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Toll - 72 Prozent des bundesweiten Bedarfs für 135 Minuten

Am vergangenen Samstag haben Solaranlagen nach Angaben des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme zwischen 12:00 und 14:15 Uhr über 38 Gigawatt ins öffentliche Netz eingespeist und damit zu dieser Zeit rund 72 Prozent des bundesweiten Bedarfs gedeckt.

Sorry, aber wir brauchen den Strom nicht nur für 135 Minuten, sondern für 24 Stunden am Tag. Es nützt auch nichts wenn wir 12 Stunden zu 100% schaffen. Denn zur Ehrlichkeit gehört auch dazu, dass Solarzellen in der Nacht keinen Strom liefern. D.h. wenn wir zu 100% unseren Strom aus Solarzellen erzeugen wollten, müssten mindestens 200% am Tage zur Verfügung stehen, damit wir Batterien, Pumpspeicher etc. für die Nacht aufladen könnten.

Aber wie der Artikel auch sagt:

Allerdings liefern Solaranlagen nur etwa 1000 von 8760 Stunden im Jahr Strom


Für gerade mal rund 3 Stunden liefern die deutschen Solaranlagen am Tag Strom. D.h. wenn diese Energie ausreichen sollte benötigten wir in dieser Zeit rund das 9-fache dieser Energie, um die nicht existenten Speicher aufzufüllen, die dann für den restlichen Tag den Strom liefern.

Wenn der Wind weht, erzeugen Windräder zwischen 3 MW bis 6 MW Strom. Um den bundesweiten Strombedarf damit zu decken würden zwischen 10.000 bis 20.000 Windräder benötigt. Aber auch Windräder laufen nicht permanent. Damit wir auch Energie zum Speichern hätten, müssten wir mindestens die doppelte Kapazität haben. Bis zu 40.000 Windräder? Wo soll der Platz dafür herkommen?

Fazit: Momentan ist 100% Ökostrom nur eine nette Illusion, die nicht funktionieren kann. Der ständige Vergleich mit den Strommengen von Kernkraftwerken, macht die Sache auch nicht besser, da nun mal:

Atomkraftwerke etwa 7000 Stunden im Jahr laufen


und wir derzeit keine Möglichkeit haben, die bundesweite benötigte Strommenge auch nur im Ansatz zu speichern.

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    • FranzSchaefer

    357 Beiträge seit 26.04.2022

    Antwort auf Toll - 72 Prozent des bundesweiten Bedarfs für 135 Minuten von killingfields.

    killingfields schrieb am 05.07.2022 18:10:

    wenn wir zu 100% unseren Strom aus Solarzellen erzeugen wollten, müssten mindestens 200% am Tage zur Verfügung stehen, damit wir Batterien, Pumpspeicher etc. für die Nacht aufladen könnten.

    eher 300%, denn beim Wandeln geht viel verloren

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    mehr als 1000 Beiträge seit 20.06.2001

    Antwort auf Re: Toll - 72 Prozent des bundesweiten Bedarfs für 135 Minuten von FranzSchaefer.

    FranzSchaefer schrieb am 05.07.2022 18:36:

    wenn wir zu 100% unseren Strom aus Solarzellen erzeugen wollten, müssten mindestens 200% am Tage zur Verfügung stehen, damit wir Batterien, Pumpspeicher etc. für die Nacht aufladen könnten.

    eher 300%, denn beim Wandeln geht viel verloren

    Problem ist nur, geredet wird bereits so, als ob alle Probleme gelöst wären und es nur noch darum ginge, die Geräte aufzustellen. Niemand in unserer Politkaste scheint begriffen zu haben, dass im Gegensatz zu einen Gas- oder Wassernetz ein Stromnetz keine Speichermöglichkeit besitzt. Erzeugt und nicht genutzt, heißt verpufft.

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    • FranzSchaefer

    357 Beiträge seit 26.04.2022

    Antwort auf Re: Toll - 72 Prozent des bundesweiten Bedarfs für 135 Minuten von killingfields.

    Problem ist nur, geredet wird bereits so, als ob alle Probleme gelöst wären

    wie im End-Game DDR, da stand der Sozialismus kurz vor dem EndS..g ....

