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mehr als 1000 Beiträge seit 01.12.2023

Das Atom-Aus kann man Habeck nicht an die Backe nageln ...

... wenn der Atomausstieg bereits im Schatten der Fukushima-Katastrophe von Merkel's Kabinett beschlossen worden ist. Natürlich wäre es RICHTIGER gewesen, das Gesetz in die Revision zu nehmen und auf Machbarkeit abzuklopfen - aber auch das kann man der Ampel nicht anlasten. Denn zwischen Fukushima und der Bundestagswahl '21 lagen immerhin 10 Jahre, in denen man hätte prüfen können, ob genügend Reservekapazität zur Verfügung steht (Jein) um die Kraftwerke zu ersetzen.

Habeck ist mit maximal unsympathisch, fair muss ich trotzdem sein. Dass wir 2024 unseren Atomstrom von den Franzosen kaufen müssen, kann man ihm nicht anlasten.

Ein "Ausstieg vom Ausstieg" halte ich nur begrenzt für sinnvoll: tatsächlich sollten wir darüber nachdenken, ob wir zumindest in Süddeutschland die Kraftwerke reaktivieren, solange zu Nachtzeiten und im Winter Strom von den Nachbarn gekauft werden muss. Da schneide ich mir mit dem Vorschlag sogar ins eigene Fleisch, denn ich lebe in Sichtweite des AKW Gundremmingen. Ein Fan davon, das Kraftwerk wieder ans Netz zu nehmen, bin ich nicht, aber bevor wir uns abhhängig machen von ausländischem Strom, müssen wir zu pragmatischen Lösungen greifen. Trotzdem wäre der "teilweise Ausstieg vom Ausstieg" nur eine "Brückenlösung", bis bessere Optionen zur Verfügung stehen, die nicht von Wind, Wetter, Saison und Tageszeit abhängig sind.

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  • Avatar von i-n-t-e
    • i-n-t-e

    mehr als 1000 Beiträge seit 09.08.2008

    Antwort auf Das Atom-Aus kann man Habeck nicht an die Backe nageln ... von .

    Naja, Abhängigkeiten gibt es solche und solche. Europa ist weiterhin sehr stabil, und der Strommarkt ohnehin so vernetzt dass da wohl außer den Kosten kaum Probleme aufkommen würden. Anders war das ja bekanntlich mit dem Gas aus Russland, aber das ist ein anderes Thema.
    Eine Art Greenwashing bleibt der deutsche Alleingang aber in jedem Fall, zumal dafür gar nicht nötig, da Atomstrom ja auch als grüne Energie gilt.

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  • Avatar von SATFVT
    • SATFVT

    mehr als 1000 Beiträge seit 20.12.2011

    Antwort auf Das Atom-Aus kann man Habeck nicht an die Backe nageln ... von .

    Ein Fan davon, das Kraftwerk wieder ans Netz zu nehmen, bin ich nicht, aber bevor wir uns abhhängig machen von ausländischem Strom, müssen wir zu pragmatischen Lösungen greifen.

    Die Importqoute bei Brennstäben lag bei 100%.
    Die Importqoute beim Strom war letztes Jahr 2% und auch darauf waren wir nicht angewiesen denn genug Kraftwerke um es selbst zu Produzieren waren immer ausreichend vorhanden.
    Der Stromhandel ist schlicht günstiger.

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    • unbekannter Benutzer

    mehr als 1000 Beiträge seit 30.09.2005

    Doch das kann man.

    Antwort auf Das Atom-Aus kann man Habeck nicht an die Backe nageln ... von .

    ... wenn der Atomausstieg bereits im Schatten der Fukushima-Katastrophe von Merkel's Kabinett beschlossen worden ist.

    Die einzige Katastrophe, vor der sie sich fürchteten waren schlechte Umfragewerte, die unter der von Grün und SPD getriebenen Atompanik hätten leiden können.

