Ja: Weil Preise unvorhersehbar schwanken und einigen Leuten ein leistungsloses Grundeinkommen beschert wird.
Nein: Weil Spekulanten (ähnlich wie Versicherungen) Risiken übernehmen, wofür sie eine Prämie erhalten. Die Preise werden geglättet.
Interessanterweise, glaube ich, dass beides richtig ist. In der realen Welt findet man durchaus Beispiele für beide Ausprägungen. Es lohnt sich also genauer hinzuschauen, bevor man das Kind mit dem Bade auskippt.
Die ungebremste Spekulation wird durch Gier und Angst bestimmt. Im Hintergrund gibt es ein paar Profiteusen und Profiteure, die das wissen und genau das befeuern. Ein gutes System wird versuchen, diese Situation zu verhindern.
Kommen wir zu den Terminmärkten für Nahrungsmittel. Wenn Sie Bauer oder Farmer sind (oder Bäuerin oder Farmerin oder irgendwas dazwischen), dann wissen Sie nicht, wie die nächste Ernte ausfällt. Sie brauchen einen vernünftigen Preis, wenn die Ernte eingebracht ist. Das Risiko soll wer anders tragen, nämlich die Spekulantinnen und Spekulanten. Deswegen verkaufen Sie Ihre Ernte am Terminmarkt nachdem Sie gesät haben und planen ohne Sorgen die nächste Saison. (Dieses romantische Bild der guten Märkte habe ich allerdings noch nie in der Realität wiedergefunden). In der Realität findet man, dass die Landwirtschaft von idiotischen politischen Rahmenbedigungen an den Rand der Wirtschaftlichkeit gebracht wird, dass Abhängigkeiten von Saatmittel- Dünger- und Pestizidherstellerinnen und -herstellern zu einer Erpressungsorgie ohnegleichen geführt hat. Und das global.
Die Landwirtschaft ist daher beispielhaft für eine Sparte zu sehen. Die Globalisierung macht aber vor nichts halt. Die Folgen werden spürbar.