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  • Avatar von Abtrünniger Zauberer
    • Abtrünniger Zauberer

    mehr als 1000 Beiträge seit 26.01.2012

    Antwort auf Toll - 72 Prozent des bundesweiten Bedarfs für 135 Minuten von killingfields.

    Es müssen aber erst einmal 100% und mehr geschafft werden. Wenn du nicht über 100% schaffst - womit füllst du dann die Speicher?

    Einfach mal ein Inselsystem aufbauen und drin leben. Dann verstehst du wie und warum es funktioniert und was es dafür braucht.

    Eine Meldung wie diese ist nichts weiter als eine Wasserstandsmeldung, wie weit wir auf dem Weg sind. Mehr nicht, aber auch nicht weniger.

    Für gerade mal rund 3 Stunden liefern die deutschen Solaranlagen am Tag Strom. D.h. wenn diese Energie ausreichen sollte benötigten wir in dieser Zeit rund das 9-fache dieser Energie, um die nicht existenten Speicher aufzufüllen, die dann für den restlichen Tag den Strom liefern.

    PV steht ja nicht alleine - es kommt auch noch Windkraft hinzu und Biomasse und Wasserkraft. Aber ja, es muss noch viel mehr ausgebaut werden. Und auch Speicher. Im Heimbereich passiert das bereits.

    Wenn der Wind weht, erzeugen Windräder zwischen 3 MW bis 6 MW Strom. Um den bundesweiten Strombedarf damit zu decken würden zwischen 10.000 bis 20.000 Windräder benötigt. Aber auch Windräder laufen nicht permanent. Damit wir auch Energie zum Speichern hätten, müssten wir mindestens die doppelte Kapazität haben. Bis zu 40.000 Windräder? Wo soll der Platz dafür herkommen?

    Tatsächlich das meiste durch Repowering - also alte, schwächere Anlagen werden durch neuere, stärkere Anlagen ausgetauscht. Dazu kommt Neubau, vor allem im Offshore-Bereich.

    Fazit: Momentan ist 100% Ökostrom nur eine nette Illusion, die nicht funktionieren kann. Der ständige Vergleich mit den Strommengen von Kernkraftwerken, macht die Sache auch nicht besser, da nun mal:

    Atomkraftwerke etwa 7000 Stunden im Jahr laufen

    und wir derzeit keine Möglichkeit haben, die bundesweite benötigte Strommenge auch nur im Ansatz zu speichern.

    Warum willst du die bundesweit benötigte Strommenge speichern? Und was meinst du damit? Tatsächlich würde ein Ein-Tages-Speicher die Situation schon arg entspannen. Bei einem Tagesverbrauch von 1,7TWh wäre das ein Speicher (bzw. viele) von insgesamt 1,7TWh. Würden wir das auf das Netz umlegen und nicht wie bisher nur die Heimspeicher kämen wir auf Kosten von 170 Mrd € für 12.500 Twh in Lebenszeit. Also bei einem Preis von 100€/kwh kämen wir auf 1,4c/kwh Aufschlag.

    Realisierbar? Eine Gigafactory schafft 30-35GWh-Zellen pro Jahr. Mit 5 von denen könnten wir also in 10 Jahren genügend Zellen bauen. Mit Natrium-Zellen ist auch das Problem des fehlenden Rohstoffes erledigt. Alle Rohstoffe sind hier in riesigen und auch benötigten Mengen verfügbar.
    Und oben drauf kommen dann noch die gebrauchten E-Auto-Batterien in 10 Jahren "auf den Markt" (für was anderes als Grid-Speicher würde ich die nicht benutzen weil viel zu gefährlich). Das sind nochmal 80GWh gebrauchter Speicher - also effektiv noch ca. 50-60GWh nutzbar für 10 Jahre. Wieviel kostet wohl ein gebrauchter E-Auto-Speicher? Kann man das pro kwh überhaupt noch rechnen?

    Beispiel:
    Wenn wir PV verdreifachen und Windkraft verdoppeln und Batteriespeicher von 1,7TWh aufbauen fehlen uns im Jahr noch ca. 100TWh. Wir hätten damit bereits 85%ige EE-Abdeckung, 15% müssten durch Gas dazugeschossen werden. Bei vervierfachung von PV und verdreifachung von Windkraft sinds nur noch 20TWh. Denen stehen dann aber bereits 100TWh an Überproduktion entgegen. Also mehr als genug um das fehlende Gas durch Strom "im Sommer" (von März bis November) herzustellen.

