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  • Naturzucker

mehr als 1000 Beiträge seit 06.03.2012

seit 2008 leben wir im Dauerkrisen-Modus

2008: Finanzcrash. Ursache: Politik. Regelwerke, die nach 1929 erlassen wurden, um die ungehemmte Spekulation und daraus folgende Blasen einzudämmen, Finanzaufsicht etc wurden im Zuge der Neoliberalisierung geschliffen

2015: Flüchtlingskrise. Ursache: Politik. Man hat in Europa tatenlos zugesehen, wie die USA den nahen Osten in Brand gesteckt haben. Bzw. die USA darin sogar tatkräftig unterstützt. In der Folge des versuchten Regime Changes in Syrien und des Überziehung des UN-Mandats in Libyen kam es zu den Flüchtlingsströmen, die u.a. Deutschland bis heute finanziell belasten

2xxx: Klimakrise. Ursache: Politik und Wirtschaft. Bis heute setzt man auf ungehemmtes Wachstum. Viele "Einsparungen" wurden nur auf dem Papier vollzogen, weil sie aus der Verlagerung energieintensiver Prozesse nach Fernost resultieren. Bis heute bleiben Politik und Wirtschaft die Antwort auf die einfache Frage schuldig, wie Wohlstand für eine breite Masse auch ohne exponentielles Wachstum realisiert werden können. Aber vielleicht haben sich Politik und Wirtschaft längst darauf verständigt, Wohlstand künftig nur noch den obersten 10.000 zu gönnen. Der "Rest" darf dann bei 18° im Wohnzimmer frieren und sich bestenfalls mit dem Fahrrad oder dem ÖPNV bewegen.

2020: Corona-Krise. Mitschuldig: Politik. Über Jahrzehnte hat man im Gesundheitswesen gespart, tatenlos zugesehen, wie die Produktion einfachster Hilfmittel ins Ausland verlagert wurde. Eine Stärkung der Personaldecke, attraktivere Arbeitsbedingungen wurden bis heute nicht umgesetzt. Zahlreiche Maßnahmen hatten kaum eine Wirkung, aber haben die Wirtschaftskraft nachhaltig geschwächt.

2022: Ukraine-Krise. Ursache: Politik. Über Jahrzehnte hat man die Interessen Russlands sträflich ignoriert und den Einfluss von EU und NATO immer weiter in Richtung Moskau ausgedehnt. Der inszenierte Regime-Change 2014 brachte dann für Moskau das Faß zum Überlaufen. Hat man ernsthaft gedacht, Russland würde tatenlos zusehen, wie der Stützpunkt seiner Schwarzmeer-Flotte auf der Krim oder Gebiete mit einem hohen Anteil von Ukrainern, die sich eher zu Russland zugezogen fühlen, von der EU und der NATO einverleibt werden? Gemeinsame Manöver und die über Jahre erfolgte Aufrüstung mit Waffen aus dem Westen haben dann Moskau in diesem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg getrieben. Die USA hätten in einer gleichen Situation nicht anders reagiert. Nur hätte dort niemand gefordert, die USA zu isolieren, wie es übrigens auch nie nach den völkerrechtswidrigen Angriffskriegen der USA, etwa in Vietnam, Korea, auf dem Balkan oder im Irak der Fall war.

2022: Energiekrise. Ursache: Politik. Noch 2015 hielt es unsere Bundesregierung nicht für nötig, eine nationale Gasreserve aufzubauen. Es stünden genügend andere Förderländer zur Verfügung. Keine 7 Jahre später wird über die Rationalisierung von Erdgas nachgedacht, nach Öl- soll nun auch der Einbau von Gasheizungen verboten werden.

Kurzum: Die gemeinsame Nenner aller Krisen ist die Politik. Ein weiterer, dass wir regelmässig erfahren, dass die obersten 10.000 ihren Reichtum weiter ausbauen konten, die Schere zwischen Arm und Reich noch weiter aufgegangen ist.

Seit Jahrzehnten erleiden die westlichen Staaten einen Kahlschlag ihrer Mittelschicht. Es wird zunehemend schwieriger, den Status zu erhalten, nahezu unwahrscheinlich ist es, sich aus ärmeren Verhäöltnissen hoch zu arbeiten. Der Staat löst sein Versprechen von "Wohlstand für Alle" schon lange nicht mehr ein. Und delegitimiert sich selbst damit von Jahr zu Jahr.