    SPD und Grüne stellen Merkel die Atomfalle
    Kommt jetzt doch der rasche Ausstieg aus der Atomkraft in Deutschland? Das Desaster im japanischen Kraftwerk Fukushima 1 setzt Kanzlerin Merkel massiv unter Druck - und gibt AKW-Kritikern Aufschwung. Die Union fürchtet um ihr Abschneiden bei den anstehenden Landtagswahlen.

    https://www.spiegel.de/politik/deutschland/debatte-ueber-deutsche-akw-spd-und-gruene-stellen-merkel-die-atomfalle-a-750537.html

    Die Physikerin(!) Merkel ("Unsere Kernkraftwerke sind sicher") hat sich, angesichts der von Grün und teilweise SPD angeheizten Atompanik, für den Machterhalt entschieden.

    Als es dann um die Frage der Laufzeitverlängerung ging, wie von CDU, FDP und AfD gefordert, stellten sich die Grünen störrisch quer. Hartnäckig bestanden sie darauf, das Abschaltdatum von 2011 einzuhalten. Daran drohte sogar die Ampel-Koalition zu zerbrechen. Erst das Machtwort (Richtlinienkompetenz) von Scholz beendete den Streit und setzte eine kleine Laufzeitverlängerung durch - unter dem fortgesetzten Protest der Grünen, aber Habeck musste sich der Anweisung seines Chefs beugen.

    Problemlos hätte man das Gesetz von 2011 ändern oder gar abschaffen können. Es hätte dafür mehrere ganz triftige Gründe gegeben, von der Energiesituation, den schlechten Beziehungen zu Russland bis hin zum Klimawandel, hätte man Seitenweise Argumente für den Weiterbetrieb bringen können.

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  • Avatar von Herbstprinz
    • Herbstprinz

    mehr als 1000 Beiträge seit 29.06.2005

    Antwort auf Doch das kann man. von .

    mindphuk schrieb am 29.04.2024 09:29:

    Problemlos hätte man das Gesetz von 2011 ändern oder gar abschaffen können.

    Warum hat das dann nicht schon die CDU gemacht als sie noch an der Regierung waren?

    Es hätte dafür mehrere ganz triftige Gründe gegeben, von der Energiesituation, den schlechten Beziehungen zu Russland bis hin zum Klimawandel, hätte man Seitenweise Argumente für den Weiterbetrieb bringen können.

    Das nötige Uran kommt auch von Russland und hätte erst bestellt werden müssen. Entscheidender aber ist, dass die AKW seit 2009 nicht mehr überprüft und modernisiert, sondern nur auf Verschleiß gefahren worden sind.

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  • Avatar von Herbstprinz
    • Herbstprinz

    mehr als 1000 Beiträge seit 29.06.2005

    Antwort auf Das Atom-Aus kann man Habeck nicht an die Backe nageln ... von .

    Umweltfreund82 schrieb am 28.04.2024 20:19:

    Dass wir 2024 unseren Atomstrom von den Franzosen kaufen müssen, kann man ihm nicht anlasten.

    Wir müssen keinen Atomstrom von Frankreich kaufen. Aber Frankreich muss Atomstrom verkaufen, weil die AKW schlecht regelbar sind und sonst das franz. Stromnetz zusammen brechen würde. Dann ist der Strom sehr billig und alle Nachbarländer von Frankreich beziehen dann diesen Strom.

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  • Avatar von spintronic
    • spintronic

    976 Beiträge seit 02.10.2015

    Antwort auf Re: Das Atom-Aus kann man Habeck nicht an die Backe nageln ... von SATFVT.

    SATFVT schrieb am 29.04.2024 09:26:

    Der Stromhandel ist schlicht günstiger.

    Kurzfristig und bei entsprechenden Rahmenbedingungen, d.h. einer Überproduktion von elektrischem Strom, kann diese Betrachtungsweise richtig sein. Aus einer übergeordneten Perspektive betrachtet ist diese Aussage aber völlig falsch und sie verfehlt die eigentliche (wirtschaftliche) Problematik.