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    mehr als 1000 Beiträge seit 20.06.2001

    Antwort auf Re: Toll - 72 Prozent des bundesweiten Bedarfs für 135 Minuten von Abtrünniger Zauberer.

    Abtrünniger Zauberer schrieb am 05.07.2022 22:23:

    Warum willst du die bundesweit benötigte Strommenge speichern? Und was meinst du damit? Tatsächlich würde ein Ein-Tages-Speicher die Situation schon arg entspannen. Bei einem Tagesverbrauch von 1,7TWh wäre das ein Speicher (bzw. viele) von insgesamt 1,7TWh.

    Einfach mal nachdenken. Wenn wir einen Tagesverbrauch von 1,7TWh haben, dann verbrauchen wir permanent rund 71 GW. Diese Strommenge muss ins Netz eingespeist werden, egal ob es Nacht ist oder kein Wind weht. Denn ein Stromnetz kann selber keine Energie speichern, was ein gravierender Unterschied zu einem Gas- oder Wassernetz ist.

    Bei vervierfachung von PV und verdreifachung von Windkraft sinds nur noch 20TWh. Denen stehen dann aber bereits 100TWh an Überproduktion entgegen.

    Du machst einen entscheidenden Fehler, Du darfst nicht in Wattstunden rechnen, sondern nur in Watt, weil wie bereits gesagt, das Stromnetz selber keine Speicherkapazität hat. Wenn wir permanent einen Bedarf von 71 GW haben, dann nützt es uns nichts, dass wir zwischen 20 und 21 Uhr 101 GW erzeugt haben, wenn wir ab 21 Uhr nur noch 41 GW erzeugen können. Das Netz wird Dir in diesem Fall um 21 Uhr per Notabschaltung zusammenbrechen, weil nicht genügend Strom bereitsteht.

    Genau hierfür benötigst Du den Batteriespeicher, der Dir die fehlenden 30 GW liefert. Wenn Du einen Batteriespeicher mit 30 GWh hättest, dann würde Dir das Netz um 22 Uhr zusammenbrechen, weil der Speicher eben bei einer Last von 30 GW nur eine Stunde hält. Bei 60 GWh zwei Stunden und bei 720 GWh einen ganzen Tag. D.h. spätestens nach dieser Zeit müssten die Solar- oder Windkraftanlagen den fehlenden Strom wieder erzeugen.

    Es müssen aber erst einmal 100% und mehr geschafft werden. Wenn du nicht über 100% schaffst - womit füllst du dann die Speicher?

    Es nützt Dir nichts einmalig 100% zu erzeugen. Du musst permanent 100% erzeugen, genauso wie es ein Braunkohle- oder ein Kernkraftwerk es schafft. Einmal die 100% gerissen und das Stromnetz bricht Dir zusammen.

    D.h. wenn wie im Artikel beschrieben eine Solaranlage im Gegensatz zu den 8.700 Stunden eines Kernkraftwerks nur 1.000 Stunden schafft. Dann musst Du für die restlichen 7.700 Stunden eine Alternative zur Verfügung stehen.

    Realisierbar? Eine Gigafactory schafft 30-35GWh-Zellen pro Jahr. Mit 5 von denen könnten wir also in 10 Jahren genügend Zellen bauen.

    Sorry, aber unsere Politik möchte sich noch in diesem Jahr von der Kernenergie, dem russischen Gas, Öl und Kohle trennen und durch erneuerbare Energien ersetzen und nicht erst in 10 Jahren, wie es ursprünglich mal geplant war.

    D.h. der Batteriespeicher wird jetzt benötigt, der grüne Wasserstoff jetzt, das Gas aus Katar jetzt... Klingt irre, ist es auch. Selbst Kennedy gab den USA 8 Jahre Zeit, um zum Mond zu gelangen, als er 1962 seine berühmte Rede hielt: "We choose to go to the Moon" Scholz und Habeck glauben, dass geht auch in 9 Monaten.

