendliches Wachstum mö

    Antwort auf Also wenn das Universum unendlich ist, dann ist auch unendliches Wachstum möglic von Neevok.

    Unendlich wohl nicht. Aber vermutlich ist das Universum ja eine Art Blase, die gerade aufgepumpt wird. :-) Wir müssen nur aufpassen, dass wir das Universum beim expandieren nicht überholen. Gut , letzteres werden wir mit produzieren sicherlich nicht schaffen. Aber im Bereich der Geldschöpfung haben wir sicherlich gute Karten. :-)

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  • Avatar von Rob 1
    • Rob 1

    mehr als 1000 Beiträge seit 18.06.2018

    Antwort auf Gewerkschaften? Was wäre denn die Alternative? von Bummi_ER.

    Bummi_ER schrieb am 12.04.2021 11:38

    Wer ist denn noch gewerkschaftlich organisiert?

    Schau dir einfach mal an, wieviele Gewerkschafter zu Zeiten von Rot/Grün im Parlament saßen, bei 603 Abgeordneten insgesamt, als die sozialen Schweinereinen wie Agenda 2010, Hartz4, Riester- und Rüruprente durchgingen und dann frag dich nochmal, warum so Viele nicht mehr gewerkschaftlich organisiert sind.

    https://www.dgb.de/einblick/++co++553f4d24-4678-11e9-b515-52540088cada

    Wir bräuchten starke Gewerkschaften, aber keine, die sich mit Bordellbesuchen in Brasilien oder einen Vorstandsposten in der Atlantikbrücke ( siehe R.Hoffmann ) kaufen lassen. Die vielgescholtene GDL wäre so ein Beispiel.

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  • Avatar von odenter
    • odenter

    mehr als 1000 Beiträge seit 11.04.2001

    Antwort auf Re: Nicht so simpel von pk.

    pk schrieb am 12.04.2021 18:59:

    odenter schrieb am 12.04.2021 14:32:

    Also wenn das Universum unendlich ist, dann ist auch unendliches Wachstum möglich. Nur auf dem Planeten Erde gibt es natürlich eine Grenze. Aber die können wir weiter weg schieben. Wir haben ja das Sonnensystem.

    Schon das würde meiner Meinung nach nicht wirklich funktionieren, und zwar aus dem simplen Grund, dass sich Armut nicht ins Sonnensystem exportieren lässt. Deshalb lassen sich ausserhalb der Erde keine Arbeiter ausbeuten, und deshalb kann dort kein Mehrwert produziert werden. Ohne Armut kein Reichtum.

    Also wenn Menschen ins All können, dann können auch Arme Menschen ins All. Und wenn Menschen auf irgendwelchen Stationen leben dann können dort auch Menschen geboren werden. Reiche und auch Arme. Erschließt sich mir nicht weshalb das nicht möglich sein soll.
    Ob das erstrebenswert ist, ist natürlich eine andere Frage.

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