Im ersten Absatz macht der Bauer einen Verlust von 60 Euro pro Schwein, im vierten Absatz wird genauer gerechnet, es kommt eine schwarze Null heraus.
Dann sind die Preise aktuell in der Tat niedrig (siehe unten), vor Corona wurden jedoch 200 Euro pro Schwein bezahlt. Bei Kosten von 115 Euro (vierter Absatz) ist das eine sehr auskömmliche Marge, von der man sogar Rücklagen bilden könnte. Müßte, in einem zyklischen Geschäft wie der Schweineproduktion.
Dann hat Deutschland eine Versorgungsquote von weit über 100 %. Nach den Russlandsanktionen hat man China als lukrativen Absatzmarkt entdeckt und erschlossen. Ein schönes Geschäft. Ohne Zukunft. Denn mittelfristig baut China selber eine Produktion auf, statt das Fleisch um den halben Globus zu transportieren. Und kurzfristig darf deutsches Fleisch nicht nach China exportiert werden, seit die Schweinepest bei uns angekommen ist. Absehbar, der Aktionismus mit Zäunen an der Ostgrenze und Wildschweinabschuß mag die Gemüter beruhigt haben, bei den internationalen Produktionsketten war allerdings klar, dass es nur eine Frage von Monaten war, bis die Krankheit in Deutschland ankam. Und die Exporte verbaute.
Nicht zu vergessen ist auch der Strukturwandel - moderne, große Höfe produzieren kostengünstiger als kleinere, ältere Einheiten. Was für die Tiere keinen Unterschied machen dürfte, die Buchten sind in beiden Fällen gerade so groß, wie das Gesetz es vorschreibt.
Vor einigen Monaten lag der Vorschlag auf dem Tisch, Subventionen zu zahlen für einen Abbau der Produktionskapazität. Die Bauernlobby hat abgelehnt.
Mit Bio hat das nichts zu tun, mit Haltungsbedinungen auch: Wenn die Regierung bereit war, für weniger Produktion Ausgleich zu zahlen, hätte man einfach ein oder zwei Schweine weiniger in jedem Stall gehalten, die Produktion wäre um 10-20 % gefallen, die Preise stabil geblieben. Und die Tiere hätten mehr Platz gehabt.
Die Bauern wollten nicht. Jetzt haben wir Preisverfall wegen Überproduktion.