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    mehr als 1000 Beiträge seit 20.06.2001

    Antwort auf Re: Toll - 72 Prozent des bundesweiten Bedarfs für 135 Minuten von FranzSchaefer.

    FranzSchaefer schrieb am 05.07.2022 21:53:

    Problem ist nur, geredet wird bereits so, als ob alle Probleme gelöst wären

    wie im End-Game DDR, da stand der Sozialismus kurz vor dem EndS..g ....

    Vor dem Durchbruch. :-D

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  • Avatar von Kamikater2
    • Kamikater2

    mehr als 1000 Beiträge seit 10.03.2020

    Antwort auf Re: Toll - 72 Prozent des bundesweiten Bedarfs für 135 Minuten von killingfields.

    Das stimmt doch garnicht, der Kohleausstieg war für 2035 geplant, nicht für dieses Jahr...
    Auch schon ambitioniertes Ziel.

    Wenn wir einen Tagesverbrauch von 1,7 TWh haben dann verbrauchen wir ca. 1,2 TWh tagsüber und nur 0,5 TWh nachts. Mittags ist der Peakverbrauch, also auch da wo die Solarzellen am meisten liefern. 2ter Peak ist abends, nachts ist mit Abstand am wenigstens.
    D.h. Solar läuft eigentlich ganz gut mit dem Tagesbedarf mit, solang es nicht regnet.

    (Die 1000 Stunden beziehen sich auf "Volllaststunden" d.h. die Solarzellen laufen deutlich mehr als 1000 Stunden im Jahr aber nicht auf voller Leistung. Man muss lso nicht für 88% der Zeit Alternativen haben)

    Die hohen GW Zahlen sind für Batteriespeicher eher weniger ein Problem, rel. viel Last schnell abgeben können diese sehr gut.

    Die Menge an Speicher die wir dann 2035 brauchen ist eher das Problem, wird aber geringer sein als man denkt denn
    a) Es ist nie 0% Wind+PV, PV Tagesprofil passt sehr gut zum Verbrauchsprofil
    b) werden wir nicht 100% EE haben sondern 120%+ und
    c) ist da auch noch Biogas, Wasserkraft und Offshorewind die sehr konstant Strom liefern, also auch eine nicht zu verachtende Grundlastwirkung haben (und Biogas kann man dann auch sehr Bedarfsgerecht hoch und runtersteuern).

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  • Avatar von Abtrünniger Zauberer
    • Abtrünniger Zauberer

    mehr als 1000 Beiträge seit 26.01.2012

    Antwort auf Re: Toll - 72 Prozent des bundesweiten Bedarfs für 135 Minuten von killingfields.

    Einfach mal nachdenken. Wenn wir einen Tagesverbrauch von 1,7TWh haben, dann verbrauchen wir permanent rund 71 GW. Diese Strommenge muss ins Netz eingespeist werden, egal ob es Nacht ist oder kein Wind weht. Denn ein Stromnetz kann selber keine Energie speichern, was ein gravierender Unterschied zu einem Gas- oder Wassernetz ist.

    Wenn wir einen Tagesspeicher von 1,7TWh haben ist Erzeugung und Verbrauch temporär entkoppelt. Solange der Speicher vorher aufgeladen wurde kann er auch die Energie abgeben wann sie gebraucht wird. Egal wann.
    Und nein, ein Tagesverbrauch von 1,7TWh bedeutet nicht permanente 71GW. Die Last schwankt. Wenn mittags gekocht wird in Deutschland bedeutet dies für das Netz eine Spitzenlast - vorher und hinterher sinkt die Last wieder. Abends kommt die zweite Spitzenlast wenn alle von der Arbeit nach Hause kommen und den Fernseher einschalten und ebenfalls Abendessen kochen etc.

    Du machst einen entscheidenden Fehler, Du darfst nicht in Wattstunden rechnen, sondern nur in Watt, weil wie bereits gesagt, das Stromnetz selber keine Speicherkapazität hat.

    Natürlich hat das Netz an sich keine Speicherkapazität - dafür sind ja die am Netz angeschlossenen Speicher da. Das sind momentan hauptsächlich die Pumpspeicherkraftwerke. Auf Niederspannung holen die Heimspeicher aber massiv auf.
    Und auf Hochspannungsebene werden wir um Gridspeicher nicht herum kommen.