Vielleicht sollten wir mal anfangen, über ein politisches (und wirtschaftliches) System nachzudenken, welches uns nicht ständig eine Krise nach der anderen einbrockt. Bisherige Strukturen haben gezeigt, dass sie dazu weder willens noch fähig sind.

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  • Avatar von Namittach
    • Namittach

    585 Beiträge seit 17.03.2022

    Antwort auf seit 2008 leben wir im Dauerkrisen-Modus von Naturzucker.

    Sehr interessante Zusammenfassung, vielen Dank.

    Bis heute bleiben Politik und Wirtschaft die Antwort auf die einfache Frage schuldig, wie Wohlstand für eine breite Masse auch ohne exponentielles Wachstum realisiert werden können.

    Nach der gängigen Logik gibt es wohl kaum eine andere Möglichkeit. Dazu fällt mir noch die „Schöpferische Zerstörung“ von Schumpeter ein. Also ein wie auch immer gearteter Reset des Systems, um wieder neu beginnen zu können. (https://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%B6pferische_Zerst%C3%B6rung)

    Vielleicht sind wir ja schon mitten drin in diesem Prozess. Eine Ausweitung des Krieges oder ein politischer Umsturz bei uns wären natürlich die krasseren Varianten.

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    • Pirx

    896 Beiträge seit 09.02.2000

    Antwort auf seit 2008 leben wir im Dauerkrisen-Modus von Naturzucker.

    Naturzucker schrieb am 23.03.2022 07:44:

    Vielleicht sollten wir mal anfangen, über ein politisches (und wirtschaftliches) System nachzudenken, welches uns nicht ständig eine Krise nach der anderen einbrockt. Bisherige Strukturen haben gezeigt, dass sie dazu weder willens noch fähig sind.

    Vergiss es.
    Die Fehlkonstruktion namens Homo-Sapiens, ist die Ursache der Probleme.
    Das wird mit jedem „System“ scheitern.

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    • Radio Controlled

    mehr als 1000 Beiträge seit 24.07.2007

    Antwort auf seit 2008 leben wir im Dauerkrisen-Modus von Naturzucker.

    Natürlich sind das alles Krisen der Politik... was auch sonst. Es sind ja auch menschliche Krisen. Wir dürfen froh sein, dass wir (die Menschheit) von anderen Problemen weitestgehen verschont geblieben ist... aber vielleicht wäre sowas auf der einen Seite schrecklich würde aber auf der anderen Seite die Menscheit mal zusammenführen. Denn dann wären viele der Krisen die Du aufführst leichter zu lösen bzw. würden nicht mehr passieren.

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    • Pirx

    896 Beiträge seit 09.02.2000

    politischer Umsturz?

    Antwort auf Re: seit 2008 leben wir im Dauerkrisen-Modus von Namittach.

    In Deutschland?
    Wo doch das Betreten des Rasens, für revolutionäre Zwecke, verboten ist.
    Das kann nicht funktionieren.

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  • Avatar von osorno
    • osorno

    mehr als 1000 Beiträge seit 01.07.2008

    Antwort auf seit 2008 leben wir im Dauerkrisen-Modus von Naturzucker.

    Politiker sind die gefährlichsten Menschen auf der Welt, deshalb sollten sie schnellstens entwaffnet werden, ihre Macht muss weg.

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    • osorno

    mehr als 1000 Beiträge seit 01.07.2008

    Antwort auf Re: seit 2008 leben wir im Dauerkrisen-Modus von Namittach.

    Namittach schrieb am 23.03.2022 08:04:

    Sehr interessante Zusammenfassung, vielen Dank.

    Bis heute bleiben Politik und Wirtschaft die Antwort auf die einfache Frage schuldig, wie Wohlstand für eine breite Masse auch ohne exponentielles Wachstum realisiert werden können.

    Nach der gängigen Logik gibt es wohl kaum eine andere Möglichkeit. Dazu fällt mir noch die „Schöpferische Zerstörung“ von Schumpeter ein. Also ein wie auch immer gearteter Reset des Systems, um wieder neu beginnen zu können. (https://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%B6pferische_Zerst%C3%B6rung)

    Vielleicht sind wir ja schon mitten drin in diesem Prozess. Eine Ausweitung des Krieges oder ein politischer Umsturz bei uns wären natürlich die krasseren Varianten.

    Hast du dir schon eine Fahrkarte für den Bahnsteig und eine (in einer anderen Antwort genannte) Rasen Betretungserlaubnis geholt?
    Ach ja Masken nicht vergessen und eine Demo Erlaubnis und 3G+ muss natürlich auch sein.

