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Avatar von /Rak
  • /Rak

mehr als 1000 Beiträge seit 26.10.2001

Bei einem guten Bekannten sieht das leider anders aus mit den Zahlen...

dem hab ich klein bisschen geholfen bei der Geschichte (ich hab bisschen Erfahrung mit Handwerkern/Angeboten, er hat das noch nie gemacht..) - und wir haben da für den Umstieg von Ölheizung/Brennwert mit Solarthermie (und geschlossener Feuerung im Wohnzimmer im Kachelofen) auf Wärmepumpe mit PV mehrere Angebote eingeholt, weil er bedauerlicherweise geerbt hat und nun das Geld investieren will. Das Ganze ist ein großes Holzhaus (Holzständerfertighaus), das Mitte der 90er ziemlich "ökologisch innovativ" gebaut wurde, ein Niedrigenergiehaus. Energieausweis gibt es keinen (selbst bewohnt), aber es wäre von der Dämmung usw. immer noch ein "A" Haus. D.h. Wände und Fenster sind schon mal geeignet.

Ölverbrauch ist ca. 700l bis 900l im Jahr, plus Holz für den Kamin, das sind pro Jahr rund 3 bis 4 Meter Holz, je nach Wetter usw. Wobei das Holz selbst gemacht wird, das sind also insgesamt rund 800€ bis maximal 900€ für Brennstoff. ("1000€ sparen pro Jahr" geht also gar nicht hier..) Mehr als das genannte an Brennstoff braucht es auch im recht großen Haus nicht, dank Isolierung. Mehr als 10m² PV nach Süd sind aber leider auch nicht einfach möglich, da verschachtelte Dachfläche mit Gauben, Dachfenstern usw.), ein guter Teil des Daches ist Nordseite (Pultdach..).

Und leider muss bei einer Umstellung auf PV + WP da dennoch nun einiges gemacht werden, da müssen zumindest alle Heizkörper getauscht werden (14 Stück im Haus), da nur teilweise eine Fußbodenheizung verbaut ist. Eine solche zu verbauen wäre noch mal deutlich teurer. Jedenfalls haben wir da mehrere Angebot von verschiedenen Firmen eingeholt - und die gehen derzeit von 45000€ bis 75000€ für die Wärmepumpe (ohne bzw. mit Fußbodenheizung) + Ausbau der alten Heizung usw. + noch mal ca. 30 000€ für die PV Analage, wenn man die nicht so effektive Solarthermie runter reißt und durch PV ersetzt, mit der man dann auch die WP unterstützen könnte in der Übergangszeit. [Solarthermie + WP würde zwar auch gehen - ist aber noch weniger wirtschaftlich als mit WP mit PV zu kombinieren...und die Heizung muss dann ja sowieso komplett erneuert und umgebaut werden...].

Alles in allem mind. 80000€ an Investitionen, die notwendig wären um die Heizung umzustellen - im einfachsten Fall. Wirklich effizient und rentabel ist das Alles aber nur, wenn man da auf Flächenheizung umbaut, da liegt man dann bei notwendigen ca. 100 000€ als Minimum- beim Angebot. D.h. am Ende wird das dann eher 115 000€ oder gar 120 000€ machen üblicherweise.
Womit man da unter dem Strich eher 25 bis 30 Jahre braucht (WENN die heutigen Strompreise nicht noch mehr steigen... sonst ist es mehr), bis sich die Anlage überhaupt mal amortisiert hat. Das wird mein Bekannter, der derzeit 60 ist, unter Umständen gar nicht mehr erleben. Und erst DANN, nach den 25 bis 30 Jahren, spart man überhaupt Geld.

Denn die derzeitige Heizung ist erst seit ca. 5 Jahren überhaupt komplett amortisiert, d.h. er hat erst jetzt den Bereich erreicht, an dem er mit der jetzigen Heizung kräftig Geld spart gegenüber einer damals üblichen Niedertemperaturheizung ohne Solarthermie. Dazu kommt noch, dass er gar keine 100 000€ über hat - auch nach dem Erben nicht. Und wer mit 60 schon mal versucht hat einen Kredit auf z.B. 20 Jahre zu bekommen, der weiß, dass man das gar nicht erst versuchen muss.
Also geht das Geld nicht in die Heizung. Er hat sich ein neues Auto gekauft (weil das Alte doch recht anfällig war nach 15 Jahren...) und er hat das Geld fürs Alter angelegt. Und den Enkeln den Führerschein zum 18. Geburtstag geschenkt. Weil der eben auch immer noch wichtig ist, dort, wo die wohnen.

Das heißt die alte Brennwertheizung bleibt erst mal drin bis auf Weiteres. Sollte das Öl extrem teuer werden, dann wird eben mehr mit Holz und eventuell mit Strom geheizt. Und in 30 Jahren bis 40 Jahren werden seine Kinder/Enkel als Erben sowie das alte Haus verkaufen oder (wahrscheinlicher....) das Haus abreißen lassen und an die Stelle eines großen Einfamilienhauses mit viel Garten dann ein Reihenhaus ohne viel Garten hin stellen, da darf laut neuem Bebauungsplan nämlich mittlerweile ein Stockwerk höher gebaut werden als vor 30 Jahren. (Das ist einfach auch eine wirtschaftliche Betrachtung.. da könnten dann 3 Wohnen entstehen...).

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