Ansicht umschalten
Avatar von
  • unbekannter Benutzer

mehr als 1000 Beiträge seit 14.01.2003

Ein typisches Buzzword-Interview. Dabei werden die zentralen Probleme

der Erneuerbaren Energien nicht erwähnt und zur Ablenkung nur aussagenlose Buzzwords wie "zelluläre Netze" herumgeworfen. Das ist in der Tat enttäuschend, noch dazu wo der Hr. Thomas Walter angeblich Elektrotechnik studiert haben soll.

Wie auch immer, die wesentlichen zwei Probleme der Erneuerbaren Energien (EE) sind:

1. Die EE sind nicht nachfrageorientiert. Die EE muss dann zur Verfügung stehen, wenn sie nachgefragt (=gebraucht) wird und nicht dann wenn zufällig die Sonne scheint oder Wind geht.

2. Die Energiedichte (Primärenergie) der EE ist sehr gering. Zu gering für wirtschaftliche Nutzung in Kokurrenz wie fossile Energieträger oder auch Kernkraft (bei letztere ist die Energiedichte extrem hoch).

Was gedenkt Hr. Thomas Walter für Punkt 1. als Lösung? Ein bisserl "zelluläre Dingsda" Bla-Bla-Texte wird dafür nicht reichen. Wie sollte die nötigen Energie gespeichert werden? Konkret, bitte keine Visionen die eher beim Arzt des Vertrauens aufgehoben sind. Sondern was ist machbar und nicht als Vision. Und Energiespeicherung setzt die Nachfrageorientierung grundsätzlich vorraus, denn das bietet schon Kohle: Die Kohle die man heute nicht braucht (da keine Nachfrage) die bleibt am Kohlehaufen liegen (=Energiespeicher) und die Kohle wird dann verheizt, wenn eben Nachfrage nach dem daraus erzeugten Strom/Wärme besteht. So einfach, so genial ist das mit der Kohle, Erdöl und Erdgas.

Ohne hinreichend großen Energiespeicher geht es also nicht. Und dazu sind Größenordnungen dieser nötigen Energiespeicher zu beachten. Dazu abschätzen, das sollte man können wenn man (erfolgreich) Elektrotechnik studiert hat und weiss was der Unterschied zwischen MW und MWh ist, wieviele Pumpspeicheranlagen und welche Gebirgsflächen man braucht, um die Strombedarf für ein halbes jahr (Winterzeit) vorzuhalten - nicht nur für ein paar Minuten oder Stunden zum Nachregeln im Stromnetz.

Was gedenkt Hr. Thomas Walter für Punkt 2. als Lösung? Es nutzt nix, wenn die Sonne soundsoviel tausende Gigiawatt auf die (halbe) Erdkugel wirft oder auf der ganzen Erdkugel soviel Wind geht, dass dessen Energie für alle voll reicht - diese Primärenergien sind über den halben/ganzen Globus verteilt und daher typische Milchmöädchenrechnungen. Denn bei der Sonne ist diese noch durch Wolken etc. abgeschattet, und die nichtmal 1 kW/m² bei vollen Sonneschein, im Mittel viel weniger pro m², welche die Sonne schafft sind eben verdammt wenig und dünn verteilt. Das muss aufakkumuliert werden, die Energiedichte quasi "fokusiert" werden, wie bei den fossilen Energieträgern über Jahrmillionen passiert ist, damit das dann effizent nutzbar wird.

Bewerten
- +
  1. - unbekannter Benutzer 0 Ein typisches Buzzword-Interview. Dabei werden die zentralen Probleme
    1. Ammerländer   Re: Ein typisches Buzzword-Interview. Dabei werden die zentralen Probleme
      1. ondori   Re: Ein typisches Buzzword-Interview. Dabei werden die zentralen Probleme
    2. ondori   Re: Ein typisches Buzzword-Interview. Dabei werden die zentralen Probleme
    3. auf_der_hut   Re: Ein typisches Buzzword-Interview. Dabei werden die zentralen Probleme
Ansicht umschalten