    Warum ist sie falsch? Das ist einfach, elektrischer Strom muss produziert werden, bevor er gehandelt werden kann. Tagsüber im Sommer erzeugt PV gewaltige Überschüsse, die nicht im notwendigen Maße für die Nacht und den Winter gespeichert werden können. Dadurch werden die Übertragungsnetze enorm belastet, das Netz kommt in einen instabilen und für kleine Störungen enorm anfälligen Zustand. Ferner müssen diese "Überschüsse", auch "Schrottstrom" genannt, für teures Geld vernichtet werden. Beispielweise indem die DB im Sommer die Gleisheizungen aufdreht oder indem man den Strom ins Ausland leitet und für die Vernichtung des Stroms viel Geld bezahlt - Stichwort negative Strompreise. Gleichzeitig liefern die EE insbesondere im Winter viel zu wenig Energie, weshalb der elektrischen Strom im Winter an der Börse sehr teuer gehandelt wird. Selbstredend gilt dies nicht nur in Deutschland, da der europäische Stromhandel den Strom in ganz Europa verteuert.

    Diese Situation setzt völlig verkehrte Marktanreize und führt dazu, dass der Bau der im Winter sehr dringend benötigten konventionellen Kraftwerke von Investoren nicht finanziert werden kann. In Deutschland müsste man gem. Umweltministerium ganz dringend 50 bis 70 Gaskraftwerke bauen, nur finden sich dafür keine Investoren. Diese negative Rückkopplung verstärkt den Strommangel im Winter und auch der beste Stromhandel der Welt kann diesen Mangel nicht beheben. Durch die hohen Börsenpreise wird der Mangel lediglich verwaltet, indem gewisse Marktteilnehmer die Produktion von Dienstleistungen und Gütern drosseln und dadurch elektrischen Strom sparen - oder wie viele energieintensive Betriebe, gleich ins außereuropäische Ausland abwandern.

    An alle Schlaumeier, die nun argumentieren, dass sie für den elektrischen Strom im Winter nicht mehr bezahlen müssen, da sie einen Vertrag mit dem Tarif XY haben, möchte ich folgendes sagen:

    - Erstens, ich beziehe mich auf die Börsenstrompreise nicht auf die Verbraucherpreise.

    - Zweitens macht ein Stromversorger selbstredend eine Mischrechnung, d.h. Privatkunden zahlen im Sommer für den elektrischen Strom zu viel und im Winter zu wenig, denn der Stromversorger kauft den Strom im Sommer billig und im Winter teuer.

    - Drittens hilft eine eigene PV-Anlage gegen die hohen Preise für den Strom, aber je mehr Menschen im Sommer den Strom selbst erzeugen, während sie im Winter praktisch 100 % des Stroms aus dem Netz anfordern müssen, desto teurer wird der Strom aus dem Netz werden, da die Netz- und Integrationskosten (der EE) auf die nun weniger kWh der Privatstromkunden umgelegt werden müssen. Wohlgemerkt ich bin ein Fan von PV, aber alles hat seine (technischen) Grenzen.

    Nun zur Frage, warum die Aussage "der Stromhandel ist schlicht günstiger" die eigentliche Problematik verfehlt. Um den darin enthaltenen Denkfehler zu erkennen muss man die Geldflüsse betrachten. Das Kraftwerk XY in Deutschland kauft Uran aus dem Ausland und stellt damit große Mengen an elektrischem Strom her. Der Strom wird zu etwa 70 % an die Industrie in Deutschland verkauft, die Industrie fertigt Produkte und verkauft diese Produkte (noch?) mit Gewinn ins Ausland.