    Genau hierfür benötigst Du den Batteriespeicher, der Dir die fehlenden 30 GW liefert. Wenn Du einen Batteriespeicher mit 30 GWh hättest, dann würde Dir das Netz um 22 Uhr zusammenbrechen, weil der Speicher eben bei einer Last von 30 GW nur eine Stunde hält. Bei 60 GWh zwei Stunden und bei 720 GWh einen ganzen Tag. D.h. spätestens nach dieser Zeit müssten die Solar- oder Windkraftanlagen den fehlenden Strom wieder erzeugen.

    Richtig - und oben schrieb ich von einem bzw. vielen Batteriespeichern, die gemeinsam auf 1,7TWh kommen. In Wahrheit muss das garnicht so groß sein, weil Deutschland ja nicht alleine mit PV arbeitet und PV auch die Mittagsspitze gut abdeckt. Daneben kommt die Windkraft zum Tragen, die ebenfalls oft zeitlich mit der Last korreliert. Immer wenn es eine zeitliche Korrelation von Einspeisung/Ernte und Last gibt brauchst du weniger Speicher. 1,7TWh wären das Extrem, was für PV gewählt würde.

    Es nützt Dir nichts einmalig 100% zu erzeugen. Du musst permanent 100% erzeugen, genauso wie es ein Braunkohle- oder ein Kernkraftwerk es schafft. Einmal die 100% gerissen und das Stromnetz bricht Dir zusammen.

    Das stimmt nicht. Dafür gibt es die Speicher. Das funktioniert übrigens auch jetzt schon so bei Braunkohle- und noch schlimmer bei der Kernkraft. Braunkohle- und Atomkraftwerke können nur "Grundlast" liefern - d.h. die tatsächlichen Schwankungen im Netz Lastseitig können die garnicht abbilden. Daher wurden dafür schnellere Gaskraftwerke sowie Pumpspeicher verwendet um das abzufedern, sowie Nachtspeicheröfen installiert, damit die AKWs nicht jede Nacht runterfahren müssen.
    Wenn du permanent 100%+ erzeugen könntest mit EE bräuchtest du gar keine Speicher mehr. Dann könntest du einfach immer so abregeln, dass Last und Einspeisung im Einklang sind. Das scheitert aber bereits an der Tatsache, dass PV "nachts nichts liefert". Der Weg über Speicher ist nicht nur wirtschaftlicher, sondern auch einfacher für die Netzstabilität und robuster als es ein "auf Kante" genähtes Stromnetz wie das jetzige ist.

    Ab dem Moment wo du über Speicher gehst entkoppelst du Ernte und Verbrauch - d.h. sobald die Einspeisung größer wird als die Last werden Speicher aufgeladen (was Last zuschalten entspricht) und dadurch das Netz stabilisiert. Ist die Last größer als die Einspeisung werden Speicher entladen (was Einspeisung zuschalten entspricht) und wieder das Netz stabilisiert.
    Damit die Speicher aber überhaupt aufladen können muss die Einspeisung zeitweise über der tatsächlichen Last liegen. Ansonsten lädst du die nie auf. Das ist bei PV beispielsweise vormittags der Fall wo sie meist mehr liefert als verbraucht wird. Bei Wind kann das auch um 2 Uhr nachts sein.

    Sorry, aber unsere Politik möchte sich noch in diesem Jahr von der Kernenergie, dem russischen Gas, Öl und Kohle trennen und durch erneuerbare Energien ersetzen und nicht erst in 10 Jahren, wie es ursprünglich mal geplant war.

    D.h. der Batteriespeicher wird jetzt benötigt, der grüne Wasserstoff jetzt, das Gas aus Katar jetzt... Klingt irre, ist es auch. Selbst Kennedy gab den USA 8 Jahre Zeit, um zum Mond zu gelangen, als er 1962 seine berühmte Rede hielt: "We choose to go to the Moon" Scholz und Habeck glauben, dass geht auch in 9 Monaten.

