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Avatar von kulinux
  • kulinux

mehr als 1000 Beiträge seit 29.01.2001

"Man sollte nicht Handlanger eines ideologischen Lagers sein"…

und:
"Wo man glaubt, nur man selbst sei im Besitz der Wahrheit, bin ich fehl am Platz."
… und um einzusehen, dass er das war, hat er 34 Jahre gebraucht…?

*kopfschüttel*

Aber wenn eine Tages- oder Wochenzeitung schon im Namen trägt, dass sie die Welt seitenverkehrt zeigt, kann man vielleicht von ihren Mitarbeitern auch nicht erwarten, dass sie das allzu schnell begreifen …

Der TS hat seit Jahrzehnten die neoliberale wertewestliche Propaganda-Linie vertreten und deren Kriege wohlwollend begleitet … und das waren "zufällig" die Jahrzehnte, in denen der Herr da als "Edelfeder" schrieb – ohne was zu merken???
Und jetzt jammert er rum, weil die von ihm bisher immer unterstützte "wertegeleitete" Meinungsmache sich nun auch mal gegen ihn wendet, weil Willkür nun mal … willkürlich ist?
Ach!

Nein!
Doch!!
Oh!!!

Mein Mitleid hält sich SEHR in Grenzen …
Aber wenn er jetzt nicht mehr an seinen komfortablen Schreibtisch im warmen Berliner (Home) Office gekettet ist, kann er ja vielleicht mal in Gegenden fahren, in denen die von ihm jahrzehntelang mitgetragene Politik Frieden, Demokratie und Freiheit gebracht haben? Gerade die Freiheit "in Stahlgewittern" – egal ob in Syrien, Libyen, Irak, Ukraine … – dürfte ihm doch schmecken, oder? Er muss nur aufpassen, dass die Opfer … äh … glücklichen Empfänger dieser wertewestlichen Politik nicht merken, dass er selbst sie unterstützt hat. Es soll Leute geben, die es nicht schätzen, wenn ihre Kindergärten und Schulen im Dienste westlicher Werte beschossen werden…

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  • Avatar von egalitarismus
    • egalitarismus

    590 Beiträge seit 19.09.2017

    … und um einzusehen, dass er das war, hat er 34 Jahre gebraucht…?

    Antwort auf "Man sollte nicht Handlanger eines ideologischen Lagers sein"… von kulinux.

    Wie kommst Du darauf? Er hat für sich entschieden, genau dort sich einzubringen, seine Meinung zu artikulieren, Agrumente vorzutragen. Sich davon zu stehlen - wie bitte soll denn ein Diskurs geführt werden, wenn die Diskussionspartner abhanden kommen?

    Er ist erst dann gegangen, als das Vertrauensverhätnis zerstört wurde. Meinen Respekt für ihn, das schaffen nicht viele.

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  • Avatar von
    • unbekannter Benutzer

    mehr als 1000 Beiträge seit 14.02.2015

    gehört zum erwachsen werden

    Antwort auf … und um einzusehen, dass er das war, hat er 34 Jahre gebraucht…? von egalitarismus.

    da dauert alles etwas länger

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  • Avatar von Stephan Geue
    • Stephan Geue

    mehr als 1000 Beiträge seit 07.08.2011

    Antwort auf … und um einzusehen, dass er das war, hat er 34 Jahre gebraucht…? von egalitarismus.

    Martenstein ist politische Mitte. Ich bin sicher, mit ihm hätte man jedes Thema erörtern können, und er hat sich über all die Jahre ja auch fast alle Themen mal vorgeknöpft und dabei nicht nur Durchschnittliches abgesondert, sondern zumindest dann und wann Bedenkenswertes, auch aus linker oder rechter Sicht. Ihm aus dieser Durchschnittshaltung einen Vorwurf zu machen, ist etwas billig.

    Willy Wimmer ist Mitglied der CDU. Ebenso wie Hans-Georg Maaßen. Beide könnten verschiedener nicht sein, und während man Maaßen eher bei der AfD verorten möchte, würde man Wimmer wahrscheinlich eher bei den Linken vermuten. Da kann man mal sehen, wie breit das Spektrum ist. Wieso sind sie beide noch in der CDU? Keine Ahnung, vielleicht, um "von innen heraus" zu wirken. Wenn Martensteins Kolumnen von heute in der taz von vor zehn Jahren gestanden hätten, dann hätten sie a) deutlich weniger Abonnenten, b) sich weniger vom sonstigen Inhalt der Zeitung abgehoben, wären also weniger gelesen worden und hätten weniger Aufsehen erregt. Aufsehen = Diskurs würde er wohl sagen. Klickrate sagt man im Internet. Sein Ruf resultierte also nicht nur daraus, was er schrieb, sondern in welches Umfeld es eingebettet war.

    Ich bin durchaus nicht oft seiner Meinung gewesen, wenn ich was von ihm gelesen habe, aber wenn er etwas kritisiert hat, was ich für gut, gar für notwendig halte, dann muss ich ihm zugestehen, dass ich vor zehn Jahren noch die Grünen gewählt habe, damit sie umsetzen, was ich für gut und notwendig halte, und wenn ich sehe, was die jetzt anstellen - meine Stimme haben sie schon längst nicht mehr -, dann denke ich mir: Hätten sie mal ein bisschen mehr Martenstein gelesen.

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