    Mit einem Teil des Gewinns wird der Betreiber des Kraftwerks entschädigt. D.h. abgesehen von den Brennstoffkosten, bei Uran fallen diese infolge der sehr hohen Energiedichte kaum ins Gewicht, bleibt der größte Teil der Wertschöpfung in Deutschland und finanziert so, über Steuern und Löhne der Angestellten, den deutschen Staat. Produziert man den elektrischen Strom nicht selbst, sondern importiert z.B. Atomstrom aus Frankreich oder in wenigen Jahren Atomstrom aus Tschechien, dann fließt ein nennenswerter Teil der in Deutschland erarbeiteten/erzielten Wertschöpfung ins Ausland ab. Die in/für Deutschland verfügbare Geldmenge sinkt, die Menschen werden ärmer und die Steuereinnahmen sinken. Die Investitionen in Forschung und Entwicklung, Produktionsanlagen, aber auch in die Infrastruktur schrumpfen. Genau das lässt sich heute beobachten und das Problem für die Volkswirtschaft ist im Kern immer der Abfluss des Geldes. Wobei es natürlich richtig ist, dass Geld auch aus anderen Gründen ins Ausland abfliesst, dennoch ist es ein schwerer Fehler, wenn man diesen Mechanismus aus ideologischen Gründen noch befeuert.

    Erschwerend kommt hinzu, dass in Deutschland hergestellte Produkte u.a. infolge der in Deutschland sehr hohen Rohstoff- und Energiepreise, trotz stark gesunkener Gewinne, auf dem globalen Marktplatz mittlerweile nur noch schwer verkäuflich sind.

    Es ist aus einer wirtschaftlichen Betrachtungsweise für einen Industriestaat hochgefährlich bis existenzbedrohend, wenn er sich statt auf eigene Produktion von Strom, 24/7, im Winter wie im Sommer, auf den Stromhandel, d.h. den Bezug des Stroms aus dem Ausland ohne ausreichende eigenen Produktionskapazitäten, bzw. bei EE einem entsprechenden Netzausbau und ausreichenden saisonalen Energiespeichern, verlässt. Vor diesem Hintergrund halte ich den offensichtlich von Ministerialbeamten eigenmächtig, faktenwidrig und überstürzt aus rein ideologischen Gründen, mitten in einer sehr schweren Energiekrise, herbei gelogenen Atomausstieg für einen unverzeihlichen Fehler, der dringend politisch aufgearbeitet werden muss.

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (29.04.2024 12:21).

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  • Avatar von Charcharoth
    • Charcharoth

    860 Beiträge seit 10.12.2008

    Antwort auf Re: Das Atom-Aus kann man Habeck nicht an die Backe nageln ... von spintronic.

    spintronic schrieb am 29.04.2024 12:09:

    elektrischer Strom muss produziert werden, bevor er gehandelt werden kann.

    Ist das so? Wenn es so wäre: Was passiert mit dem Strom zwischen Produktion und Handel? Ist das Speicherproblem schon gelöst, hab ich was verpaßt?

    Sonnige Grüße
    Charcharoth

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    • SATFVT

    mehr als 1000 Beiträge seit 20.12.2011

    Antwort auf Re: Das Atom-Aus kann man Habeck nicht an die Backe nageln ... von Charcharoth.

    elektrischer Strom muss produziert werden, bevor er gehandelt werden kann.

    Ist das so?

    Nein.
    Wer will kann auch mit Strom handeln der erst in einem Jahr Produziert wird.

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    mehr als 1000 Beiträge seit 01.12.2023

    Antwort auf Re: Das Atom-Aus kann man Habeck nicht an die Backe nageln ... von SATFVT.

    Man könnte auch die Wismut wieder aufmachen ;-)

    Es gibt Aufbereitungsanlagen, die können Altbrennstäbe nochmal fit machen. Recycling also. Wenn wir dann noch Geld reinstecken, wie man Plutonium unschädlich macht, ohne dass wir daraus Panzergranaten und schmutzige Bomben bauen, haben wir auch das Entsorgungsproblem gelöst. Und ja, es liegt NUR am fehlenden Geld für die Forschung. Bevor man sich Gedanken gemacht hat, ob man Plastik recyceln kann, hat man das auch nur auf den Müllberg geschmissen.

    Mein persönlicher Wunsch? Energieerzeugung aus Abwärme von radioaktiven Abfällen. Statt also das Zeug im Bergwerk verklappen, die Zerfallsenergie nutzen. Man muss WOLLEN, dann findet man auch dafür eine Lösung.

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