    Alles in 3-facher Ausfertigung mit Kohle^H^H^H^H^HÖkodurchschlag auf Recyclingpapier, bitte in Blockschrift oder mit Schreibmaschine ausfüllen!

    Und ganz wichtig:
    Gendersternchen nicht vergessen, sonst wird der Revolutiönchenantrag abgelehnt!
    "Revolutionäre und Revolutionärinnen" geht natürlich auch, braucht aber mehr Papier und gefährdet das Klima, ist also eventuell nicht "Woke" genug!

    In der Zeit hätten die Franzosen schon hunderte Köpfe rollen lassen...

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  • Avatar von Emo555
    • Emo555

    mehr als 1000 Beiträge seit 25.05.2014

    Antwort auf Re: seit 2008 leben wir im Dauerkrisen-Modus von Pirx.

    Pirx schrieb am 23.03.2022 08:44:

    Naturzucker schrieb am 23.03.2022 07:44:

    Vielleicht sollten wir mal anfangen, über ein politisches (und wirtschaftliches) System nachzudenken, welches uns nicht ständig eine Krise nach der anderen einbrockt. Bisherige Strukturen haben gezeigt, dass sie dazu weder willens noch fähig sind.

    Vergiss es.
    Die Fehlkonstruktion namens Homo-Sapiens, ist die Ursache der Probleme.
    Das wird mit jedem „System“ scheitern.

    Es gibt nur ein System was wirklich funktioniert und das hat sich seit unsere Vorfahren vom Baum gestiegen sind und in Höhlen gelebt haben nur durch die angewandte Methode weiterentwickelt. Es basiert darauf, dass der Stärkere sich durchsetzt. Warum tut der Russe das was er in der Ukraine tut? Weil er den größeren Knüppel in Form von über 6000 Atomsprengköpfen in der Hand hat und die Ukraine im Vergleich dazu nichts. Das selbe gilt für alle Kriege die seit der frühen Antike stattgefunden haben. Es liegt in unserer Natur, in unseren Genen.

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    • oldman123

    mehr als 1000 Beiträge seit 25.11.2003

    Seit wann haben Politiker die Macht?

    Antwort auf Re: seit 2008 leben wir im Dauerkrisen-Modus von osorno.

    osorno schrieb am 23.03.2022 11:44:

    Politiker sind die gefährlichsten Menschen auf der Welt, deshalb sollten sie schnellstens entwaffnet werden, ihre Macht muss weg.

    Vielleicht haben absolutistische Herrschaftsformen die Macht.

    Die "Oligarchen" oder "Superreichen" bestimmen mindestens seit ein paar Jahrhunderten auch die politische Macht und die politische Macht arbeitet und sichert die ökonomische Macht. Wer die ökonomische Macht in Frage stellt, bekommt es mit der politischen Macht zu tun.
    Wer König werden wollten, fragte die Fugger nach Geld, um die Fürsten zur Königswahl bestechen zu können - man nennt sie bis heute Königsmacher. "Du bekommst das Geld, dafür überschreibst du uns die Silberminen." Thurn und Taxis kamen zu ihren riesigen Wälder, Rothschilds Sonderrechte/-Konzessionen im Geld- und Finanzwesen. Wenn Herrscher Kriege führen wollten, haben sie sich Geld bei den "Pfeffersäcken" gepumpt um ihre Armeen zu finanzieren.
    Als Kaiser Wilhelm Krieg führen wollte, gab es eine Abstimmung im Parlament, wegen der Aufnahmen von Kriegskrediten. Die SPD war damals dafür und das hängt denen manchmal in Diskussionen bis heute an. Wer hat die Kredite gegeben?
    Die USA könnten sich keine 700 Mrd. Militärausgaben leisten, wenn es keine Kreditgeber gibt (inkl. ausländischer Geldgeber wie China), denn eigentlich wäre das Finanzsystem schon längst zusammengebrochen. Durch AAA der und andere Institutionen wie Banken wird die USA mehr oder weniger am Leben gehalten.
    Denn immer wenn die Staatseinnahmen nicht reichen, braucht es andere Quellen.
    Woher kommt das Geld für die Staatsschulden der Bundesrepublik?

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  • Avatar von wenigerquatschenmehrschieben
    • wenigerquatschenmehrschieben

    mehr als 1000 Beiträge seit 19.11.2021

    Antwort auf seit 2008 leben wir im Dauerkrisen-Modus von Naturzucker.

    Schon wieder Kommunismus?

    Wäre nur lustig, wenn der nicht immer in Unterdrückung und Mord ausufern würde.

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