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  • Jens Niestroj

131 Beiträge seit 23.07.2023

kein Klimaschutz

Interessant ist, dass noch heute (Ende 2023) die Beförderungsleistung im öffentlichen Fernverkehr etwa 10% niedriger, als vor Corona und im Nahverkehr trotz 49 Euro-Ticket sogar um 15% unter dem vor Corona Niveau liegen. Nach meinen Beobachtungen als jahrzehntelanger Nutzer des öffentlichen Verkehrs ist die Besetzung der Nahverkehrszüge am Wochenende sowie in den Ferien zwischen 16 und 19 Uhr massiv gestiegen, zu anderen Zeiten aber – wie die offiziellen Statistiken zeigen, deutlich niedriger, als noch 2019. Dies bedeutet für mich, dass Pendler aus der Bahn vertrieben wurden und statt dessen die Bahn (Nahverkehr) aufgrund der günstigen Flatrate verstärkt von Jugendlichen während der Ferien sowie zusätzlich von den unteren Einkommensgruppen am Wochenende für Besuche genutzt werden.
Um mich nicht falsch zu verstehen: die verbesserte Mobilität der unteren Einkommensgruppen ist positiv. Nur hat diese Erzeugung von Neuverkehren nichts mit dem Klimaschutz zu tun.

Um es noch einmal zu sagen: Die vertriebenen Nahverkehrskunden waren 2019 bereit, deutlich mehr zu zahlen. Dass diese als Kunden verloren werden, hat also nichts mit dem Preis zu tun. Denn:
Die eigentlichen Akzeptanzprobleme des öffentlichen Verkehrs gegenüber dem motorisierten Individualverkehr sind:
-längere Fahrzeiten
-seltene Fahrzeiten
-Unzuverlässigkeit
-subjektives Gefühl der Unsicherheit / der Fülle / der Unsauberkeit
-und erst dann der Preis bzw. der „Tarifdschungel“
Die ersten vier genannten Aspekte wurden aber durch das 9 Euro-Ticket verschlimmert.
Die Regionalzüge waren häufig so voll, dass erheblichen Verspätungen, ja Zugausfälle (mindestens durch vorzeitiges Wenden) die Folge waren, die Bahn also zu einem noch unzuverlässigerem Verkehrsmittel wurde. Hinzu kommt, dass überfüllte Züge alles andere als bequem sind. Erhebliche Verschmutzungen in den Zügen und nicht funktionierende Toiletten (durch deren Überlastung) waren wohl kaum Werbung für den Verkehrsträger Bahn. Was sich die treuen Kunden wohl gemerkt haben....

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    • Subzero

    mehr als 1000 Beiträge seit 06.06.2000

    Antwort auf kein Klimaschutz von Jens Niestroj.

    Jens Niestroj schrieb am 07.11.2023 19:36:

    Interessant ist, dass noch heute (Ende 2023) die Beförderungsleistung im öffentlichen Fernverkehr etwa 10% niedriger, als vor Corona und im Nahverkehr trotz 49 Euro-Ticket sogar um 15% unter dem vor Corona Niveau liegen. Nach meinen Beobachtungen als jahrzehntelanger Nutzer des öffentlichen Verkehrs ist die Besetzung der Nahverkehrszüge am Wochenende sowie in den Ferien zwischen 16 und 19 Uhr massiv gestiegen, zu anderen Zeiten aber – wie die offiziellen Statistiken zeigen, deutlich niedriger, als noch 2019. Dies bedeutet für mich, dass Pendler aus der Bahn vertrieben wurden und statt dessen die Bahn (Nahverkehr) aufgrund der günstigen Flatrate verstärkt von Jugendlichen während der Ferien sowie zusätzlich von den unteren Einkommensgruppen am Wochenende für Besuche genutzt werden.

    Seit Corona hat sich viel verändert. Viele Arbeitsfahrten fielen weg, weil man merkte es geht auch ohne. Desweiteren scheinen viel mehr Leuts das Arbeiten reduziert zu haben. 2019 gab es in den niedrigen Einkommengruppen zwar schon Probleme beim Finden von Personal, aber heute sieht es extrem aus. Wo sind die ganzen Leute hin? Und viele sind schon durch Migranten ersetzt worden (2019 waren die Paketfahrer hier noch deutsch, evtl war da mal ein Pole drunter, heute hat man da keinen Deutschen mehr - wo sind die alle hin?).
    Auch die Zahl Autos auf der Straße zu Stoßzeiten hat sich tüchtig reduziert.

    Zum Thema Pendler ÖPNV und Auto: man könnte beim Finanzamt einfach eine Datenbankabfrage machen. Dort liegen ja die gefahrenen Kilometer für die Pendlerpauschale vor, die müßte man nur für jedes Jahr zusammenrechnen. Ich vermute ganz stark, daß sich auch die per Auto gefahrenen Strecken zur Arbeit entsprechend reduziert haben.

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    • Jens Niestroj

    131 Beiträge seit 23.07.2023

    Antwort auf Re: kein Klimaschutz von Subzero.

    Die Fahrleistung auf Deutschlands Straßen sank zwischen 2019 und 2022 um 3,5%.

    Wie bei mir erwähnt die im Fernverkehr von Bus und Bahn bis 2023 um 10% und im Nahverkehr um fast 15%.

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