Das Problem ist schon komplex.
Einerseits geht es vermutlich gerade auch um einen Raum für Mädchen - das heißt einen, in den auch "muslimisch-konservative" Familien die Mädchen gehen lassen können, weil dort keine Gefahr für die "Familienehre" droht. Für die Mädchen vielleicht der einzige ungezwungene Kontakt zu Gleichaltrigen...
Andererseits, eben weil es gerade für diesen Kreis so wichtig ist, werden sich dort "muslimisch-konservative" Haltungen vermehrt finden und auch auf die übertragen, die damit eigentlich nichts oder nicht so viel am Hut haben. Aber wenn man auf die Belange von "Familienehre" etc. eingehen muß, um die betroffenen Mädchen einladen zu können, werden die auch in den Köpfen der anderen implementiert und breiten sich aus.
Ein übliches Dilemma. Aber gerade deswegen ist auch das Jugendamt in der Pflicht, zu schauen, was sie da fördern und anbieten. Wenn der zweite Teil (die Verbreitung bestimmter Haltungen) den ersten zu sehr dominiert, müssen sie auch auf den Schutz derjenigen Mädchen achten, die sich nicht in den Rahmen einer "muslimisch-konservative" Haltung (inklusive bestimmter Werturteile) pressen lassen wollen, dazu aber genötigt werden.
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (26.04.2024 11:05).