    Wenn unsere Politik das wirklich wollen würde würden sie anders handeln. Das ist nur Propaganda. Wie gesagt - ein Batteriespeicher jetzt würde dem Grid nicht viel bringen - es gibt noch keine Phasen, in denen mehr als 100% EE zur Verfügung wäre. Wenn die Politik wirklich schnell handeln wollen würde würde sie als Notfallmaßnahme bundesweit die Abstandsregeln einfach aushebeln, den Denkmalschutz für PV aufheben und eine staatliche Natriumbatterie-Produktion anleiern.
    Oder zumindest mal alle staatlichen Einrichtungen derart mit PV zuklatschen, dass es keine Schule oder anderes öffentliches Gebäude mehr ohne geben würde.
    Auch würde sie die Regelung aufheben, dass man ab 10kwp als Energielieferant gilt und dementsprechend sich als GmbH o.ä. aufstellen muss. Es würde das EEG auf 15c/kwh Vergütung anheben um den genannten Solarboom noch weiter zu forcieren. Heimische Solarproduktion wieder ankurbeln. Windkraft in Bürgergesellschaften fördern anstelle durch Ausschreibungsverfahren zu verunmöglichen.
    Gibt so viele Möglichkeiten, was zu tun. Bei Katar um Gas zu betteln gehört aber nicht dazu. Gas und AKWs als "grün" zu labeln auch nicht.

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    mehr als 1000 Beiträge seit 20.06.2001

    Antwort auf Re: Toll - 72 Prozent des bundesweiten Bedarfs für 135 Minuten von Kamikater2.

    Kamikater2 schrieb am 06.07.2022 07:14:

    Das stimmt doch garnicht, der Kohleausstieg war für 2035 geplant, nicht für dieses Jahr... Auch schon ambitioniertes Ziel.

    Nach dem Ampel-Koalitionspapier ist der Kohleausstieg für 2030 geplant. Weiterhin ist geplant zu 100% auf erneuerbare Energien zu setzen, dabei soll der fehlende Strom durch Gas-Kraftwerke ausgleichen werden, um so die 100% zu erzielen.

    Kohlekraftwerke sind reine Grundlast- und Mittelkraft-Anlagen sind. D.h. Du kannst ein Braunkohle-Kraftwerk nicht punktuell dazuschalten, sondern Du hast eine stundenlange bis tageslange Vorlaufphase. Nur Gas-Kraftwerke sind in der Lage, die benötigte Energie sofort freizugeben.

    Wenn wir einen Tagesverbrauch von 1,7 TWh haben dann verbrauchen wir ca. 1,2 TWh tagsüber und nur 0,5 TWh nachts. Mittags ist der Peakverbrauch, also auch da wo die Solarzellen am meisten liefern. 2ter Peak ist abends, nachts ist mit Abstand am wenigstens.

    Was so auch wieder nicht stimmt, da z.B. die Industrie 24 Stunden am Tag produziert, Kühltruhen in Supermärkten ebenfalls 24 Stunden am Tag laufen. Die Öffnungszeiten der Geschäfte auch nicht mehr um 18:30 endet, sondern zum Teil erst um Mitternacht. Durch Homeoffice die Arbeitnehmer ihren Tag anders planen und nicht zu vergessen, dass wir unseren Tagesablauf nicht mehr mit dem Fernseher in Einklang bringen, sondern ihren Content über das Internet streamen.

    Streaming und Internet heißt aber auch, dass genau in den Abendstunden, wo früher der Stromverbrauch massiv abnahm. Jetzt die Rechenzentren von Netflix, Google und Co. auf Hochtouren laufen. Hinzukommen demnächst noch E-Autos, die nach der Fahrt zur Arbeit zuhause wieder aufgeladen werden müssen. Nicht zu vergessen Konzerte, Länderspiel und andere Sportveranstaltungen, die in den Abendstunden ebenfalls viel Energie benötigen.

    Die Menge an Speicher die wir dann 2035 brauchen ist eher das Problem, wird aber geringer sein als man denkt denn

    Wie schon gesagt 2035 war die Merkel-Regierung. Für 2035 ist jetzt nur noch der Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor geplant. Fakt ist aber auch, dass wir kaum bis 2030 oder 2035 warten können, bis wir wieder bezahlbare Energiepreise haben. Ansonsten wird es schwierig in diesem Land noch einen Job zu finden. Denn unsere Industrie muss hier nicht produzieren. Sie kann den niedrigen Energiepreisen hinterher wandern, wir als Bürger können das nicht.

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